Flüchtlinge in Babenhausen

Kaserne noch lange nicht voll belegt

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Auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne – hier von der Zufahrt Schaafheimer Straße aus gesehen – ist die Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht.

Babenhausen - Seit Ende November haben die ersten Flüchtlinge in der ehemaligen US-Kaserne ein – vorübergehendes – neues Zuhause gefunden. Doch die Kapazitätsgrenze von 1 500 wird vermutlich erst im neuen Jahr erreicht. Von Corinna Hiss 

Zuerst waren es 50, dann auf einen Schlag 200 mehr, die im Schutz der Dunkelheit am 25. November die Mannschaftsunterkünfte der ehemaligen US-Kaserne erreicht haben: Seitdem ist Babenhausen eine von insgesamt acht Außenstellen der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge, kurz HEAE, innerhalb des Regierungspräsidiums Darmstadt. Und auch wenn zu Beginn der Nachricht hier und da Besorgnis unter den Bürgern herrschte – das wurde beispielsweise bei der Infoveranstaltung in der Stadthalle im Oktober deutlich – so haben sich die Wogen allmählich gelegt.

Wurde Ende November vom Regierungspräsidium, dem die Verantwortung für die Unterbringung obliegt, noch über die Ankunft der Flüchtlinge informiert, kamen neue Asylsuchende die vergangenen Tage ohne großes Medienaufgebot. „Momentan leben in der Kaserne bereits 687 Personen“, berichtet Pressesprecher Dieter Ohl auf Anfrage. Sie stammen hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Irak und Iran.

Auch wenn ursprünglich eine Kapazitätsgrenze von 1500 Personen vorgesehen war, ist eine solche Anzahl noch nicht möglich. Das liegt laut Ohl hauptsächlich an den sanitären Einrichtungen, die letztendlich maßgeblich dafür sind, wie viele Flüchtlinge in der Kaserne zu menschenwürdigen Bedingungen untergebracht werden können. „Es fehlen noch einige Anschlüsse, das hat sich verzögert“, sagt Ohl. Das bedeute, dass 850 die aktuelle Obergrenze ist. Da die vorhandenen Boiler verkeimt sind und neue Exemplare dieser Leistungsklasse lange Lieferzeiten haben, ist fließendes Warmwasser nur in den Duschcontainern vorhanden – falls sie denn angeschlossen sind.

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Noch sind also 163 Plätze frei. Das kann sich aber bereits im Laufe dieser Woche ändern. „Wir handeln nach Bedarf“, sagt Ohl, „Das heißt aber auch, dass wir kurzfristig denken und planen müssen.“ Es kann also nie für längere Zeit im Voraus gesagt werden, wann wie viele Flüchtlinge nach Babenhausen kommen. „Erst einmal ist Gießen ihre Station, danach werden sie auf die Außenstellen verteilt“, so der Pressesprecher. Wenn die Container alle angeschlossen sind, könne die Kapazitätsgrenze auf 1 200 erhöht werden, das Maximum von 1 500 sei schließlich mit der Ertüchtigung des Boardinghouses, das für alleinreisende Männer vorgesehen ist, erreicht.

Trotz einiger böser Gerüchte, die in der Stadt kursieren, ist Ohl zufrieden. „Die Aufnahme verläuft nach Plan, mir ist nichts Negatives bekannt“, sagt er. Und auch Bürgermeister Achim Knoke zeigt sich in seiner regelmäßigen Mitteilung vorweihnachtlich gestimmt. „Viel geschieht im Verborgenen und wird doch gesehen“, zitiert Knoke das Matthäus-Evangelium in Anlehnung an die zahlreichen fleißigen Helfer in der Flüchtlingsarbeit.

Flüchtlingsunterkunft in der Kaserne: Bilder

Auch der ASB, der die Betreuung der Asylsuchenden übernommen hat, ist erfreut über die vielen Sachspenden, die bereits an der Kaserne abgegeben wurden. Es werden aber immer noch warme Kleidung und Schuhe sowie Wolldecken benötigt, teilt der ASB mit. Eine Annahme ist mittwochs von 16 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr möglich.

Damit den Ankömmlingen der Start erleichtert wird, suchen die Verantwortlichen weitere Dolmetscher, insbesondere für Persisch und Afghanisch. Sie werden beispielsweise am Medicalpoint benötigt, um die Flüchtlinge über ihre medizinische Versorgung aufzuklären. Wurde die Koordination der Ehrenamtlichen bislang vom Fachbereich Soziales und Familie der Stadt geregelt, übernimmt dies ab sofort der ASB. Helfer können sich telefonisch unter der Nummer 06151/7862071 oder per E-Mail (orga-heaebbh@asb-babenhausen.de) melden.

Quelle: op-online.de

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