Förderverein: Gelder nur durch Mitglieder und Spenden möglich

Neue Kasacks für die Pflegekräfte

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Michaela Blank (Mitte rechts), Vorsitzende des Fördervereins, übergab Pflegedienstleiterin Christine Kolb (Mitte links) einen Stapel Kasacks.

Babenhausen - Täglich leisten die Pflegekräfte der Sozialstation Babenhausen-Schaafheim den Dienst an Senioren. Ihre Arbeit würdigte der Förderverein der Sozialstation jetzt mit einer Spende. Von Corinna Hiss 

Manche bekommen mehrmals täglich Besuch, andere nur ein Mal die Woche: Die Aufgaben, mit denen es die rund 30 Pflegekräfte der Sozialstation Babenhausen-Schaafheim zu tun haben, sind vielfältig und individuell, so wie die Patienten selbst. „Wir versorgen zirka 200 Senioren täglich“, beschrieb Sigrid Sehnert, stellvertretende Leiterin der Sozialstation, am Freitagmittag die momentane Situation. Sie und ihre Mitarbeiter hatten sich zu einem besonderen Anlass zusammengefunden: Wieder einmal überreichte der Förderverein der Sozialstation eine großzügige Spende.

Michaela Blank, Vorsitzende des Fördervereins, ließ sich dabei nicht nehmen, die gute Arbeit des ambulanten Pflegedienstes zu loben. „Ihr seid ein tolles Team, und das sieht man“, sagte sie. Damit der Alltag noch problemloser über die Runden geht, bekam jeder Mitarbeiter vier neue Kasacks – die roten Hemden sind die tägliche Berufsbekleidung der Pflegekräfte und müssen robust und praktisch sein. „Diese haben Taschen und sind sogar leicht tailliert“, freute sich Pflegedienstleiterin Christine Kolb darüber, dass die Spende nicht nur alltagstauglich, sondern auch modisch geschnitten ist.

Von häuslicher Krankenpflege wie Spritzen geben und Verbände wechseln bis zur Hilfe im Haushalt ist bei der Arbeit der Sozialstation alles vertreten. Dazu gehört auch waschen, anziehen oder der Gang zur Toilette. „Wir sind fast ein reines Frauenteam“, erzählte Kolb. „Manche älteren Damen wünschen sich aber auch explizit eine Pflegerin.“ Damit die Mitarbeiter auch in Zukunft ihrer Arbeit aufopferungsvoll und ohne Einschränkungen nachgehen können, steht der Förderverein finanziell zur Seite. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich, auch der Vorstand“, sagte Blank. „Alles Geld, das wir sammeln – sei es durch Beiträge oder durch Spenden – kommt der Sozialstation zugute.“ Dabei steht der 255 Mitglieder umfassende Verein selbst vor einem Problem: Es kommt nicht genug Nachwuchs hinterher.

Gerade dieses Jahr fällt die Bilanz besonders traurig aus. „Wir hatten bereits 14 Sterbefälle in den ersten sechs Monaten“, bedauerte Blank. Da viele Mitglieder bereits über 70 Jahre alt sind, scheint der Blick in die Zukunft nicht weniger optimistisch zu sein. Blank selbst versuchte am Freitag zu verstehen, wieso gerade der Förderverein junge Erwachsene vermisst. „Die Menschen denken dann noch nicht ans Älterwerden, dabei ereilt es uns alle“, sagte sie. Ein weiterer Grund, weshalb einige nicht eintreten wollen: „Sie suchen ihren eigenen Vorteil in einer Mitgliedschaft. Aber der Jahresbeitrag von zwölf Euro kommt nicht dem Einzelnen zugute, sondern der Gemeinschaft.“

Pflegekurse erleichtern die Versorgung der Lieben

Dabei sprach Blank einen wichtigen Punkt an: Dank der Gelder des Fördervereins kann die Sozialstation nach wie vor darauf verzichten, eine Investitionspauschale zu erheben – ein Beitrag, der von den Patienten alleine zu tragen wäre. „Wer den Förderverein unterstützt, der unterstützt die Stadt und letztendlich sich selbst“, beschrieb Blank, denn: „Jeder kann schnell in die Lage kommen, für sich oder Angehörige die Hilfe der Sozialstation zu benötigen.“ An der Gesundheitsmesse während des Altstadtfests ist der Förderverein mit einem Stand vertreten und hofft darauf, seine Arbeit und die der Sozialstation den Babenhäusern näher zu bringen. Denn sollten die Gelder im Verein knapp werden, müssten die Pfleger an Investitionen sparen oder ihre Patienten mehr zur Kasse bitten – und das will schließlich keiner. Dazu ein Angemerkt

Quelle: op-online.de

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