Ein Tier ist deutlich kleiner

Harpertshäuser Störche haben doch Nachwuchs: Zwei Junge im Nest

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Wer genau hinschaut oder ein Teleobjektiv mit hoher Brennweite hat, kann die beiden Jungtiere im Nest sehen.

Harpertshausen - Die zwei toten Storchenjungen in Harpertshausen haben die Menschen im kleinen Stadtteil bewegt und die Frage aufgeworfen, ob und falls ja, wie viel Nachwuchs es noch gibt. Die letzten Tage brachten Aufklärung. Von Michael Just und Stefan Scharkopf 

Mit Fotoapparaten bewaffnet, machten sich einige Harpertshäuser auf zur Kirche, auf deren Dach die Störche brüten und beobachteten die Szenerie. Unter ihnen war auch Anja Kratz. Sie erbrachte den Fotobeweis: Auf ihrem Bild sind zwei Junge zu erkennen, das heißt, sogar noch ein Tier mehr als bisher vermutet. Damit zählte das Gelege im Frühjahr vier hungrige Schnäbel.Wie die Harpertshäuserin mitteilte, sei eines der Storchenkinder aber größer als das andere und seiner Entwicklung deutlich voraus. Mit diesem Zustand geht für sie die Sorge einher, ob sich das Geschwisterchen beim Kampf um das Futter behaupten kann.

Zum Tod der beiden anderen Jungstörche (OP vom 4. Juni) wird derzeit vermutet, dass auch das trockene Wetter der letzten Wochen einen Anteil haben könnte. Wie berichtet, wurden gleich zwei tote Jungstörche auf dem Gehsteig neben der Kirche gefunden. Befürchtet wurde nun, dass es erneut keinen Bruterfolg geben würde. Im vergangenen Jahr nahmen die imposanten Stelzvögel das Nest nicht an, 2013 dürfte vermutlich die nasskalte Witterung am Tod der Jungtiere Schuld gewesen sein. Sie starben, bevor sie flügge wurden.

Naturschutzbund beringt Störche

Der Groß-Umstädter Vogelschützer Klaus Hillerich, der die Tiere in der Umgebung auch beringt, untersuchte jetzt einen der toten Jungvögel. Wie er auf Anfrage sagte, habe sich im Magen des Tieres ein Speiballen befunden, groß wie eine Kinderfaust. Sehr wahrscheinlich ist der Vogel daran gestorben. Auffällig: In dem Ballen hat Hillerich Gras, Heu und kleine Wurzeln ausgemacht, aber keine Chitin-Teile, die von Käfern stammen. Das könnte auf mangelndes Nahrungsangebot hindeuten. Auch der Groß-Umstädter, der öfter in Harpertshausen vorbei schaut, hat beobachtet, dass ein Jungvogel deutlich kleiner ist als das Geschwistertier. Mit ihm hoffen jetzt die Harpertshäuser Naturfreunde darauf, dass auch dieses Exemplar durchkommt und die beiden verbliebenen Langschnäbler zu stolzen Störchen heranwachsen.

Quelle: op-online.de

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