„Kein Vertrauen in Vorgehensweise“

Fusionsplan von Germania und SVS hat nicht nur Freunde

+
Kritisieren die Fusionspläne ihres Vereins mit dem SV Sickenhofen: die Germania-Mitglieder und ehemaligen Vorständler Toni Coppolecchia (l.), Tina Hennigs und Hans-Jürgen Hennigs.

Babenhausen - Der SV Germania Babenhausen und der SV Sickenhofen arbeiten seit Monaten intensiv daran, über die Auflösung der beiden bisherigen Vereine und die Gründung eines gemeinsamen neuen Vereins zu fusionieren und ab Sommer in allen Bereichen zusammenzugehen. Von Jens Dörr 

Allerdings haben die Pläne für eine Verschmelzung nicht nur Freunde. Im derzeitigen Geschäftsführenden Vorstand der Germania ist das Trio nicht mehr vertreten, macht sich aber dennoch seine Gedanken um die Zukunft des Vereins und des Fußballs in der Kernstadt: Hans-Jürgen Hennigs, Tina Hennigs und Toni Coppolecchia. Hans-Jürgen Hennigs ist Ehrenvorsitzender des SV Germania, arbeitete etliche Jahre lang an vorderster Front der Babenhäuser mit. Seine Frau Tina fungierte bis vor einiger Zeit als Rechnerin. Coppolecchia war Zweiter Vorsitzender. Einerseits kritisieren die drei verdienstvollen Germania-Mitglieder „die Art und Weise, wie die Fusion ohne vorgelegte Verträge geschieht“. Damit spielen sie darauf an, dass die Vorsitzenden Normann Pachl (SV Germania) und Willi Frank (SVS) mit Vorstandsbeschluss vom 8. Januar und nach Beantragung durch die Unterschriften von 43 Mitgliedern für den 26. Januar zu einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen haben – und in der Einladung (neben Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit) lediglich der Tagesordnungspunkt „Abstimmung über die Auflösung des SV 1912 Babenhausen und Löschung des Vereins aus dem Vereinsregister“ aufgeführt sei.

Lesen Sie dazu auch:

Germania und SVS sehen Zukunft nur in gemeinsamem Verein

Entgegen den beiden Vereinsvorständen sind das Ehepaar Hennigs und Coppolecchia der Auffassung, es fehle in der Einladung an die Mitglieder der Ausblick, „wie es mit dem neuen Verein weitergeht“. Man hätte sich etwa gewünscht, dass der Einladung ein Verschmelzungsvertrag beigelegt worden wäre. Auch hätte man vorab als Anlage gern Schwarz auf Weiß gesehen, dass der Hessische Fußball-Verband zugesagt habe, dass die Mannschaften auch unter dem Dach eines neuen Vereins in ihren bisherigen Spielklassen weitermachen dürften. „Stattdessen stellt uns der Vorstand vor vollendete Tatsachen. Wir haben kein Vertrauen in die Vorgehensweise.“ Der Infoabend im Herbst 2015 in der Stadthalle sei zu wenig gewesen. Man hätte sich anschließend eine weitere Versammlung der Germania-Mitglieder gewünscht, ehe es zur nun angesetzten außerordentlichen Mitgliederversammlung kommen werde.

Inhaltlich stellte Coppolecchia heraus, es spreche „grundsätzlich gar nichts gegen eine Zusammenarbeit mit anderen Vereinen“. Seine Befürchtung sei aber, dass mit einem neuen gemeinsamen Verein alle sportlichen Aktivitäten – also nicht nur der Aktiven-, sondern auch der Jugend-Fußball – auf das als attraktiver eingestufte Vereinsgelände in Sickenhofen verlagert würden. „Es wäre ein Unding, wenn es dann keine Möglichkeit mehr geben würde, in der Kernstadt Fußball zu spielen.“ Man glaube auch nicht daran, dass sich ein in Sickenhofen perspektivisch angestrebtes drittes Spielfeld realisieren lasse. „Meine Meinung lautet: Man will der Kernstadt den Fußball entziehen und ihn aufs Dorf bringen.“

Germania gewinnt Derby gegen Sickenhofen

Hans-Jürgen Hennigs äußert hinsichtlich der momentanen Debatte mit den Abstimmungen in Babenhausen (26. Januar) und Sickenhofen (2. Februar) überdies die Befürchtung, die Auflösung der beiden Vereine und die Gründung eines neuen Vereins würden viele bisherige Mitglieder nicht mitmachen, und es käme so zu einem Mitgliederschwund. „Ich möchte auch deshalb vermeiden, dass treue Mitglieder der Auflösung zustimmen.“ Coppolecchia glaubt: „Bei einer Fusion fliegen locker 100 Mitglieder weg.“

Sollte die Fusion scheitern und der bisherige Germania-Vorstand dann gegebenenfalls nicht mehr für die weitere ehrenamtliche Arbeit an der Front zur Verfügung stehen, würde man den Verein nicht kopflos dastehen lassen, versprechen Hans-Jürgen Hennigs, Tina Hennigs und Toni Coppolecchia: Dann werde man selbst für einen Notvorstand zur Verfügung stehen.

Quelle: op-online.de

Kommentare