Kameradschaftsabend der Feuerwehr

„Wir kriegen das alleine hin“

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Langstädter Feuerwehr stemmt den Kameradschafts-Abend in der Babenhäuser Stadthalle. Für die vielen Stunden, die die Feuerwehrleute jedes Jahr für die Allgemeinheit leisten, belohnten sie sich selber mit Kulinarischem und vielen Tanzrunden.

Babenhausen - Neben den vielen Herren der Schöpfung, die traditionell die Reihen der Feuerwehr füllen, fällt eine Runde ins Auge, die sich davon abhebt: An Tisch 57 stecken in den hellblauen Ausgeh-Hemden der Truppe ausnahmslos Frauen. „Insgesamt sind wir acht. Von Michael Just 

Damit dürfte die Gundernhäuser Einsatzabteilung den größten weiblichen Anteil im Kreis haben“, ist sich Philine Helm sicher. Schon seit der Jugendwehr sind die meisten ihrer Kameradinnen (Alter 19 bis 34 Jahre) dabei. Von den Lebenspartnern ist der Großteil ebenfalls bei den Blauröcken aktiv.

Am Samstag führte der Weg der Gundernhäuser „Feuerwehr-Paare“ nach Babenhausen. Dort standen kein Einsatz und keine Übung an, sondern mit dem Kreis-Kameradschaftsabend vergnügliche Stunden. Die große Zahl von 700 Kollegen kam unter anderem aus Modautal, Groß-Umstadt, Groß-Zimmern, Ober-Ramstadt, Pfungstadt oder Seeheim-Jugenheim. Die weiteste Anreise hatten die 26 Mannen der Partnerfeuerwehr aus Trebesing in Österreich. Sieben Euro kostete die Tischkarte, für die Veranstaltung wurde ausverkauft vermeldet. Die Ausrichtung lag in den Händen der Feuerwehr Langstadt. „Beim Kameradschaftsabend 2013 in Semd hatten wir die Idee dazu“, erzählt Wehrführer Jens Rodenhäuser. Da die Markwaldhalle dafür zu klein ist, wich man in die Stadthalle aus. Schon vor einem Jahr wurden Orga-Gremien für die verschiedenen Bereiche wie Ausschank, Bar oder die Profiküche gebildet. Am Samstag engagierten sich dann rund 100 Helfer. Die Küche offerierte Schnitzel, Spießbraten oder Gemüselasagne und zeigte sich mit 800 Essen mehr als gerüstet. Mit den Hessentalern spielte jene Kombo auf, die schon beim närrischen Oktoberfest im Langstädter „Ochsenstadl“ viel Lob einheimste. Auch diesmal war die Tanzfläche nach kurzer Zeit voll.

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In der Vergangenheit traute sich noch keine Babenhäuser Wehr an die Ausrichtung des Kreis-Kameradschaftsabend heran. Nun zogen das die „Lengschder“ ganz alleine durch. „Die anderen Feuerwehren in der Stadt haben uns Hilfe angeboten. Wir waren aber überzeugt, dass wir das alleine hinbekommen“, erzählt Carsten Staudter, stellvertretender Wehrführer. Für soviel Mut und Engagement gab es ein dickes Lob von Landrat Klaus-Peter Schellhaas, Kreisbrandinspektor Ralph Stühling und Bürgermeister Achim Knoke. „So etwas muss man erstmal stemmen“, hob Schellhaas in seiner Begrüßung heraus. Hoben früher gleich mehrere Bewerber für diese Veranstaltung die Hand, ist man bei der Kreisfeuerwehr mittlerweile froh, überhaupt einen Ausrichter zu finden. Die Frage an Carsten Staudter, ob finanziell was hängenbleibt, kann dieser bejahen: „Wir hätten was falsch gemacht, wenn es nicht so wäre“, sagt er. Wo die Gelder hinfließen, steht schon fest: In das Zubehör für das neue Feuerwehrauto, das die Langstädter Wehr 2019 bekommt.

Die letzten Nachtschwärmer verließen gegen 5.30 Uhr die Stadthalle. Dass es spät wird, war schon vorher abzusehen. Martin Mende von der Feuerwehr Weiterstadt brachte es auf den Punkt: „Der Kreis-Kameradschaftsabend ist der Lohn für die vielen Stunden, die wir als Feuerwehrmänner das ganze Jahr leisten.“

Quelle: op-online.de

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