Krise beim Fußball-Verein

Germania vertagt sich auf Ende Mai

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Begrüßung auf dem Sportplatz: Germania-Rechner Christian Hockemeyer gibt Jugendleiter Klaus Ankenbrand die Hand. Links daneben steht Vorsitzender Normann Pachl. Aus diesem Trio ist derzeit nur noch Hockemeyer im Amt. Ankenbrand übt sein Ehrenamt noch kommissarisch bis Saisonende aus.

Babenhausen - Dem SV Germania ist es auch im zweiten Anlauf nicht gelungen, die derzeit vakanten Posten des Ersten und Zweiten Vorsitzenden, des Geschäftsführers, des Sportlichen Leiters und des Jugendleiters neu zu besetzen. Von Jens Dörr

In einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung entlasteten die rund 30 Anwesenden am Dienstagabend im „Germania-Treff“ zumindest Rechner Christian Hockemeyer. Zudem gibt es Hoffnungszeichen, dass sich demnächst doch noch ein neuer Vorstand bilden könnte. Vier Wochen zuvor waren Mitte März bei der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung unter anderem der langjährige Vorsitzende Normann Pachl und Geschäftsführerin Sabine Frank, aber auch Sportleiter Michael Partsch und Jugendleiter Klaus Ankenbrand (die beide noch bis zum offiziellen Saisonende am 30. Juni kommissarisch tätig sind) von ihren Ämtern zurückgetreten. Grund war die gescheiterte Fusion mit dem SV Sickenhofen. Auf Seiten der Germania hatte sich eine Gruppe insbesondere um den einstigen Zweiten Vorsitzenden Toni Coppoleccia und den Ehrenvorsitzenden Jürgen Hennings wiederholt gegen die Pläne von Pachl, Hockemeyer und Co. ausgesprochen und der damalige Vorstand zu viel Gegenwind verspürt, um die Liquidierung des alten sowie die Gründung eines neuen Verein voranzutreiben.

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Weil sich im März keine Nachfolger gefunden hatten und von den bisher treibenden Kräften einzig Hockemeyer im Amt blieb, kam es zur Versammlung am Dienstagabend. Dort verbuchte Hockemeyer zunächst einen Erfolg: Die erneute Prüfung der Kasse wurde tags zuvor von Manfred Mahr vorgenommen, der den Mitgliedern die Entlastung des Rechners vorschlug. Dies wurde bei wenigen Enthaltungen ohne Gegenstimme getan. In Coppoleccia hatte der zweite Kassenprüfer am Montagabend aus Zeitgründen nicht mit Hockemeyer zusammengesessen.

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Coppoleccias Name fiel bei der anschließenden Nachwahl der Vorstandsmitglieder erneut – er wurde wie Tina Hennings, Frau des Ehrenvorsitzenden, für ein Amt vorgeschlagen. Beide lehnten zunächst ab, signalisierten im Austausch nach den erfolglosen Nachwahlen aber, ein Ehrenamt in vorderster Germania-Front nicht kategorisch auszuschließen. Der Gruppe um Coppoleccia war aber offenbar der zeitliche Abstand zwischen den Versammlungen im März und jener am Dienstag zu gering, um bereits nun ins Rennen zu gehen. Zudem bestehen offenbar noch weitere Fragen zur finanziellen Zukunft des Vereins. Unter anderem sie soll in Gesprächen zwischen dem alten Vorstand und potenziellen neuen Vorstandsmitgliedern (am Dienstagabend signalisierten zwei weitere Personen ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit an der Spitze) thematisiert werden. Die sich – höflich formuliert – ziemlich kritisch gegenüberstehenden Parteien könnten sich in Kürze also wieder ein wenig annähern, ohne dass Mitglieder beider Gruppen noch einmal gemeinsam ein Vorstandsteam bilden dürften.

Demnächst liegt es dann in den Händen des Ehrenvorsitzenden Jürgen Hennings, eine weitere Versammlung – womöglich für Ende Mai – einzuberufen. Dann dürfte letztmals die Chance bestehen, der fremden Führung des Vereins durch das Amtsgericht von der Schippe zu springen.

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Quelle: op-online.de

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