Freifunk-Initiative sorgt für Zugang auf Kasernengelände und in Altstadt

Freies WLAN dank Flüchtlingen

Auf der Internetseite darmstadt.freifunk.net gibt es eine Übersichtskarte. Dieser Ausschnitt zeigt die Altstadt von Babenhausen (links oben) und das Kasernengelände mit der Flüchtlingsunterkunft (rechts unten). Die großen blauen Punkte bedeuten „Knoten ist online“, die großen roten „Knoten ist offline“. Die kleinen pinkfarbenen Punkte sind eingeloggte Smartphones. - Screenshot: darmstadt.freifunk.net

Babenhausen - Mit relativ wenig Aufwand und Kosten ist es einer privaten Initiative um Bürgermeister Joachim Knoke gelungen, frei zugängliches Internet in weiten Teilen der Altstadt und in der Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung zu stellen. Von Norman Körtge 

Trotz leerer Stadtkassen und vorläufiger Haushaltsführung profitieren Besucher der Babenhäuser Altstadt von einem ganz besonderen Service – einem mobilen Internetzugang über ein frei verfügbares WLAN-Netz. Zu verdanken haben es Smartphone- und Tablet-Nutzer ausgerechnet den auf dem ehemaligen Kasernengelände in der Hessischen Erstaufnahme- Einrichtung (HEAE) untergebrachten Flüchtlingen, wie Bürgermeister Joachim Knoke auf Anfrage berichtet. Denn als dort immer mehr Asylsuchende Unterschlupf fanden, stieß die LTE-Zelle (Internet für das Mobilfunknetz) am östlichen Eingang Babenhausen an ihre Kapazitätsgrenzen. Aufgrund der hohen Anzahl an Nutzern sei am Bahnhof dieses schnelle mobile Internet kaum mehr verfügbar gewesen, sagt Knoke.

Eigentlich sei es geboten gewesen, den seinerzeit Hunderten von Flüchtlingen ein eigenes WLAN-Netz zur Verfügung zu stellen, so der Rathaus-Chef. Zumal das Regierungspräsidium den Zugang zu Kommunikationsmitteln für Asylsuchende als wichtig ansieht. Geld gibt es dafür allerdings nicht. So knüpfte Knoke Anfang des Jahres Kontakt zur Freifunk-Initiative in Darmstadt und ließ sich beraten. Als internetaffine Privatperson, wie er betont. Zusammen mit weiteren Mitstreitern, unterstützt vom Gewerbeverein sowie mehreren Einzelhändlern und Gastronomen, entstand die Idee, diese Technik nicht nur in der Flüchtlingsunterkunft einzusetzen, sondern auch zur „Steigerung der Attraktivität“ der Innenstadt.

Flüchtlingsunterkunft in der Kaserne: Bilder

Mittlerweile bilden bis zu 36 Router den „Freifunk Babenhausen“ und decken damit fast die komplette Bummelgass’ (Fahrstraße) und die Platanenallee bis hin zum Bahnhof ab. Am letzten Öffnungstag des Schwimmbades Anfang September war auch dort erstmals WLAN frei verfügbar, berichtet Knoke.

Er freut sich vor allem, dass die Babenhäuser Freifunker „mit so viel Herzblut und Enthusiasmus“ dabei sind und die Zahl stetig steigt. Knoke selbst hat in seiner Freizeit mitgeholfen die preisgünstigen Router in der HEAE zu installieren. Seit dem die Flüchtlinge dort das WLAN nutzen können, habe dies nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch den „sozialen Frieden“ gestärkt.

Quelle: op-online.de

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