Jugendband in Babenhausen

Friedliche Teufel rocken das Juz

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Nicht nur musikalisch auf einer Wellenlänge, sondern auch Freundinnen (von links): Tabea, Elisa, Nina und Tamara sind die neue Band der Kinder- und Jugendförderung.

Babenhausen - Viele Jahre war „Switch!“ das musikalische Aushängeschild der städtischen Kinder- und Jugendförderung. Jetzt hat sich die Band aufgelöst – und damit vier talentierten jungen Mädels die Chance ermöglicht, gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Von Corinna Hiss 

Wenn Tabea, Elisa, Nina und Tamara donnerstags im Jugendzentrum zur Bandprobe zusammenkommen, ist das ein bisschen wie beim Mädelsabend unter Freundinnen: Es wird erzählt, gekichert, der neueste Klatsch ausgetauscht – und dazu eben noch Musik gemacht. „Wir verstehen uns super, und das macht die Sache so spaßig“, erzählt Tabea, mit ihren 14 Jahren die Älteste der Truppe. Mit ihr fing es auch an, vergangenen Sommer auf der Segelfreizeit der Jufö.

„Ich habe dort Gitarre gespielt und gesungen. Da haben sie mich gefragt, ob ich Teil einer neuen Band sein möchte“, sagt sie. Kurz zuvor hatte Switch, die seit fünf Jahren gemeinsam Musik machte, ihr Aus bekannt gegeben: Vier von der Band waren mit dem Abitur fertig und gingen zum Studieren in andere Städte, sodass sich ihre Wege trennten. Für Steffen Huther, der seit sechs Jahren bei der Kinder- und Jugendförderung musikalisch aktiv ist, war das die Gelegenheit, etwas Neues aufzubauen. „Mir war wichtig, dass die Tradition einer Jugendband nicht mit ‘Switch!’ in der Versenkung verschwindet“, berichtet er. Als er Tamara singen und Gitarre spielen hörte, war für ihn klar: Sie muss dazu gehören.

Schnell waren auch die anderen Bandmitglieder gefunden. Elisa und Tamara gehen beide auf die Goetheschule in Dieburg, Freundin Nina von der Münsterer Schule auf der Aue kennen sie noch aus Kindertagen und von Vereinen. „Wir wollten kein öffentliches Casting machen, denn es ist wichtig, dass sich alle untereinander gut verstehen“, sagt Huther. Mit den vier Mädels zwischen zwölf und 14 Jahren ist das auf jeden Fall gelungen.

Erst einige gemeinsame Proben hat die junge Band hinter sich. Dabei war gerade der allererste Auftritt mit Hindernissen verbunden. „Tabea war krank und sie ist ja eigentlich unsere Sängerin“, erzählt Tamara, die selbst hinterm Keyboard steht. Und auch wenn die Aufregung groß war, haben einfach Tamara, Elisa und Nina zum Mikrophon gegriffen und damit die Premiere glücken lassen. Seitdem treffen sich die Schülerinnen regelmäßig und studieren mit Hilfe von Steffen Huther Lieder ein. Er hat auch Switch am Anfang musikalisch unter die Arme gegriffen und sich erst aus der Band zurück gezogen, als die Teenager ihren eigenen Rhythmus gefunden hatten. So soll es auch jetzt gehen.

Ein großer Schritt in die richtige Richtung ist dabei bereits getan: Endlich konnten sich die vier Mädels auf einen Namen einigen. „Wir sind The peaceful devils“, verkündet Tamara stolz. Wieso? „Das ist doch ein witziger Gegensatz“, erklärt die Zwölfjährige, „und außerdem klingt englisch cool.“

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Ihre Lieder haben sich die Freundinnen selbst ausgesucht, ganz nach dem eigenen Geschmack. So darf „All about that bass“ von Meghan Trainor genauso wenig fehlen wie „Astronaut“ von Sido und Andreas Bourani oder Lena Meyer-Landrut mit ihrem Hit „Stardust“. Noch klingen die Anfänge hier und da zaghaft und der erfahrene Huther gibt mit seinem kräftigen Gitarrensound den Takt vor, aber das soll sich in Zukunft noch ändern.

Momentan spielt Elisa auch Cajon und nicht Schlagzeug, damit sie den akustischen Sound nicht mit ihrem Beat übertönt. Zu dem für Frauen eher ungewöhnlichen Musikinstrument kam die 13-Jährige durch den TV Babenhausen. Als sie dort im Blasorchester anfing, merkte sie schnell, dass Trompete und Co. „nicht so mein Ding“ war, also blieb sozusagen nur das Schlagzeug übrig. Mittlerweile kann sie sich kein cooleres Instrument vorstellen.

Während den rund zweistündigen Proben bleibt auch genug Zeit auf der Couch zum Quatschen. Irgendwann wollen die Mädels auch eigene Songs präsentieren, Textideen und Melodievorschläge dazu gibt es bereits. „Wir wollen berühmt werden“, sagen sie lachend, jedoch nicht hundertprozentig ernst meinend. Auch bei einer weiteren Sache sind sich die Freundinnen einig: Ihr großes Vorbild ist die kanadische Rock-Pop-Sängerin Avril Lavigne – und die deutsche Stilikone Lena Meyer-Landrut.

Quelle: op-online.de

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