Beratung und Betreuung

Wer kümmert sich um Flüchtlinge?

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Darmstadt-Dieburg/Babenhausen - Die Zahl von Flüchtlingen, die in den Landkreis Darmstadt-Dieburg kommen, steigt. Wie berichtet, werden in Babenhausen noch in diesem Jahr 25 Personen aufgenommen.

Die Kreisspitze geht davon aus, dass im nächsten Jahr 1300 Flüchtlinge zusätzlich nach Darmstadt-Dieburg kommen, 66 davon nach Babenhausen. Die Kreisverwaltung hat dazu die soziale Beratung und Betreuung der Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, ausgeschrieben. Im November 2007 hatte der Kreistag einstimmig Integrationsleitlinien beschlossen, um der Eingliederung von Einwanderern mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

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„Unter Migranten verstehen wir alle zugewanderten Menschen, die im Landkreis Darmstadt-Dieburg leben, ungeachtet des Grundes für die Zuwanderung. Den Anforderungen aus diesen Integrationsleitlinien wollen wir auch in der derzeitigen Situation, in der wir mit einer steigenden Zahl von Flüchtlingen konfrontiert sind, gerecht werden“, erläutert Sozialdezernentin Rosemarie Lück, Erste Kreisbeigeordnete. Der Landkreis wurde dafür in drei Betreuungsbezirke aufgeteilt, Angebote konnten für einzelne oder alle Bezirke abgegeben werden.

Während für die beiden ersten ein Träger gefunden werden konnte, ist es für den dritten bislang ohne Ergebnis verlaufen. Im ersten Ausschreibungsverfahren konnte kein Bieter gefunden werden. Nun wird neu ausgeschrieben, um auch dort Betreuung anzubieten. Dies betrifft die Kommunen Babenhausen, Schaafheim, Dieburg, Eppertshausen, Fischbachtal, Groß-Bieberau, Groß-Umstadt, Groß-Zimmern und Reinheim. Für die beiden anderen Bezirke wurde ein regionaler Bieter gefunden, der Sozialkritische Arbeitskreis Darmstadt (SKA).

Illegale Flüchtlinge am Hauptbahnhof Frankfurt

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Der SKA ist ein freier Träger der Beratungs-, Bildungs-, und Sozialarbeit. Er entstand 1970 aus einer Bürgerinitiative und der evangelischen Studentengemeinde bei deren Arbeit zu nach wie vor aktuellen Themen wie Integration und Chancengleichheit. Ab 1. Januar 2015 wird der SKA die soziale Betreuung der Gemeinschaftsunterkünfte in Alsbach-Hähnlein, Bickenbach, Erzhausen, Griesheim, Messel, Modautal, Mühltal, Münster, Ober-Ramstadt, Otzberg, Pfungstadt, Roßdorf, Seeheim-Jugenheim und Weiterstadt übernehmen. „Durch diese Vergaben können wir mehr Beratung in den Gemeinschaftsunterkünften anbieten und damit den aktuellen Anforderungen gerecht werden. Die steigenden Flüchtlingszahlen, immer mehr traumatisierte Flüchtlinge und das Leben auf engem Raum fordern die Betreuer. Hier ist viel Beratungsarbeit gefragt“, sagt Lück.

Die Betreuung durch den Landkreis könne allerdings die Arbeit der Ehrenamtlichen, die sich den Flüchtlingen in den Kommunen angenommen haben, nicht ersetzen. „Für das Engagement der Asylarbeitskreise vor Ort sind wir nach wie vor sehr dankbar“, sagt Lück.

st

Quelle: op-online.de

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