Günter Bleibtreu verabschiedet

Die Verlängerung ist jetzt vorbei

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Gunter Bleibtreu wurde von Wehrführer Florian Sawallich (hinten) und Bürgermeister Achim Knoke (rechts) offiziell verabschiedet.

Babenhausen - Sein letztes Feuer löschte Günter Bleibtreu bei einer ganz besonderen Übung auf dem Feuerwehrstützpunkt. Von Petra Grimm

Der 65-jährige Hauptfeuerwehrmann, der auf 51 Jahre aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Babenhausen zurückblickt, wurde jetzt als ältester Aktiver, der jemals in Babenhausen im Einsatz war, offiziell verabschiedet.

Während die Einsatzkräfte üblicherweise – der gesetzlichen Regelung entsprechend – im Alter von 60 Jahren in den Feuerwehrruhestand gehen und in die Ehren- und Altersabteilung wechseln, hatte Bleibtreu seine Dienstzeit per Antrag um weitere fünf Jahre verlängert. Das gab es in Babenhausen zum ersten Mal. „Und eigentlich bin ich auch jetzt noch fit genug, weiterzumachen“, sagte der begeisterte Brandschützer, der bei „Günnis letzter Übung“, wie es auch im offiziellen Dienstplan stand, von seinen Kameraden mit einem besonderen Ablauf überrascht wurde.

Empfang vor großer Kulisse

Nach einer telefonischen Alarmierung wurde er von Wehrführer Florian Sawallich und seinem Stellvertreter Maximilian Willand abgeholt und mit Blaulicht und Martinshorn zum Stützpunkt gefahren. Hier standen alle Fahrzeuge Spalier und empfingen ihn mit ohrenbetäubendem „Tatütata“. Seine Kameraden der Einsatz-, Ehren- und Altersabteilung, ebenso wie seine Familie, applaudierten, als der sichtlich gerührte Feuerwehrmann aus dem Fahrzeug seines Wehrführers stieg. Vor dieser Kulisse galt es für ihn nun, die mit Feuer, Nebenschwaden und Knalleffekten ausgestattete Spritzwand der Jugendfeuerwehr zu löschen.

Bevor dann ein geselliger Grillabend den allerletzten „Einsatz“ von Günter Bleibtreu beendete, verabschiedeten Bürgermeister Achim Knoke, Stadtbrandinspektor Mario Wörner und Wehrführer Florian Sawallich den lang gedienten Feuerwehrmann ganz offiziell mit guten Wünschen, Geschenken und Worten des Dankes für sein herausragendes Engagement.

Geschätzte 1500 Einsätze

Sawallich überreichte ihm für seine geschätzt rund 1500 Einsätze unter anderem einen golden lackierten Funkmeldeempfänger zur Erinnerung an seine aktive Dienstzeit. Ein Dankeschön ging auch an seine Ehefrau Karin, die ihn in all den Jahren bei seinem zeitintensiven und nicht ungefährlichen Hobby unterstützt hat.

Günter Beibtreu, der auch der erste war, der sich im Jahr 2013 freiwillig zum Hochwassereinsatz in Dresden gemeldet hatte, ist bereits im Alter von 14 Jahren in die Feuerwehr eingetreten. In seiner langen Dienstzeit hat er zahllose Lehrgänge und Schulungen, auch für den Katastrophenschutz, absolviert. Denn neben 51 Dienstjahren bei der Feuerwehr blickt er auch auf 25 Jahre beim Katastrophenschutz zurück.

Besonders hervorzuheben sind seine Lehrgänge als Gerätewart und Einsatzbearbeiter für Leitstellen. Er engagierte sich außerdem viele Jahre als Schriftführer im Vereinsvorstand und Feuerwehrausschuss. Neben dem Silbernen und dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande wurde Günter Bleibtreu auch mit dem Hochwasserorden des Landes Sachsen ausgezeichnet.

Auf die Frage, was sich während seiner Dienstzeit am stärksten verändert hat bei der Feuerwehrarbeit, sagte er: „Vor allem die Technik und dass es mehr Einsätze bei Autounfällen gibt.“ Als erfahrener Feuerwehrmann wird er der Einsatzabteilung fehlen. „Günter ist nicht zu ersetzen“, sagten einige seiner Kameraden und schickten Augen zwinkernd die Vermutung hinterher, dass seine Frau ihn in Zukunft wohl zuhause anbinden muss, wenn er hört, dass die Feuerwehr zu einem Einsatz ausrückt.

Quelle: op-online.de

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