Kreisreiterball des RuF in voll besetzter Stadthalle

Pferdefreunde auf dem Tanzparkett

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Vom Sattel auf die Tanzfläche: Beim Kreisreiterball in der Stadthalle konnten die Gäste tanzen und eine Show sehen.

Babenhausen - Eleganz, ein Schuss Noblesse, gute Laune und das Ziel, den Abend zu etwas Besonderem zu erheben: Das machte am Samstagabend den Kreisreiterball in die Stadthalle mit über 500 Teilnehmern aus. Als Organisator trat der Babenhäuser Reit- und Fahrverein (RuF) auf. Von Michael Just 

„Heute Abend habe ich die Möglichkeit, mich entspannt mal mit anderen Reitern zu unterhalten. Auf den Turnieren ist das immer viel zu hektisch.“ Die Worte kamen von Anja Schneider aus Otzberg, die mit ihrem Mann Michael feierte. Der Selbstständige, der zehn Pferde besitzt, freute sich auf den Abend: „In der Regel bin ich bis 7 Uhr im Büro und danach bis Mitternacht im Stall.“ Der 46-Jährige verfügt bereits über reichlich Reiterballerfahrung. In den letzten zwei Jahrzehnten ließ er kaum welche aus. Nur während der Babypause seiner Frau besuchte das Paar die Veranstaltung nicht. „Das Ambiente ist wichtig, aber viel mehr noch die Leute. Von denen hängt die Stimmung ab“, weiß Schneider.

Zum Ball kam er in der Vergangenheit auch deshalb, weil dort die erfolgreichen Reiter aus dem Kreis geehrt werden. Hier war er als Deutscher Hochschulmeister selbst schon dabei. Und auch seine Frau, die einen vorderen Platz bei der Europameisterschaft der Gangpferde vorweisen kann. Jene Vierbeiner verfügen – zum Trab oder Galopp – über weitere Gangarten wie Tölt, Marcha oder Foxtrott.

Nach Erzhausen 2014 fungierte nun der RuF als Ausrichter des Kreisreiterballs, was nicht das erste Mal war: „Wir machen das im Turnus von fünf Jahren“, erzählte Vorsitzender Manfred Willand. Beim Kreisreiterbund werde das positiv gesehen, da sich immer weniger Vereine anbieten, die die Organisation von Großveranstaltungen schultern können und wollen.

Für die Gäste hatte sich der RuF ins Zeug gelegt: Auf der Bühne stand die siebenköpfige Band Barney Jackson aus Aschaffenburg, die regelmäßig auf Galas, Bällen und Messen spielt. Die TV-Gruppe Akzeptanz zeigte zu vorgerückter Stunde Höhepunkte aus ihrem Show-Programm. Auffallend die Deko: Zum Blumenschmuck an den Tischen und Wänden kam ein Decken-Mobile aus Pferdefiguren. In den Bierausschankwagen im Foyer war auf der Vorderseite dezent ein Sprunghindernis integriert. Wer wollte, konnte vor einer Kutsche ein Erinnerungsfoto schießen lassen. Beim Essen wurde mit dem Gaststättenpächter der Stadthalle zusammengearbeitet, der „a la carte“ servierte. Zum Ausklang des Abends wartete eine Bar. In der bedienten Mitglieder des RuF. „Dafür haben wir Freiwillige. Sie wissen, dass die erzielten Einnahmen dem Verein für neue Hindernisse oder bei der Anschaffung der Schulpferde zugute kommen“, so Vorstandsmitglied Ralf Geißler.

Bilder: 37. Reitturnier an der Schwedenschanze

Für den Ball schrieb der Orga-Ausschuss alle 44 Reitvereine im Kreis sowie zwölf Pferdebetriebe an. Beim Eintritt in die Halle wurden die Gäste zu den rund 60 nummerierten Tischen begleitet und gesetzt. „Wir versuchen das Maximum zu präsentieren“, hob zweiter Vorsitzender Ingo Dries heraus. Ein finanzieller Gewinn sei zwar wünschenswert, stehe aber dem Ziel hintenan, dass alle Gäste aus Babenhausen eine tolle Erinnerung mitnehmen.

Bei den Ehrungen stand auch ein Mitglied des RuF auf der Bühne: Birgit Schäfer gewann in Traisa die Kreismeisterschaft im Vierkampf der offenen Klasse mit ihrem Pferd „Life is Life“. Seit ihrem fünften Lebensjahr sitzt die Babenhäuserin im Sattel. Für ihren Titel gab es Blumen und eine Schärpe. Die hatte sich die 35-Jährige verdient, denn so gediegen wie beim Reiterball geht es im Vierkampf nicht zu: Neben dem Sprung- und Dressurreiten müssen sich die Aktiven auch außerhalb des Sattels beim Schwimmen und Laufen beweisen.

Großes Reitturnier in Babenhausen

Quelle: op-online.de

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