Treffpunkt zum Feiern und Ausruhen

Harpertshäuser weihen den neugestalteten Kirchplatz ein

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Der neugestaltete Kirchplatz ist ein schmucker Treff geworden. Wer will, kann sich auch Schachfiguren ausleihen.

Harpertshausen - Aus einem wenig attraktiven provisorischen Parkplatz wurde nach drei Jahren Bauzeit ein schmucker Treffpunkt für die Bürger. Von Stefan Scharkopf 

Eine Partie Schach, ein kurzer Gang an allerlei bunten Sträuchern vorbei oder einfach nur auf einer Bank Platz nehmen, die Seele baumeln lassen und die Stille genießen – lediglich beäugt vom Storch, der mit seinen zwei Jungen auf dem benachbarten Gotteshaus thront. All´ das ist möglich im kleinsten Stadtteil Babenhausens. Die Harpertshäuser können sich freuen. Sie haben einen attraktiven Kirchplatz, nichts erinnert mehr an die frühere Nutzung. Der Abstellplatz für Autos ist einer Begegnungsstätte gewichen, wurde zu einem Ort zum Verweilen und Feiern. Jetzt stand die Einweihung des etwa 350 Quadratmeter großen Areals an. Ortsvorsteher Kurt Kratz lobte alle Beteiligten, die am Umbau mitgewirkt haben, seien es Sponsoren oder engagierte Bürger: „Das ist eine respektable Leistung, und es ist ein echter Hingucker geworden.“ Viele Bürger hätten daran Anteil, nicht zuletzt Nachbarn, die die Stromversorgung sicherstellten und Wasser für die Anpflanzungen lieferten.

Neben Kratz waren es Dr. Martina Seuß, Gerda Oswald und Petra Krämer, die besonders eifrig zur Sache gingen. Auf dem Platz stand einst ein Hirtenhaus, das immer mehr verfiel, zwei Brände taten ihr übriges. So entschied der Ortsbeirat 2008, wie Martina Seuß erläuterte, das Grundstück zu kaufen und das Haus abzureißen. Fortan diente es als Parkplatz. „Das war allerdings nicht gerade ortsbildprägend“, sagte Stadtplanerin Seuß, „so kam die Idee einer Parkanlage auf. Zu beachten war, dass das Grundstück recht lang gezogen ist.“ Nach diversen Umplanungen entstand eine Dreiteilung mit Gartenschach, Brunnenbereich und Park – alles über schmale Wege miteinander verbunden.

Kerb in Harpertshausen

Was das gesamte Terrain gekostet hat, lässt sich schwer sagen, weil sehr vieles in Eigenregie entstanden ist. Nur soviel: Die Stadt steuerte 40.000 Euro bei und übernahm noch einzelne Arbeiten. Mehrere Sponsoren gaben Geld dazu, allein 8 000 Euro die Fraport, 4 000 die Jagdgenossenschaft. Die Kosten konnten auch deswegen vergleichsweise niedrig gehalten werden, weil das Projektteam fleißig recherchierte, mehrere Steinbrüche in Augenschein nahm und so das günstigste Material für die Einfriedung ausfindig machte. Im Internet stieß Petra Krämer auf den Brunnen, der für 400 Euro den Besitzer wechselte. Die Solaranlage hatte Thomas Kolb in seiner Freizeit errichtet und Hochzeitspaare haben Sträucher oder Bäume gepflanzt.

Zu loben ist auch der Einsatz von Teilnehmern am Projekt „Mein Impuls 50+“ der Kreisagentur für Beschäftigung, die 300 Stunden am Kirchplatz mitgearbeitet haben. 700 Stunden leisteten sie im Übrigen an anderen Stellen im kleinsten Babenhäuser Stadtteil. Auch das umfangreiche Buffet bereiteten sie vor, buken und brutzelten. Sechs bis acht Langzeitarbeitslose legten beim Bauprojekt über die Jahre Hand an. „So haben viele Langzeitarbeitslose Wertschätzung ihrer Arbeit erfahren“, wie Erste Kreisbeigeordnete Rosematrie Lück sagte. Für einen aus ihrer Mitte hat es sich besonders gelohnt: Der 58 Jahre alter Harpertshäuser hat nach Jahren der Erwerbslosigkeit wieder einen Job gefunden. Er arbeitet bei einem Winzer in Rheinland-Pfalz.

Weitere Grußworte sprachen Bürgermeister Joachim Knoke und Ortsbeirat Ralf Schlingmann. Der Kirchenchor Harpertshausen-Altheim lockerte den Abend mit Beiträgen auf. Nicht fehlen durfte natürlich das „Harpertshäuser Heimatlied“, in dem auch der Kirchplatz besungen wird.

Quelle: op-online.de

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