Summen, bis der Körper vibriert

Tonnenschwerer Stein im Sinnengarten aufgestellt 

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Das Ankereisen war zu lang fürs Fundament: Da musste improvisiert werden.

Hergershausen - Bei der Aufstellung des neuen Summsteins im Sinnengarten von Herigar läuft nicht alles nach Plan. Es gibt Schwierigkeiten mit dem Ankereisen, das nicht ins Fundament passen will. Von Petra Grimm 

Um eine Attraktion reicher ist der Sinnengarten des Vereins Herigar an der Alten Schule in Hergershausen. Ein rund 2,5 Tonnen schwerer und 2,20 Meter hoher Summstein hat seinen Platz auf dem vor vier Wochen von den Mitgliedern gegossenen Fundament gefunden. Mit Hilfe eines Krans der Dieburger Firma Meister „schwebte“ er von der Kreisstraße aus in das grüne Refugium.

Bis das gute Stück allerdings stand mussten einige unerwartete Hürden genommen werden. So war die Überraschung groß für den Vereinsvorsitzenden Ingo Rohrwasser, seine Stellvertreterin Maren Gatzemeier und ihren Mann Mathias Brendle, die den Basaltstein „entgegen nahmen“, als beim Abladen ein bereits in den Stein einzementiertes Ankereisen sichtbar wurde. „Das war so nicht geplant und steht auch anders in der Montageanleitung. Das Ankereisen sollte eigentlich erst beim Aufstellen hier vor Ort im Stein befestigt werden“, wunderte sich Maren Gatzemeier.

Nachdem das steinerne Ungetüm vom Lastwagen der Firma Richter Spielgeräte aus Frasdorf in Bayern abgeladen war, wurde das Dilemma sichtbar: Das Ankereisen, das 53 Zentimeter aus dem neben dem Kranwagen liegenden Brocken herausstand, war länger als das im Fundament vorbereitete Loch.

Dieses Problem löste Ingo Rohrwasser mit der Flex. Die eigentliche Schwierigkeit, die auch durch das Kürzen des Eisens nicht behoben war, brachte Martin Kuhne vom Kranservice Meister auf den Punkt: „Sobald wir den Stein jetzt anheben, könnte die Stange abbrechen“. So ähnlich sollte es dann auch kommen: Beim Aufrichten und Anheben des Brockens, um ihn in den Garten auf das Fundament zu verfrachten, brach das Eisen zwar nicht ab, verbog sich aber. Da war guter Rat teuer.

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Martin Kuhne schlug mit einem schweren Hammer gegen das schiefe Ankereisen des inzwischen über dem Fundament an schweren Seilen hängenden Steins. Das half nicht wirklich. An ein „Einfädeln“ der verbogenen Stange ins vorbereitete Loch im Boden war nicht zu denken. „Der Stein wird auch nicht umfallen, wenn kein Ankereisen ins Fundament eingelassen ist“, war sich Kuhne sicher. Die anderen schlossen sich dieser Meinung an und so griff Rohrwasser noch einmal zur Flex und kürzte die Stange so weit, dass das Monstrum aufgestellt werden konnte – allgemeines Aufatmen.

Der Summstein, der bereits seit dem ersten Bauabschnitt des Sinnengartens im Winter vor drei Jahren geplant war, stand schließlich so wie er sollte. „Anschaffen konnten wir ihn erst jetzt, nachdem wir durch Spenden die Finanzierung gesichert hatten“, sagte Maren Gatzemeier, Initiatorin des Sinnengartens. Das gute Stück, das den Verein 10 000 Euro kostet, sorgt für eine besondere körperliche Erfahrung. In ihm befinden sich runde Aushöhlungen – eine höhere für Erwachsene und eine niedrigere für Kinder. Steckt man seinen Kopf hinein und atmet summend aus, erzeugen die Töne eine Resonanz, die den ganzen Körper vibrieren lässt. Dieses Kribbeln kann je nach Tonlage des Geräuschs unterschiedliche stark ausfallen.

Bei den Tagen der offenen Höfe und Gärten wird der Summstein am Samstag, 13. Juni, um 12 Uhr offiziell eingeweiht. Dann haben alle Besucher die Gelegenheit, diese ungewöhnliche sinnliche Erfahrung bei Herigar zu machen.

Quelle: op-online.de

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