„Spielplatzprojekt“ der Kinder- und Jugendförderung

Gruselige Flüsterpost zu Halloween

Babenhausen - Mumien- wickeln mit Klopapier, Horror-Stopp-Tanz und Cracker in Käferoptik – die Kinder- und Jugendförderung feierte Halloween im Sophie-Kehl-Haus. Von Michael Just 

Zur Halloween-Party hatte die Kinder- und Jugendförderung ins Sophie-Kehl-Haus eingeladen . Wer wollte, konnte sich Schminken lassen.

„Kann ich eine Fledermaus auf die Stirn kriegen? Und können dazu noch Zähne aus dem Mund gucken?“, fragt die siebenjährige Nele im Sophie-Kehl-Haus. Die Grundschülerin will, wie in diesen Tagen üblich, eine möglichst schaurige Halloween-Maskerade bekommen. Für das Betreuerteam sind die Wünsche kein Problem: „Wir haben ja unseren großen Schminkkoffer dabei. Dafür habe ich früher mal Architektur studiert“, erklärt Petra Sieg und schmunzelt. Sie will damit sagen, dass sie zeichnen kann. Der Koffer mit den vielen Gesichtsfarben und Puderdöschen, der sonst an Fastnacht, beim Theaterspielen oder regelmäßig beim Kinderschminken gefragt ist, kam diesmal bei der Halloween-Party der städtischen Kinder- und Jugendförderung (JuFö) zum Einsatz. Wie die Veranstaltung zeigte, scheint die Kinder- und Jugendarbeit allerorts nicht mehr an dem Gruselevent aus Amerika vorbeizukommen. „Wir haben sonst stets eine Halloween-Party bei uns im JUZ in Babenhausen. Diesmal sind wir aber auf unsere Außenstelle ausgewichen, um den Kindern im Erloch etwas zu bieten“, erläuterte Sieg. Die zweistündige Party wurde dabei in das sogenannte Spielplatzprojekt integriert. Das findet monatlich einmal statt und soll den Kindern im verdichteten Wohnquartier „Im Erloch“ Spiel, Spaß und Unterhaltung an den Rand der Stadt bringen.

Mit ihrer Kollegin Monika Varga hatte Sieg für die Kinder zwischen sechs und 14 Jahren diverse Spiele vorbereitet, darunter „Halloween-Stille-Post“. Hier werden statt normaler Nachrichten Grusel-News geflüstert. Mumienwickeln mit Klopapier oder ein Horror-Stopp-Tanz, der an die Reise nach Jerusalem angelehnt ist, gehörte ebenfalls dazu. Zur Stärkung gab es Schaumküsse, Muffins und Cracker in Käferoptik. Die dazugereichte Bowle sah natürlich alles andere als appetitlich und einladend aus.

Die JuFö-Mitarbeiterinnen haben für das Spielplatzprojekt grundsätzlich mehrere Dutzend Spiele inpetto. Was am Ende gespielt wird, hängt davon ab, wie alt die Schüler sind, die vor Ort sind. Neben dem Alter schwankt auch die Zahl der Interessenten, so dass genaue Planungen stets nur schwer möglich sind. In der Vergangenheit zog das offen gehaltene Angebot schon 40 Kinder, manchmal auch nur mehr als eine Handvoll, an. Zur Halloween-Party waren es rund 20.

Casting für die Halloween-Nights auf der Thomashütte

Grusel-Kostüme waren erwünscht, eine Bemalung konnte vom Betreuerteam „nachgereicht“ werden. Dass eine ausdrucksstarke Farboptik gar nicht so kompliziert ist, demonstrierte Sieg bei einigen Kids mit reichlich Hellgrün im Gesicht. Auf diese Weise verwandelten sie sich in Shrek, den sympathischen und tollkühnen Helden aus dem gleichnamigen Animationsfilm. Doch nur ein Teil der jungen Gäste wollte putzig-gruselig aussehen: Der elfjährige Luciano kam mit einer Maske und hatte nichts dagegen, wenn es die Betrachter bei seinem Anblick wirklich schaudert. Nach Meinung des Schülers erinnere die Maske an den Gruselfilm „The Boy“, den er schon gesehen habe. Da der Film ab zwölf Jahren freigegeben ist, scheinen sich die Horrorszenen darin aber noch in Grenzen zu halten.

Wie die Party an einigen Aussagen aufzeigte, finden derzeit beachtlich viele Jungs Gefallen an den Horror-Clowns, die die letzten Tagen als zweifelhafte Erschrecker die Nachrichten bestimmten. „Ich würde zu Halloween gerne mal einen solchen Clown spielen oder einem begegnen“, äußerte der zwölfjährige Kevin. Der Schüler scheint in diesem Punkt völlig angstfrei. JuFö-Betreuerin Monika Varga betrachtet die Horror-Clowns dagegen skeptisch: „Von vier Kindern aus Harpertshausen hatten wir die Ankündigung, dass sie mit dem Bus zur Party kommen wollten. Daraus wurde dann aber nichts, da sie Angst hatten, unterwegs Horror-Clowns zu begegnen.“

Quelle: op-online.de

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