Haushaltskonsolidierung Thema beim SPD-Neujahrsempfang

4,5 Millionen Euro für Kinderbetreuung

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Babenhausen - Die Kaserne und ein ausgeglichener Haushalt – das sind für Bürgermeister Achim Knoke die beiden wichtigsten Herausforderungen der Zukunft. Das sagte er beim Neujahrsempfang der SPD im kleinen Saal der Stadthalle.

Zwar gebe es auch an anderen Stellen genug zu tun, trotzdem seien diese beiden Punkte die sicherlich beherrschenden Themen. Für die nächste Legislaturperiode kündigte er an, dass die Entwicklung der Kaserne nun ins Rollen kommt. Zum Neujahrsempfang bestätigte Gitarristin Julia Lange aus Langstadt, dass mit ihrem virtuosen Fingerspiel ein besonders hoffnungsvolles musikalisches Nachwuchstalent in der Stadt heranreift. Nach dem Begrüßungssekt lenkte Ortsvereinsvorsitzende Simone Kirchschlager den Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl. „Anders als bei einer Landes- oder Bundestagswahl geht es um Babenhausen selbst. Das macht die Sache schwieriger, bietet aber auch Chancen“, so Kirchschlager. Mit Bürgermeister Achim Knoke sei die Partei bereit, Entscheidungen zu treffen. Dass der Wahlkampf zum Großteil auf den Verwaltungschef zugeschnitten sein wird, zeigte sich kurz darauf: Fast eine Stunde stand Knoke vor Genossen und interessierten Bürgern am Pult und präsentierte eine Grundsatzrede, mit der er den Habitus sonst üblicher Neujahrsgrüße zur Seite schob, den Zuhörer nicht gleich zu Beginn des Jahres mit zu viel Programmatik zu konfrontieren.

Er startete mit den Verdiensten von sieben Jahren SPD-Regentschaft im Rathaus, zu der auch die Arbeit seiner Vorgängerin Gabi Coutandin gehörte. Von den einzelnen Stadtteilen bis zur Kernstadt arbeitete er sich bei den Themen neue Wohngebiete, Kinderbetreuung, Spiel- und Parkplätze, Bürgerhäuser, dem i-Punkt bis zur Gedenksteinverlegung vor. Nicht vergessen wurden zudem die vielen Projekte, an denen die Stadt partiell beteiligt war, wie etwa das schnelle Internet, das Einkaufszentrum Quartier 23, der neue Bahnhof, die Seniorenresidenz oder die Przewalski-Pferde. „Die SPD ist die treibende Kraft in Babenhausen“, resümierte Knoke. Zur eigenen Person sagte er, dass er der Mann für einen neuen Stil im politischen Miteinander sei. Die Grabenkämpfe zwischen den Parteien sei er mehr als Leid. Dazu würden sich die meisten Probleme der Stadt nur auf breiten Schultern lösen lassen. Die präsentierten sich in jeglicher Form als Kraftakt – auch finanziell. Hier befinde man sich in einer ungünstigen Ausgangslage. So würden jedes Jahr zwei Millionen Euro an Gewerbesteuer, und damit an möglichen Rücklagen, fehlen.

„Andere Kommunen haben sich bei der Flächenplanung intelligenter aufgestellt“, räumte Knoke ein, der für die Wende ein „jetzt erst recht“ ausgab. Zum Haushalt und der Kaserne benannte er weitere Handlungsfelder wie die Kinderbetreuung, die Schaffung von Gewerbe und Wohnraum sowie die Sanierung der 29 von 80 städtischen Brücken, die marode sind.

Fraktionsvorsitzender Hans Jürgen Lohde beschränkte sich nach der langen Redezeit des Verwaltungschefs auf die Entwicklungen bei der Kinderbetreuung. Hier sei Babenhausen mit Ganztagseinrichtungen in jedem Stadtteil, außer in Harpertshausen, gut aufgestellt. Eine Kita habe sich im kleinsten Stadtteil durch die geringe Bevölkerungszahl bisher nicht gelohnt. Mit 152 U 3-Plätzen liege Babenhausen über dem geforderten Schnitt. Lohde führte den defizitären Haushalt vor allem auf die Kinderbetreuung zurück, die die Stadt derzeit viereinhalb Millionen Euro kostet. Ohne diese Ausgaben wäre eine Konsolidierung wohl weitaus einfacher zu erreichen, konstatierte Lohde. Der Hergershäuser formulierte seine Neujahrsrede dieses Jahr so entspannt wie nie: Nach 30 Jahren Engagement wird er sich in wenigen Wochen aus der Kommunalpolitik zurückziehen.

mj

Quelle: op-online.de

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