Kirchweih in Langstadt

„Kerbmudder“ hält Tradition aufrecht

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Aufmerksam lauschen die Besucher dem Vortrag von Kerbmudder Sarah Schildbach, die – umrahmt von den Kerbborschen – über allerlei lustige Anekdoten berichtete, die sich in Langstadt in den letzten Monaten zugetragen haben.

Langstadt - Der Höhepunkt des bunten Kirchweih-Treibens wird in Langstadt am Montag erreicht. Die „Kerbredd“ sorgte für Lacher. Von Walter Kutscher

Rund um das Feuerwehrhaus ging die Post ab, denn um 11 Uhr startete der traditionelle Kerbmontag wie immer mit dem Frühschoppen. Zu einem gekühlten Bier gab es leckeres Essen vom Küchenteam der Feuerwehr –von Haspel über Kümmelbauch und Braten bis zur klassischen Bratwurst wurde alles frisch zubereitet. Wie der stellvertretende Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr, Carsten Staudter, erklärte, ist es Tradition, dass nach dem Essen die „Kerb-redd“ gehalten wird. Im voll besetzten Festzelt mussten die Besucher dann auch nicht lange warten, bis es losging. Angeführt von der „Kerbmudder“ Sarah Schildbach kamen die Kerbburschen mit dem Stoffel – dieses Jahr in Anspielung auf die Griechenlandkrise „Zeus“ genannt –ins volle Zelt marschiert. Da passte auch der Vers „Die Grieche hawe kaa Kohle mehr, dafür halte mir alle her; die Kerbborsche saufe uff Kredit und morgen mache dann den große Schuldenschnitt“. Es folgten weitere Schilderungen im Sinne von Pleiten, Pech und Pannen über allerlei Ungemach, das sich seit der letzten Kerb im Ort ereignet hatte. Da wollte doch der „Reitschulfendt“ die Kerb verlegen, oder beim Tischtennisausflug hatten die Teilnehmer wohl eine Fahrkarte über das Internet besorgt, aber keiner der Mitreisenden hatte diese ausgedruckt und man musste sich als „Schwarzfahrer“ outen.

Als während der Kerbrede das Manuskript plötzlich Lücken aufwies, griff Sarah Schildbach auf ihr Smartphone zurück und zauberte die nächsten Verse aus dem kleinen Gerät. Einen riesigen Lachanfall bei den Besuchern erzeugte am Schluss der Reim „Der Kerl aus dem Osten ist auch nit mehr do, man kann am Friedhof wieder aufs Klo“. Ein tosender Applaus verabschiedete schließlich die „Kerbmudder“ und ihre Burschen, danach konnten die Gäste sich mit selbstgebackenen Kuchen versorgen und einen frischen Kaffee genießen. Da trafen sich Jung und Alt und unterhielten sich angeregt und freuten sich über den schönen Tag, denn auch Petrus spielte mit und servierte einen trockenen, milden Frühherbsttag. Um 18 Uhr öffnete der Barbetrieb und der Wehrführer der Langstädter Feuerwehr, Jens Rodenhäuser, stellte als DJ hier seine Qualitäten unter Beweis und heizte mit flotter Musik von Abba bis Zappa den Besuchern mächtig ein.

Kerb in Harpertshausen

Von Freitag bis gestern waren die Langstädter auf den Beinen, um ihre Kerb zu feiern. Eröffnung war am Freitagabend im Schützenhaus, wo sich alle Kerbburschen und -mädels der letzten Jahre mit ihren Familien trafen. Am Samstag ging es an gleicher Stelle dann mit dem Kerbtanz weiter. Am Sonntag bewirteten die „Freunde der Kerb“ vor dem Kirchplatz die Gäste mit Snacks sowie kalten und warmen Getränken. Schließlich geht auch das schönste Fest mal zu Ende, und als letzte Aktion stand die Verbrennung des Kerbstoffels und damit der Kerb an sich am gestrigen Dienstag auf dem Programm.

Quelle: op-online.de

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