Beim Waldrundgang zahlreiche Schäden aufgezeigt

Klimawandel im heimischen Forst

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Ab ins Grüne: Impressionen zu Fauna und Flora der rund 2050 Hektar großen Babenhäuser Waldfläche sammelten am Samstag Mensch und Vierbeiner.

Babenhausen - Nachhaltigkeit ist für die Mitarbeiter des Forstamts Dieburg das Gebot der Stunde. „Unser Ziel ist es, allen Tieren und Pflanzen im Wald das Leben zu ermöglichen“, so Forstamtsleiter Helmut Seitel. Von Ursula Friedrich 

Rund 50 Naturliebhaber marschierten am Samstag Morgen durch den Babenhäuser Wald, um sich von der Vielfalt des Lebens und der Gesundheit der grünen Lunge zu überzeugen. Die Nachhaltigkeitsbank, ein mächtiger Holzblock, lädt nicht nur zum Verweilen ein. Sie ist trutziges Symbol einer neuen Umweltpolitik, den Wald behutsam wirtschaftlich zu nutzen, ökologisch aufzuwerten und seine vielfältige Funktion vom Sauerstofflieferant bis zur Erholungsstätte zu achten. Dass der Wald nicht zum Pflegefall wird, ist das Gebot der Stunde. Denn: „Der Klimawandel ist da!“, sagte der der Forstamtsleiter. „Wir haben alle die Luft angehalten: Packt so ein Wald den trockenen Sommer?“

Bislang atmen die Fachleute durch. Viele Schäden zeigten sich jedoch im Folgejahr. Wenn sich bemerkbar macht, dass Nährstoffe nicht eingelagert werden konnten, oder der Mangel von Harz an Nadelbäumen (eine Folge der Trockenheit) das Schutzschild vor gefräßigen Käfern perforiert. Auf der Marschroute stand, trotz aller Besorgnisse, das familiengerechte Erkunden der ökologischen Schatzkammer im Vordergrund. Auch Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heinzenberg und Stadtrat Kurt Lambert legten wetterfeste Kleidung an, um beim Spaziergang dabei zu sein. Schlusslicht war die Rettungshundestaffel des DRK.

Das Publikum lernte tierische Landschaftsgärtner und -architekten kennen, wie Eichhörnchen und Biber. „Ein Eichhörnchen vergräbt gut 10.000 Samen und Nüsse für den Winter“, erklärte Forstmann Lothar Seipp. Weil der kleine Nager viele Verstecke vergisst, keimen hier neue Baumgenerationen. Der Biber nagt und baut hingegen, um in der angrenzenden Lache ordentlich das Wasser zu stauen. Zwei Biberfamilien sind in Gersprenz und Lache zwischen Harreshausen und Münster nachgewiesen. Der gut 30 Kilogramm schwere Baumeister ist nicht nur Vegetarier und Landschaftsarchitekt, sondern ein gutes Beispiel für die Raffinesse von Mutter Natur. „Der breite Schwanz, die Kelle, dient ihm im Winter als Isomatte“, berichtete der Biberbeauftragte Seipp seinem staunenden Publikum.

Baumhausunterkünfte in Deutschland

Ein Hausbesetzer ist hingegen der Kleiber. Einen stattlichen Eulennistkasten hat der vergleichsweise kleine Vogel im Einschlupfbereich derart ummodelliert, dass der große Vetter Eule nicht mehr hindurchpasst. „Wir setzen auf die Vielfalt bei den Baumarten“, kam Forstwirtin Tanja Wöber auf das ursprüngliche Thema zurück. Neben den klassischen Waldbäumen Eiche und Buche seien Birken, Ahorn, Kirschen, Eschen, Kiefern und Ulmen heimisch. Und, dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung tragend, werde stets nur soviel Holz eingeschlagen, wie auf den Waldböden nachwächst.

Quelle: op-online.de

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