Kunst kennt bei ihr keine Grenzen

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Heidelinde Hennek

Babenhausen - Seit dem Sommer stellen wir auf dieser Seite immer wieder Künstler und Kulturschaffende aus Babenhausen und seinen Stadtteilen vor. Von Jens Dörr

Zunächst mit Blickrichtung „Kunst- und Kulturtage“ im November ins Blatt genommen, führen wir die Serie aufgrund der positiven Resonanz auch nach der Schau fort. Das kreative Potenzial in der Stadt ist groß, die Vielfalt der Schaffenskraft ebenfalls. In loser Folge werfen wir weiterhin ein Auge darauf.

Unterhält man sich mit Kreativen, ob hauptberuflich oder hobbymäßig mit ihrer Kunst befasst, so ziehen sich oft einzelne Fähigkeiten durch die ganze Vita. In jungen Jahren oder entspannten Lebensphasen entwickeln sich persönliche Präferenzen und kristallisiert sich oft ein Fokus des Teils der eigenen Selbstverwirklichung heraus. Ein Maler, der sich vor allem Landschaften in Öl widmet, eine Bastlerin, die sich Tischdekorationen verschrieben hat, eine Theatergruppe, die am liebsten auf Komödien setzt: Zwar kennt Kunst angeblich keine Grenzen, doch setzt sich diese so mancher freiwillig.

Bei Heidelinde Hennek ist das anders. Die aus Harpertshausen stammende Frau, die inzwischen in Hergershausen lebt, lässt sich in keine Schublade packen - wohl noch nicht einmal in einen ganzen Schreibtisch. „Multitalent“, „extrem vielfältig“ und wohl auch „sehr neugierig“ sind Begriffe, die es sich bei der Beschreibung Henneks einzusetzen lohnt. Derzeit entwirft und verkauft die sympathische Freizeitkünstlerin, die ihr Geld im Hauptberuf als Friseurin verdient, Modeschmuck. Doch da gab und gibt es abseits von „Waschen, Schneiden, Legen“ noch wesentlich mehr.

„Ich war schon immer kreativ“, erzählt sie. Früher regte die Seidenmalerei sie an, dann kam unter anderem die „Artischocken-Technik“ - bei der Schleifenband und Stoffstreifen wie bei einer Artischocke übereinanderlappend auf Styropor gesteckt, weiter dekoriert und dann beispielsweise zu Blumenmotiven werden - hinzu. Es folgte das Gestalten von Puppen und Marionetten. So manches Exponat stellte Hennek nicht nur aus, sondern fand auch einen Käufer dafür. Von dem ein oder anderen Werk konnte und wollte sie sich bis heute allerdings nicht trennen.

Das fällt ihr - auch ob der Fülle der Exemplare - beim nun aktuellen Modeschmuck etwas leichter. Der künstlerische Antrieb sei fast stets da, die Zeit allerdings begrenzt. Stammgast zum Zeigen und Verkaufen ist die Hergershäuserin im November bei der Ausstellung der Hobby-Künstler Eppertshausen, deren Vorsitzende sie ist. „14 Tage vor dem Termin lege ich meist los“, sagt sie und zeigt auf Dutzende Ringe, verzierte Knöpfe oder Diademe. Lediglich Komponenten wie Lederbänder kauft sie zu, macht daraus etwa mit Strass und Edelstahl aber sehens- und tragenswerte Unikate. Der Blick auf die Schildchen überrascht dabei angenehm: „Mein Modeschmuck soll bezahlbar sein, sonst kann man ja auch gleich echten kaufen“, erläutert sie ihre erschwinglichen Preise. „Es soll kein Modeschmuck für 70, 80 Euro sein.“

Trotz des ein oder anderen Kurses ist Heidelinde Hennek vor allem Autodidaktin, hat sich über ihre jetzige kreative Leidenschaft Wissen und Anregungen zunächst aus Büchern geholt. Saisonal kreiert sie zudem Adventsschmuck - und erhält hierbei im fachlichen Austausch das Feedback von ihrer Cousine Edeltraud Trippel. Die lebt übrigens in Sickenhofen, Hergershausens „innig geliebtem“ Nachbarort. In diesem Fall jedoch kennt die Kunst aber wirklich keine Grenzen.

Quelle: op-online.de

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