Feuerwerk der guten Laune

Harreshäuser Narren feiern Auftakt der Fastnachtssaison

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Die drei „Eeser“ aus Froschhausen heizten dem närrischen Publikum in Harreshausen ordentlich ein.

Harreshausen - Mit einer fast vierstündigen, ausgelassenen Sitzung hat der Carnevalclub Herrnhuter (CCH) die Narrenzeit eröffnet. Als einziger Verein im Stadtgebiet legen die Harreshäuser Fastnachter ihre bunte Show traditionell an den Anfang der fünften Jahreszeit. Von Petra Grimm

Auch wenn schon fast Lebkuchenalarm ist, ging das „Harreshausen Helau“ den Sitzungsgästen Freitagnacht doch geschmeidig über die Lippen. Dazu beigetragen hat ein kurzweiliges und gut ausbalanciertes närrisches Programm, das die richtige Dosis Tanz, Gesang, Büttenreden und Gaudi bot. Mitreißende Tanzeinlagen in tollen Kostümen überwogen auf der Bühne der Mehrzweckhalle, und das war gut so. Planung und Ablauf lagen in den Händen des CCH-Vorsitzenden Michael Kattner. Er hatte im vergangenen Jahr den Staffelstab als Sitzungsmoderator vom Eppertshäuser Vollblutfastnachter Lutz Murmann übernommen, der die CCH-Sitzungen viele Jahre temperamentvoll geleitet hat. Zum Übergang standen sie bei der Sitzung im vergangenen November gemeinsam als Sitzungspräsidenten auf der Bühne.

Jetzt war Kattner zum ersten Mal allein im Einsatz und er machte seine Sache gut, verteilte entspannt Küsse und Blumen. In der Regie und als Büttenschieber unterstützten ihn seine Frau Nadine, Timo Heil und Robin Weidler. Im Safari-Look mit Strohhut auf dem Kopf folgte der Sitzungspräsident gemeinsam mit vielen Gästen dem Motto „Die Sonne scheint wie wunderbar – mit dem CCH in Afrika“. Und richtig heiß im Saal wurde es mehrmals. So sorgten die drei „Eeser“ aus Froschhausen (Tanja Malsy, Jenny Malsy und Marie-Christine Simon) mit ihrem Live-Gesang zu Musik vom Band für ausgelassene Stimmung im Saal. Die drei jungen Damen tanzten singend zu „Let me entertain you“ durch den Saal zur Bühne und zündeten dort mit aktuellen deutschsprachigen Ohrwürmern ein Feuerwerk der guten Laune. Da sang der ganze Saal im Stehen mit. Ein echter Knaller war auch die fetzige Show der Hinnergassebuwe aus Münster, die mit ihren Blasinstrumenten den Saal in Harreshausen schon öfter gerockt haben.

Eröffnet wurde die Narrenparade von begabten Nachwuchstalenten. Zum einen durch einen Tanz der Mädchen der JSK Rodgau. Die Gruppe Miniloose begeisterte mit einem Gardetanz auf hohem Niveau. Als Yongster in der Bütt unterhielt „Schulbub“ Colin Murmann, der mit dem Fastnachtsgen von Papa Murmann offensichtlich gut ausgestattet ist. Der Bub hat bereits in der vergangenen Saison mit seinen pointenreichen Schul- und Familiengeschichten für Begeisterung in einigen Narrentempeln gesorgt und es mit seinem Talent sogar ins Fernsehen geschafft. Ein bekanntes Gesicht ist das von Christoph Visone, der in seiner Paraderolle als „Dabbesje“ witzelte. Die dritte Büttenrede des Abends lieferte Lutz Murmann als „Ebbertshaiser Settche“ ab. Nur wenige können erfahrungsgemäß mit Wortbeiträgen in der zweiten Halbzeit einer Sitzung bestehen. Murmann kann es.

Bilder: Fastnachtssitzung in Harreshausen

Das Babenhäuser Prinzenpaar der jetzt abgelaufenen Saison gab sich mit seinem Hofstaat, Hofmarschall Roland Keil und CVB-Präsident Klaus Fengel ebenfalls die Ehre und richtete einige närrische Abschiedsworte ans feiernde Volk. Der Bajazz und das Krönchen wurde am Samstagabend in der Reiterschänke an die neuen CVB-Tollitäten übergeben (Bericht folgt). Mit Schunkelrunden bewegte die Zwei-Mann-Band Sunshine Music die Fastnachter im Saal, von denen einige bereits kurz nach Beginn der Sitzung vor Begeisterung auf ihren Stühlen standen. Schmissige Garde- und fantasievolle Showtänze wurden bejubelt. Ihre Beine schwangen die Gruppe Kult vom TSV Langstadt, die Mittlere Garde aus Froschhausen als Vampire, das Lido-Ballett der CVB-Prinzengarde und die CC-Dancers Knallkepp Dudenhofen. Ein Heimspiel, das schon vor Beginn mit Gekreische und Applaus bedacht wurde, war der Auftritt des Harreshäuser Männerballetts Smoking Flamingos, bei denen auch CCH-Chef und Sitzungspräsident Kattner die Hüften kreisen lässt. Seit vier Jahren tanzen sie als Ballett in dieser Formation und sowohl im Petticoat zur Musik aus „Grease“ als auch bei ihrer schrägen Gardetanz-Polka im rosa Tütü machten die neun Tänzer eine gute Figur.

Später entließen die „Eeser“, Max Grychta und Kattner die Gäste mit Live-Gesang in die After-Show-Party, für die neben der Halle ein beheiztes Zelt aufgebaut war. Bis in die Morgenstunden feierten die Fastnachter hier fröhlich weiter, schließlich dauert es jetzt wieder einige Wochen, bis das nächste Fass aufgemacht wird.

Quelle: op-online.de

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