Bürgermeister muss bei Kinder- und Jugendförderung sparen

Ferienspiele werden 2017 teurer

Babenhausen - Sparen, sparen und noch einmal sparen – die vorläufige Haushalts- führung zwingt Bürgermeister Achim Knoke, weitere sogenannte freiwillige Leistungen zu streichen. Jetzt trifft es die städtische Kinder- und Jugendarbeit. Von Norman Körtge 

Die Schwimmbecken-Heizung im Freibad ist seit Wochen abgeschaltet, die städtische Seniorenarbeit bereits zusammengestrichen worden (siehe auch Infokasten). Und nun muss Bürgermeister Achim Knoke (SPD) auch bei der Kinder- und Jugendförderung den Rotstift ansetzen. Der Hintergrund: Nachdem es in der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit für eine Erhöhung der Grundsteuer B gegeben hatte – CDU und Freie Wähler stimmten dagegen –, hat die vorläufige Haushaltsführung weiter Bestand. „Die Verwaltung muss daraus Konsequenzen ziehen, da sie diese Entscheidungen umsetzen muss“, teilt der Rathaus-Chef mit.

Für die Kinder- und Jugendförderung bedeutet dies nun, dass „liebgewonnene und neue Veranstaltungen“ abgesagt und Projekte, die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung unterstützen und fördern sollen, ausgesetzt werden müssen. Als Beispiele führt Knoke an, dass der Besuch einer Jugendgruppe aus der sächsischen Partnerstadt Lichtentanne zum Altstadtfest abgesagt worden ist und für den kommenden Kurs „Skateboardfahren“, der in Kooperation mit der Volkshochschule stattfindet, kein Zuschuss mehr in Höhe von 17,50 Euro gewährt werden kann. Der Kurs kostet nun auch für Babenhäuser Kinder und Jugendliche 67,50 Euro.

Außerdem sind die beiden Veranstaltungen „Internationales Kochstudio“ und der musikalisch-kulturelle Abend „Buntes Babenhausen“ im Jugendzentrum, die ebenfalls in Kooperation mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg im Kontext der „Interkulturellen Wochen des Landkreises DA-DI“ geplant waren, abgesagt. Das erlebnispädagogische Kletterangebot wird ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt. Darüber hinaus kann das „Kommunale Kinderkino“ in der Kernstadt und allen Stadtteilen, welches seit zwei Jahren in Kooperation mit unterschiedlichen Vereinen und Kirchengemeinden betrieben wird, durch die derzeitige Haushaltssituation in der kommenden Saison 2016/17 nicht wie gewohnt bezuschusst werden. Die beliebte Halloweenparty und die „Weihnachtswanderung“ am zweiten Adventswochenende werden in diesem Jahr ebenfalls nicht stattfinden.

Archivbilder

600 Kinder feiern Ende der Ferienspiele

Auch Großprojekte wie die städtischen Ferienspiele können ab 2017 nicht mehr zum gewohnten Preis und mit gleichem Angebot veranstaltet werden. Wie Bürgermeister Knoke ausführt, sind die Ferienspiele jährlich mit rund 43.000 Euro im städtischen Haushalt veranschlagt. Über die Teilnahmegebühren der 240 bis 250 Kinder und Einnahmen beim Ferienspielefest seien im vergangenen Jahr rund 25 600 Euro eingenommen worden. Somit bezuschusste die Stadt die Ferienspiele 2015 mit zirka 17.400 Euro. Durch das Einsparen des Tagesausflugs konnten in diesem Jahr bereits 4 500 Euro eingespart werden.

Die aktuelle Beschlusslage sehe vor, dass die Ferienspiele ab nächstes Jahr nur stattfinden können, wenn sie kostendeckend organisiert werden, erklärt Knoke. Dies könne bei gleichem Angebot nur über höhere Teilnahmegebühren geschehen. Damit dies nicht zum Ausschluss einkommensschwacher Familien führt, können verschiedene Fördermöglichkeiten des Landkreises sowie Zuschüsse über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes beantragt werden. Die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendförderung beraten dazu und geben weitere weiteren Informationen und Tipps.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Archiv: Hiss

Kommentare