Hannoveranerhengst legt Prüfung ab

Caracas zeigt Nervenstärke

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Sind nach intensiver Aus- und Fortbildung auf den Erlenwiesenhof zurück gekehrt: Jan Weber und Tophengst Caracas.

Hergershausen - Caracas, der edle Braune, residiert ob seiner vielen Erfolge nun im Hengststall des Weberhofs – dort wird der große Vierbeiner weiter ausgebildet. Er gilt als einer der Hoffnungsträger unter den hannoveranischen Sportpferden. Von Ursula Friedrich

„Überall zehn Punkte“, strahlend hält Knut Weber das Zeugnis mit den Bestnoten in den Händen. Das tolle Diplom ist kein Abschlusszeugnis der drei Jungs des Weberhofs bei Hergershausen. Diesmal hat Junghengst Caracas den Stolz des Züchters Knut Weber ganz für sich. Der sechsjährige Hannoveranerhengst hat sprichwörtlich im Flug die hohe Hürde genommen, um Karriere als gekörter Zuchthengst zu machen. Den 70-Tagestest, den Caracas im niedersächsischen Landgestüt Celle absolviert hat, hat der edle Braune mit Bravour bestanden.

Dort, im Herzen der niedersächsischen Sportpferdezucht der beliebten Hannoveranerpferde, musste Caracas sich in allen Disziplinen bewähren, die seine Rasse weltweit so populär macht (derzeit gibt es international rund 17.000 Zuchtstuten und 530 Hengste). Dressur- und Springqualitäten, Charakter und Nervenstärke, Tests im Gelände und beim Freispringen hat das Tier mit Höchstnoten gemeistert. Nun, zu Hause im Stall Weber, lässt er es sich derart schmecken, dass Knut Weber um seine Figur fürchtet.

Der Hergershäuser Pferdemann, der mit Ehefrau Gisela Ausbildungsstall und Deckstation leitet, entdeckte Caracas als Zweijährigen bei einer Züchterin. Gemeinsam mit Melanie Deckenbach, die einen Zucht- und Reitbetrieb in Obertshausen hat, wurde Caracas gekauft, behutsam angeritten und vom Verband auf Zuchttauglichkeit geprüft.

Nach zahlreichen Turniererfolgen in Jungpferdeprüfungen (Springen) holte er sich im Leistungsprüfungszentrum für Hengste nun die Lizenz zum Decken auf Lebenszeit. Das ist angesichts strenger Zucht- und Leistungskriterien des Verbands eine Karriere, die jährlich nur rund drei Prozent der vorgestellten Junghengste gelingt. Diese strengen Auswahlkriterien haben dafür gesorgt, dass die seit dem 15. Jahrhundert gezüchteten Hannoveranerpferde, aufgrund ihrer charakterlichen Einstellung und ihres leistungsstarken Exterieurs mit ihren Reitern in Dressur, Springen und Vielseitigkeit Welterfolge feiern.

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Caracas, der väterlicherseits von Charillan und der Cranachtochter Chanell stammt, residiert nun als einer von sechs Artgenossen im Allerheiligsten der Webers, dem Hengststall. Hier wird er von Jan Weber (25) gepflegt und weiter ausgebildet. Auch der junge Mann hat eine intensive Ausbildung hinter sich. Nach der Lehre zum Pferdewirt beim deutschen Olympiakomitee für Reiterei sammelte er in verschiedenen Profiställen Erfahrung als Bereiter. Zurück in Hergershausen, übernimmt er einen Teilbereich des Erlenwiesenhofs. Hier wird pferdebegeisterten Kindern und Jugendlichen das Einmaleins des Reitens vermittelt.

Zehn Nachwuchstalente erfahren in einer Turniergruppe eine besondere Förderung. Ein weiteres Standbein sind Beritt und Ausbildung junger Pferde. Für Caracas ist es künftig keineswegs damit getan, die Pferdewelt lediglich mit guten Nachkommen zu bereichern. In der kommenden Turniersaison soll er selbst seine Qualität als Sportler beweisen. Seine Gene wird er unterdessen in ganz Deutschland und darüber hinaus vererben. Bis zu 300 Nachkommen erzeugen Spitzenbeschäler im Jahr – ein Level, dass auch der Youngster unter den Hoffnungsträgern hannoveranischer Sportpferde anvisieren kann.

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Quelle: op-online.de

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