SV Germania und SV Sickenhofen planen Fusion

Neuer Verein noch im Dezember

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150 Zuhörer lauschten den Ausführungen in der Stadthalle.

Babenhausen - In den kommenden Wochen stellen zwei Traditionsclubs und vor allem die Mitglieder beider Sportvereine die Weichen endgültig auf Fusion. Von Jens Dörr 

Für den SV Germania Babenhausen und den SV Sickenhofen wird es ein bewegtes Restjahr mit Außerordentlichen Mitgliederversammlungen im November und der Veranstaltung zur Neugründung eines gemeinsamen Vereins im Dezember. Diesen Weg skizzierten die Verantwortlichen beider Vereine auf einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend in der Stadthalle.

In Helmut Klaus führte ein Mitglied des SV Germania durch den Abend. Er präsentierte vor 150 Besuchern zunächst kurz einige Kennzahlen zu beiden Vereinen, ging dann auf die Ziele des Fusionsplans ein sowie auf dessen weiterer Umsetzung.

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Klaus gab bekannt, dass der SV Germania inzwischen noch 274 Mitglieder habe. Beim SV Sickenhofen seien es 224. Beide Vereine wiesen eine Bilanzsumme in Höhe von jeweils etwa 90.000 Euro auf. Der SV Germania stütze sich auf der Einnahmenseite neben Mitgliedsbeiträgen, Zuschüssen und sonstigen Einnahmen auf derzeit 50 Gönner und Sponsoren. Beim SVS seien es derer 44.

Mit der Fusion verfolge man mehrere Ziele: Klaus führte zunächst die Erhöhung der Mitgliederzahl durch die Zusammenführung der beiden Vereine ins Feld. Zudem wolle man im Fußball-Nachwuchsbereich künftig wieder alle Altersklassen besetzen. Erste Jugendspielgemeinschaften sind bereits am Ball und Vorbote des Kommenden. Ziel sei es auch, dass alle Jugendtrainer ihre Tätigkeit mit einer entsprechenden Lizenz durchführen. Sie könnten in einer Art gemeinsamen Leistungszentrum wirken. Der Übergang von den Junioren zu den Senioren soll forciert und dadurch erleichtert werden, das man als gemeinsamer Verein künftig drei Männerteams haben wolle. Sie würden nach jetzigem Stand in der Gruppenliga, der B-Liga und der D-Liga spielen. Gegen Aufstiege – nicht unmöglich etwa bei der ersten Mannschaft – werde man sich nicht wehren, merkte Klaus an. Seitens des Verbands, der unter anderem durch Kreis-Fußballwart Heinz Zulauf und die Klassenleiter vertreten war, habe man die Zusage, dass alle aktiven Mannschaften auch in einem neu gegründeten Verein in jener Klasse antreten dürften, in der sie aktuell spielen. Wird ein Verein sozusagen aus dem „Nichts“ heraus neu gegründet, müssen seine Mannschaften normalerweise in den untersten Klassen den Spielbetrieb aufnehmen. In Babenhausen und Sickenhofen würde allerdings nur formal ein neuer Verein entstehen – Akteure und Spielstätten blieben dieselben wie bisher.

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Als weitere Ziele der Fusion nannte Klaus die Verbesserung der Einnahmen. Dies könne auch gelingen, weil man durch den gemeinsamen Auftritt sportlich erfolgreicher und damit attraktiver für Sponsoren – beispielsweise mit Blick auf Bandenwerbung – werden könnte. Den Plätzen am Ostheimer Hang in Babenhausen sowie in Sickenhofen könnten mehr Ruhezeiten als bislang genehmigt werden. Zunächst sollen die Aktiven sowie die Großfeldteams der Junioren in Sickenhofen spielen und die Kleinfeldteams am Ostheimer Hang, wo auch der Schulsport verbleibe. Die „Herbstturniere“ am 24. und 25. Oktober dieses Jahres finden bereits erstmals beim SV Sickenhofen statt; bislang wurden sie auf dem städtischen, von der Germania gepachteten Areal am Ostheimer Hang ausgetragen.

Bis zur Saison 2018/19 wolle man in Sickenhofen westlich des aktuellen Geländes einen dritten Platz realisieren und ab dann alle Mannschaften an der B 26 spielen und trainieren lassen. Die Altherren-Teams würden zusammengeführt, das Schiedsrichtersoll lasse sich gemeinsam leichter erfüllen und die Sickenhöfer Tischtennis-Abteilung bleibe im neuen Verein bestehen. Was Klaus nicht explizit ansprach, aber ein sehr wichtiger Punkt für die Fusion ist: Die Arbeit in bisher zwei Vorständen würde in einem Vorstand zusammengefasst. Mit den relativ wenigen Menschen, die derlei Arbeit in beiden Vereinen derzeit zu leisten bereit sind, käme man wieder besser hin.

Die nächsten Schritte sind Außerordentliche Mitgliederversammlungen in beiden Vereinen. Sie sollen noch im November stattfinden. Dort soll die Auflösung beider Vereine auf Mitgliederversammlungen im kommenden Jahr in die Wege geleitet werden. Zudem bereiten die Verantwortlichen von Germania und SVS mittels anwaltlicher Hilfe ein Schriftstück vor, mit dem den bisherigen Mitgliedern der Übertritt in den neuen Verein leicht gemacht werden soll. Der neue Verein soll bereits im Dezember dieses Jahres gegründet und seine Teams bis zum 30. April 2016 beim Hessischen Fußball-Verband angemeldet werden. Ab dem 1. Juli 2016 würden die Teams dann unter dem noch zu findenden Namen des neuen Vereins im Spielbetrieb auftreten. Im zweiten Quartal 2016 würden außerdem letztmals Versammlungen des SV Germania Babenhausen und des SV Sickenhofen stattfinden, Stichtags-Bilanz und Entlastung der Vorstände inklusive.

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Quelle: op-online.de

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