„Der riecht nach Käsefuß“

Kinder der ASB-Kita lernen von der Feuerwehr

Hergershausen - Seit vielen Jahren bereits ist es eine schöne und im Zweifelsfall Leben rettende Tradition, dass die Kinder der Hergershäuser ASB-Kindertagesstätte die örtliche Feuerwehr besuchen, um allerlei über den Brandschutz zu erfahren. Diese Woche war es wieder soweit. Von Petra Grimm 

Mit dem Feuerwehrschlauch, den sie eben noch in Gebrauch hatten, um auf das kleine Holzhaus im Hintergrund zu zielen, posieren die Kinder der ASB-Kita auf dem Gelände der Hergershäuser Feuerwehr. Dort lernten sie allerhand über den Brandschutz und das richtige Verhalten, wenn es doch mal brennt.

Die rund 30 Maxiclub-Kinder, die im Sommer in die Schule kommen, inspizierten in zwei Gruppen aufgeteilt das Feuerwehrhaus. Wie zünde ich eine Kerze gefahrlos an und wie gebe ich den Notruf korrekt durch? Fragen, deren Antworten sich die Kinder in praktischen Übungen erarbeiteten. Dass diese Form des Trainings sinnvoll ist, davon ist nicht nur der Feuerwehrmann Josef Kriegisch überzeugt, der bereits seit 1971 für die Brandschutzerziehung der kleinen Stadtteilbewohner sorgt. „Am Anfang war ich nur in der Grundschule tätig. Da ging es im Wesentlichen darum, dass die Kinder wissen, wie sie im Ernstfall das Schulgebäude verlassen müssen. Diese Übungen sind ja Pflicht“, sagte der 66-jährige Hergershäuser, der bis vergangenes Jahr noch aktiv im Feuerwehreinsatz war. Auch bei der Übung im Feuerwehrhaus vergaß das eine oder andere Kind, dass es beim Verlassen eines brennenden Hauses nicht hilfreich ist, erstmal in Ruhe die Jacke anzuziehen und die Kindergartentasche zu suchen. „Alles liegen lassen und geordnet rausgehen“ war die Parole.

Mit viel Geduld und Humor informierte Kriegisch die kleinen Besucher unter anderem über die Gefahren defekter Elektrogeräte, heißer Bügeleisen und entflammbarer Spraydosen und Farben. Dass man die Eltern davon abhalten sollte, die Kohlen beim Grillen mit Spiritus anzuzünden oder im Wald eine brennende Zigarette wegzuwerfen, war ebenfalls eine Botschaft für die quirlige Bande, die auch schon einiges wusste.

Wie zünde ich eine Kerze gefahrlos an? Ein Feuerwehrmann zeigte den Kindern wie’s geht.

Als Kriegisch, der von Jugendwart Daniel Kunkel und Feuerwehrmann Jens Kunkel unterstützt wurde, einen defekten Fön herumreichte, waren sich die Knirpse einig: „Der hat ja ein Loch, den muss man wegwerfen.“ Bei der Begutachtung weiterer Elektrogeräte, die mit der Frage „Kann man das noch benutzen?“ durch die Kinderhände gingen, verließen sich die kleinen Forscher nicht nur auf ihre Augen. Sie rochen auch ausgiebig daran. Bei einem verschmorten Akkuschrauber war einem Jungen sofort klar: „Der riecht nach Käsefuß, der ist kaputt!“ Bemerkenswert war, wie schwer sich die Kinder taten, einen Notruf abzusetzen. Obwohl Kriegisch ihnen zuvor die Notrufnummer 112 eingeimpft hatte und einige Kinder erzählten, dass sie sogar selbst schon ein Handy besitzen. Bereits beim Wählen der Telefonnummer auf dem Übungstelefon („Diese Nummer dürft ihr nie aus Spaß, sondern nur im Ernstfall anrufen!“) waren einige ratlos. Allein das Bedienen des Telefons, also das Tippen auf die Tasten, das Anlegen ans Ohr und dann auch noch hinein zu sprechen, überforderte die Kinder.

Spielkreis statt Kneipentour: Wenn Freunde Eltern werden

„Selbst vielen Erwachsenen fällt im Notfall nicht die richtige Nummer ein oder sie wissen nicht, was sie sagen müssen, damit die Leitstelle die nötigen Informationen an die Feuerwehr weitergeben kann“, sagte Kriegisch. Die Kinder übten unter seiner Regie und mit Daniel Kunkel am anderen Ende der Leitung, ihren Namen zu sagen, den Notfall mit Ortsangabe zu beschreiben und dran zu bleiben, bis die Person in der Leitstelle keine Fragen mehr hat.

Der aufregende Vormittag endete für die zukünftigen Schulkinder mit einer Besichtigung des Umkleideraums, der Fahrzeuge und dem Spritzen auf ein kleines Holzhaus. Zurück zur Kita ging’s mit dem Feuerwehrauto.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © P. Grimm

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