Herigars Oase

Es brummt wieder im Freiluft-Café

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Boule ist für einige Besucher ein besonderer Anreiz, zur Alten Schule zu kommen.

Hergershausen - Während der warmen Monate lädt der Verein Herigar, der das Dorfgemeinschaftshaus Alte Schule verwaltet und mit Leben füllt, jeden Samstagnachmittag in sein Gartencafé ein. Von Petra Grimm

Der gesellige, ehrenamtlich betriebene Treffpunkt für alle Generationen besteht seit fünf Jahren und schreibt Erfolgsgeschichte. Auch bei der diesjährigen Saisoneröffnung war ordentlich was los und die Tische schnell besetzt. Gewärmt von lange vermisstem Sonnenschein ließen sich die Gäste kühle Getränke, Kaffee und selbst gebackenen Kuchen schmecken. Die Boule-Kugeln rollten auch.

„Es kommen nicht nur Hergershäuser. Auch viele Radfahrer aus Babenhausen, Eppertshausen, Münster oder Rodgau steuern uns an, machen hier Rast und flanieren auch durch den Sinnengarten“, sagt die zweite Vorsitzende Maren Gatzemeier, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Mathias Brendle das Freiluft-Café von Anfang an managt und auch den Sinnengarten betreut.

Die beiden kümmern sich ehrenamtlich, kochen Kaffee, stellen die Stühle und Tische. Die Kuchen werden von Hergershäuserinnen – nicht nur Vereinsmitgliedern – gebacken und gespendet. Wer hier zugreifen möchte, wirft für das, was er verzehrt, einen angemessenen Betrag in die Spendenbox. So läuft es auch bei den Festen des Vereins.

„Das funktioniert gut“, sagt Gatzemeier, während sie mit einigen Gästen gemeinsam Boule spielt. Dieses Freizeitvergnügen ist für einige Besucher ein besonderer Anreiz und ein Grund, zur Alten Schule zu kommen. Ruth Klawitter beispielsweise ist eine Spielerin der ersten Stunde. Die 87-jährige Hergershäuserin hat diesen Sport erst 1996 bei einem Sprachkurs in Frankreich kennen- und lieben gelernt. Jetzt ist sie froh, bei Herigar jeden Samstag spielen zu können. Mitspieler finden sich immer, darunter auch Jürgen und Maren Dorschner. Sie kommen regelmäßig mit ihren beiden Kindern ins Gartencafé, denn sie schätzen die gesellige Runde bei Kaffee und Kuchen und spielen gerne Boule. „Wenn es geht, sind wir jeden Samstag hier“, sagt Jürgen Dorschner. „Die meisten Leute kennen wir und man kommt schnell ins Gespräch miteinander“, erzählt Maren Dorschner. Wie andere auch mögen die beiden das zwanglose, nichtkommerzielle Konzept.

Offene Gärten in Hergershausen

Alles ist hausgemacht und jeder bedient sich selbst. Das scheint ein Erfolgsrezept des Cafés zu sein. „Ich würde mich ja in einem Café sonst nicht einfach bei anderen Leuten mit an den Tisch setzten. Hier ist das völlig normal“, sagt Maren Dorschner, während ihre Kinder durch den Sinnengarten streifen, in dem bereits seit Januar und Februar verschiedene Winterblüher für Farbtupfer sorgen. Aktuell fangen Weißdorn, Salbei und der gelbe Hahnenfuß zu blühen an. Ein Insektenhotel, ein alter Schäferwagen und der Summstein sind weitere Attraktionen im grünen Refugium. Es grenzt direkt an den strukturierten Teil des Gartens mit dem Café, in dem ein Pavillon, Beete mit Pflanzen zum Riechen, Schmecken und Fühlen und eine hölzerne Rundbank um eine rote Kastanie für ein schönes Ambiente sorgen.

Auch wenn das Wetter eher durchwachsen ist, läuft der Cafébetrieb gut. „Dann setzen wir uns unter das Vordach oder gehen rein. So schlechtes Wetter, dass das Café geschlossen bliebt, ist selten“, sagt Maren Gatzemeier. Und eine Klientel freue sich besonders, wenn auch bei regnerischem Wetter heißer Kaffee bereit steht: „Dann kommen die Radfahrer, die im Schauer unterwegs sind.“ Geöffnet ist das Café im ehemaligen Schulhof ab sofort wieder jeden Samstag von 14.30 bis 17 Uhr.

Quelle: op-online.de

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