Ehrenamtliche Helfer bereiten Notunterkünfte vor

Feuerwehren im Einsatz für Flüchtlinge

Darmstadt-Dieburg/Babenhausen - Sie leisten Erste Hilfe, geben Essen aus, bauen Feldbetten zusammen, transportieren Material, bauen Infrastruktur auf – die Helfer der Feuerwehr, des THW etc. sind im Einsatz für Flüchtlinge.

Der Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Darmstadt-Dieburg verfolgt intensiv die Aktivitäten der Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe. Der tägliche Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen steht dabei im Mittelpunkt der Betrachtungen. Der Kreisfeuerwehrverband (KFV) Darmstadt-Dieburg lobt insbesondere die Kreisjugendfeuerwehr für ihre Tätigkeiten bei der Betreuung der Flüchtlingskinder. „Dieses großartige Engagement ist nicht selbstverständlich und verdient eine besondere Anerkennung“, würdigt KFV-Vorsitzender Ralph Stühling die jungen Brandschützer.

Bereits seit Ende August werden Einsatzkräfte der Stadt Darmstadt durch die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis unterstützt. In personeller als auch materieller Hinsicht leisten dabei die Kreiswehren humanitäre Hilfe. So wurden unter anderem vorhandene Feldbetten und Ausrüstungen kurzerhand zur Verfügung gestellt, Feuerwehrfahrzeuge und Gerätschaften werden unbürokratisch für die logistische Aufgabenbewältigung eingesetzt.

Die Floriansjünger von Babenhausen waren bislang noch nicht im kreisweiten Einsatz für Flüchtlinge. Allerdings haben sie die Babenhäuser Kaserne inspiziert und sich die Bauten angeschaut, in denen die bis zu 1 500 Schutzsuchenden unterkommen sollen. „Wir haben beispielsweise die Gebäudestruktur überprüft und untersucht, was für den Brandschutz noch getan werden muss“, sagte FFW-Pressesprecher Werner Flechsenhar auf Anfrage. In den vergangenen Tagen richteten die Freiwilligen Feuerwehren die beiden Notunterkünfte des Kreises in Weiterstadt und Seeheim-Jugenheim für zunächst 638 Menschen her.

In Weiterstadt stehen zwei Sporthallen zur Verfügung, in Seeheim-Jugenheim wurden die zwei älteren der drei Sporthallen am Schuldorf Bergstraße bereit gemacht. Alle notwendigen Vorbereitungen für einen geordneten Betrieb dieser beiden Einrichtungen wurden durch die Helfer getroffen; sie sind mittlerweile stark belegt. „Dies führt zwangsläufig zu Veränderungen und Einschränkungen im Jahresdienstplan aller Feuerwehren im Kreis. Zahlreiche geplante Fortbildungsveranstaltungen und Übungen mussten bereits abgesagt werden“, so Stühling.

Flüchtlingsrekord auf der Balkanroute

Die Zukunftsprognosen sind derzeit noch ungewiss. Dennoch blickt der Kreisfeuerwehrverband auf die weitere Entwicklung und einen vermutlich langanhaltenden Einsatz in der Flüchtlingshilfe. Der Verband prognostiziert erhebliche Aufwände für zusätzliche finanzielle Mittel. Insbesondere Mittel für die Aufwandsentschädigungen an die Arbeitgeber der ehrenamtlichen Helfer werden in nächster Zeit erforderlich sein. In welchen Umfang die Kommunen als Träger der Feuerwehren hierbei durch das Land Hessen entlastet werden, ist dem Verband derzeit noch vollkommen unklar, so Stühling. Letztendlich dürfen durch die Feuerwehreinsätze zur Flüchtlingshilfe keine wesentlichen Einschränkungen des Dienstbetriebes in den Kreiswehren entstehen.

„Der Einsatz der ehren- und hauptamtlichen Kräfte ist mehr als nur ein öffentlicher Auftrag: Feuerwehren zeigen, was Nachbarschaftshilfe bedeutet“, würdigte unlängst Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, das bundesweite Engagement. (st)

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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