Konzert der Reiterlichen Jagdhornbläser Maingau

Schnaufen einer alten Dampflok

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Jagdhörner treffen Chor: Ein außergewöhnliches Konzert boten die Reiterlichen Jagdhornbläser Maingau und der Gesangverein Klein-Zimmern am Samstagabend in der Stadtkirche.

Babenhausen - Die Schnepfe hat ein markantes Flugbild. Kann man dieses musikalisch darstellen? Und dazu noch mit Naturtönen von Jagdhörnern? Man kann! Von Michael Just

 Den Beweis traten die Reiterlichen Jagdhornbläser Maingau am Samstagabend bei ihrem Konzert in der Stadtkirche an, als sie den „Schnepfenstrich“ intonierten. Mit dem Stück „Die alte Gurktalbahn“, bei der eine alte Dampflok in den Mittelpunkt rückt, stellte die 15-köpfige Gruppe mit musikalischem Humor deren Schnaufen dar. Und beim „Sonntagsjäger-Dixie“ wagte man sich mutig und gekonnt in den Jazz-Bereich.

Das Konzert am Wochenende gestalteten die Bläser nicht alleine: Bereits in den Jahren 2013 und 2015 pflegten sie zusammen mit dem Gesangverein 1893 Klein-Zimmern gemeinsame Auftritte. Für den Samstagabend luden beide Formationen zu einer Neuauflage in die Stadtkirche ein. Unter dem Titel „Klangbögen – Jagdhörner treffen Chor“, erwartete die Zuhörer ein in dieser Konstellation seltener Ohrenschmaus, der mit Pause rund zwei Stunden währte. Die Moderation lag in den Händen von Rolf Kreisel.

Der Chor unter der Leitung von Larissa Förderer startete seine Beiträge mit dem „Hessenlied“ und dem Volkslied „An die Heimat“, das aus Portugal stammt. In der zweiten Hälfte zog das „Phantom der Oper“ in die historischen Gemäuer ein. Als externe Solisten bereicherten Ludolf Reßmeyer (Göttingen) und Peter Wilhelm (Harreshausen) mit Intermezzi an Fürst-Pless-Horn, Trompete und Orgel den Abend. Zu den Einzelvorträgen der Jagdhornbläser und des Chores erwartete die Besucher zum Schluss ein gemeinsames Stück aus dem „Freischütz“, der bekanntermaßen aus der Feder von Carl Maria von Weber stammt.

Die Zugabe stellte eine Herausforderung dar, denn die Noten der Bläser mussten dafür umgeschrieben werden. „Vom Grundsatz her passen Chor und Hörner einfach nicht zusammen. Deshalb ist es auch mehr ein Wechsel der Vereine zwischen den einzelnen Passagen“, erklärt Petra Palm-Hantke, die musikalische Leiterin der Maingauer.

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Für viele Besucher stand zu den erlesenen Klangbögen die Frage im Raum, wie die Jagdhornbläser und die Klein-Zimmerner Sänger in der Vergangenheit zusammenfanden. „Vor Jahren traf man sich auf einem Konzert. Die stimmliche Qualität des gemischten Chores gefiel mir auf Anhieb gut“, so Palm-Hantke. Ebenfalls sympathiefördernd: In den Reihen der Sänger befinden sich mehrere Jäger. In der Folge erwuchs eine musikalische Freundschaft, die nun schon einige Jahre währt.

Zum Konzert füllten über 300 Zuhörer die Bänke, was eine nahezu vollbesetzte Stadtkirche bedeutete. Die Darbietungen und der Programmablauf entließ sie nach der Zugabe begeistert und zufrieden nach Hause. Dazu trug nicht zuletzt die ausgezeichnete Akustik der Stadtkirche bei: Zu einer Freiluft-Veranstaltung verstärkte das Gotteshaus nochmals das Klangerlebnis Jagdhorn und transportierte die Töne nahezu majestätisch in die Ohren der Besucher.

Quelle: op-online.de

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