Hochzeitsallee ist nun belegt

Bäume, stark wie die Liebe

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Vier neue Hochzeitsbäume wurden in Hergershausen gepflanzt. Die Allee ist nun komplett voll, aber es gibt bereits Ersatzflächen für neue Bäume.

Hergershausen - Das Pflanzen eines Bäumchens gehört zu den Dingen, die ein Mann einmal im Leben getan haben sollte. In Hergershausen wurde das auf Hochzeitpaare umgelegt, denn die können das genauso gut und symbolisieren damit etwas Bleibendes. Von Michael Just

In diesen Tagen brachten vier vermählte Paare im Stadtteil junge Stämme in den Boden. „Die Idee entstand im Rahmen der Ortserneuerung. Die ersten Pflanzungen waren bereits um die Jahrtausendwende“, erzählt Conny Kolb, die sich um die Umsetzung kümmert. Eigentlich soll in Abständen von zwei Jahren gepflanzt werden, doch das lässt sich nicht immer bewerkstelligen: Zum einen müssen Paare im Ortsteil zur Verfügung stehen, die die Kosten des Baumes von rund 180 Euro selbst tragen, zum anderen muss auf öffentlichem Grund auch Platz dafür sein. Mit den jüngsten vier Pflanzungen ist die aktuelle Hochzeitsbaumallee nahe der Gärtnerei Grünewald mit 40 Exemplaren voll belegt. Wie Ortsvorsteher Horst Grimm sagt, hat man sich bereits um Ersatzflächen gekümmert. Nachdem ein Streifen nahe der Gersprenz aus Gründen des Hochwasserschutzes nicht in Frage kommt, wird jetzt auf einer Streuobstwiese die nächste Pflanzreihe anvisiert.

Die vier Paare pflanzten Feldahorn und Winterweide. Von Obstbäumen hätte man sicherlich mehr gehabt, doch die waren laut dem Ortsvorsteher nicht möglich: „Die Flurbereinigungsbehörde gab exakt vor, was gepflanzt wird.“ Dafür mussten sich die Paare nicht um den Transport zur Setzstelle und das Ausheben eines Loches kümmern. Das gewährleistete Conny Kolb mit ihren Kontakten im Ort.

Adel zwischen Liebesglück und Scheidungsrichtern

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Ein Bäumchen können auch Verheiratete setzen, die sich nicht erst kürzlich vermählten. „Paare, die schon silberne oder goldene Hochzeit feierten, dürfen sich ebenfalls gerne bei uns melden“, sagt Kolb und gibt damit Voraussetzungen an, die das Wachsen der Hochzeitsbaumalleen in Hergershausen eher fördern als hemmen. So lag beim jüngsten Setztermin der Hochzeitstag von Mareike und Martin Schmiedl mit dem 26. Mai 2006 schon ein paar Tage zurück. Etwas kürzer war die Zeit bei Susanne und Markus Aumann: Sie gaben sich am 2. Oktober 2010 das Ja-Wort. „Bei uns ist aus dem Hochzeitsbaum schon ein Familienbaum geworden“, sagen die beiden und blicken dabei auf ihre Kinder Karla (3) und Alexander (1). Nicht nur die Kinder der Aumanns hatten mächtig Spaß, die Wurzeln mit Erde zu bedecken, den Stamm an Haltepfählen zu fixieren und zuguterletzt anzugießen. Wie das Paar versichert, will es sich auch in Zukunft um das Bäumchen kümmern.

„Da ich in dieser Gegend immer jogge, komme ich ohnehin öfters vorbei, um nach dem Zustand zu schauen“, sagt der 39-Jährige. Seine bessere Hälfte will ihn dabei unterstützen: „Bevor er losläuft, drücke ich ihm stets noch eine Gießkanne in die Hand“, sagt Susanne Aumann schmunzelnd.

Quelle: op-online.de

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