Jahreskonzert des Blasorchesters

Musikalische Reise durch die Teufelsschlucht

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Das Große Orchester erinnerte mit seinen Liedern an den Westen Amerikas und spielte auch einige besondere Stücke aus Musicals und Filmen.

Babenhausen - Beim Jahreskonzert des Babenhäuser Blasorchesters, das den Titel „Imagasy trägt, sollen Bilder in den Köpfen der Hörer entstehen. Von Michael Just

„Imagasy“ ist ein Wortzusammenschluss aus den englischen Begriffen Imagination (Vorstellung) und Fantasy (Fantasie). Am Samstagabend beim großen Jahreskonzert des Blasorchesters Babenhausen (BB) in der Stadthalle sollte dem Ausdruck eine übergeordnete Bedeutung zukommen. Er stand nicht nur bei der Interpretation des gleichnamigen Werkes seines Erfinders Thiemo Kraas im Mittelpunkt, sondern zog sich als roter Faden durch den gesamten Abend. „Wir laden Sie ein, unsere Musik nicht nur wahrzunehmen, sondern eigene Bilder zu entwickeln. Lassen Sie ihrer Fantasie einfach freien Lauf“, forderte die erste Seite des Programmhefts.

„Es ist stets das Ziel, einen solchen Abend um ein Hauptstück zu gruppieren und damit ein Thema zu entwerfen“, erklärt Werner Kunkel, Musiker und Vorstandsmitglied beim BB. An „Imagasy“ orientierten sich sowohl das Große als auch das Jugend-Orchester. Letzteres gestaltete mit seinem Leiter Uwe Wittenberger die Eröffnung des Abends. Dabei bot es vier Stücke und eine Zugabe.

Reichlich Filmmusik nach der Pause

„Man glaubt, die flimmernde Hitze zu spüren und sieht hinter einer Staubwolke den Pioniergeist der Siedler, wie sie die Wüsten Amerikas mit einem Stahlross erobern“, gab Moderator Jens Kutscher beim Stück „Journey into the Diablo Canyon“ die Traum-Anleitung vor, wie sich die musikalische Reise des Jugend-Orchesters in die Teufelsschlucht am Besten vorstellen lässt. Mit „The Redwoods“, einer Hommage von Rossano Galante an die Sequoias und damit die größten Bäume der Welt, sowie „Oregon“ von Jacob de Haan, blieb das Große Orchester nach dem Wechsel auf der Bühne zunächst im westlichen Amerika und bot große Stücke mit pathetischen Klang, so dass sich die Herzen der Zuhörer sehnsuchtsvoll weiteten.

Nach der Pause durften die sich auf reichlich Filmmusik freuen, darunter „Beyond the Sea“ aus „Findet Nemo“. Das Stück ließ Swing-Atmosphäre in der Stadthalle aufkommen. Es folgten der „Zauberer von Oz“, den großen Kinoklassiker mit Judy Garland, zu dem auch das Stück „Over the Rainbow“ gehört. Den Schlusspunkt setzte „76 Trombones“ (76 Posaunen), ein Musicalspiel, das ebenfalls verfilmt wurde.

Natürlich hatten sowohl Jugend- und Hauptorchester für die stehenden Ovationen des Publikums eine Zugabe parat. Beim Stück „Chicken Run“ des Jugend-Orchesters kamen mit Amboss und Kazoo zwei völlig ungewohnte Instrumente zum Einsatz. In das Kazoo wird über die breite Öffnung hineingesungen. Ähnlich wie beim Kamm-Blasen lässt sich damit ein Ton erzeugen, der der Stimme von Donald Duck gleicht.

Wie Musik auf unsere Körper wirkt

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Mit „Der Weg ist ein langer“, beschrieb Dirigent Dominik Thoma die Vorbereitungen auf das Jahreskonzert, die nach den Sommerferien begannen. Dazu gehörte unter anderem ein Probenwochenende auf der Ronneburg.

Das Jugend-Orchester, dessen Mitglieder sich nur kurz Jumbos nennen, stimmte sich in den Herbstferien eine ganze Woche in Hofbieber ein. Die Nachwuchsabteilung präsentierte insgesamt rund 30, das Hauptorchester fast 50 Musiker. In diesem Jahr wurde deutlich, wie wichtig die Ausbildungsarbeit des BB ist: Sieben junge Musiker rückten zu den „Großen“ auf. Dazu kommen zwei weitere Erwachsene, die als Neumitglieder die Formation verstärken.

Mit Dr. Rainer Specht ist das der Vater eines Jumbos. Sein Sohn Christian, der Euphonium spielt, ermutigte und beflügelte den Vater, Tuba zu lernen. „Er ist nicht der erste Erwachsene, der bei uns durch Sohn oder Tochter motiviert wurde“, erzählt Ausbildungsleiter Manfred Kunkel. Er sei jedoch einer der wenigen, die den Weg bis zum Ende dann auch durchhielten.

Quelle: op-online.de

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