Letzte Ruhe wird teuer

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Die Gebühren für Bestattungen in Babenhausen werden gegen die Stimmen der CDU deutlich erhöht. Der Tod ist nicht umsonst: Die Friedhofsgebühren in Babenhausen werden zum Jahreswechsel deutlich ansteigen.

Babenhausen - Das neue Jahr beginnt für Babenhausens Bürger mit vielen Hiobsbotschaften. Bei der Haushaltseinbringung hatte Bürgermeisterin Gabi Coutandin bereits anstehende Gebührenanhebungen angekündigt, um die Schulden in der defizitären Stadtschatulle abzubauenVon Ursula Friedrich 

Die Anhebung der Friedhofsgebühren ist nun bereits beschlossene Sache. Gegen den Widerstand der CDU-Fraktion brachte das Stadtparlament die Gebührenanhebung auf den Weg, die seit Jahresbeginn gültig ist. Die Beisetzung auf dem städtischen Friedhof sowie den fünf Friedhöfen der jeweiligen Stadtteile wird spürbar teurer. So steigt der Preis eines Reihengrabs (ab dem 5. Lebensjahr) von 848 auf 1130 Euro. Die Kosten eines Wiesengrabs klettern von 1424 auf 1899 Euro und ein Urnenreihengrab schlägt mit 923 Euro zu Buche (vorher 692 Euro).

Mit ihrem Einwand, die alten Gebühren zu belassen, erlitt die Unionsfraktion in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments einen Schiffbruch. „Die neu errechneten Gebühren wären eine erhebliche Verteuerung“, argumentierte Friedel Sahm (CDU), „das belastet die Bürger zu stark, zumal weitere Gebühren- und Steuererhöhungen auf die Menschen zukommen.“ „Ein schmerzlicher Schritt“, stimmte Hans-Jürgen Lohde (SPD) zu - doch „alternativlos“. Die Kommunalaufsicht des Landkreises Darmstadt-Dieburg hatte bereits bei der Genehmigung des Babenhäuser Haushalts kostendeckende Gebühren angemahnt.

Der Hintergrund: Das Bestattungswesen ist aus der Verwaltung in den städtischen Eigenbetrieb „Kommunale Dienstleitungen“ ausgegliedert. In der Gesprenzstadt hatte man bislang 15 Prozent des Grünflächenanteils der Friedhöfe geschultert (28.576 Euro, ohne die Kosten für Friedhofshallen) - ein zulässiges Verfahren. Von den verbliebenen Kosten waren jedoch ein weiteres Mal 15 Prozent Grünflächenanteil vom Eigenbetrieb gezahlt worden - unzulässig, wie die Kommunalaufsicht anprangerte. „Wir haben die 15 Prozent doppelt abgezogen“, führte Gabi Coutandin aus.

Die ursprünglich für 2016 anvisierte Gebührenanhebung war mit der Kommunalaufsicht nicht zu machen. Nun wird es bereits ab sofort teurer. Und damit schließt sich der Kreis. Coutandin, die vor kurzem eine Resolution wegen der rigorosen Sparanweisungen des Landes an die Hessischen Kommunen verfasste, und das Papier, unterstützt von der Mehrheit des Stadtparlaments, nach Wiesbaden sendete (wir berichteten), zog Resümee. Die harte Gangart der Hessischen Landesregierung würde über die „Zwischenbehörde Kommunalaufsicht“ eins zu eins an die Kommunen weitergegeben. Auf Babenhausens Bürger kommen teure Zeiten zu - und der neue SPD-Bürgermeister Joachim Knoke fällt hier nicht ins gemachte Nest. Das künftige Stadtoberhaupt hatte bereits eine Bürgerversammlung angekündigt, um die Menschen seiner Stadt wegen des unausweichlichen Sparkurses mit ins Boot zu holen.

Quelle: op-online.de

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