Kunstkurs an der Offenen Schule

Bunt, lebhaft und vor allem fröhlich

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Das große Gemälde von Lehrerin Sonja Schilling-Zimmer (3.v.l.) und ihren sechs Schülerinnen ziert jetzt das Foyer der Offenen Schule.

Babenhausen - Wenn Jugendliche ihre Freizeit in der Schule verbringen, heißt das so einiges. Dass dabei etwas Großes herauskommt, zeigte sich jetzt an der Offenen Schule: Dort wurde ein überdimensionales Gemälde enthüllt, hinter dem gut ein Jahr Arbeit steckt. Von Corinna Hiss 

Eigentlich sollte der Moment ein ganz besonderer werden, wenn die blaue Plane von dem über vier Quadratmeter großen Bild gezogen wird und zum Vorschein kommt, woran sechs Schülerinnen und ihre Kunstlehrerin Sonja Schilling-Zimmer gut ein Jahr gearbeitet haben. Dann aber verselbstständigte sich der Sichtschutz bereits während der kleinen Ansprache von Schulleiter Rainer Becker und gab preis, was so lange unter Verschluss gehalten wurde. „Jetzt haben wir unsere eigene Kunsthalle in der Schule“, freute sich Becker trotz der etwas misslungenen Enthüllung. Nicht nur er bestaunte das zwei auf 2,40 Meter große Acrylbild, auch viele Schüler tummelten sich neugierig im Foyer. Was die Neuntklässlerinnen mit Lehrerin Sonja Schilling-Zimmer auf die Beine gestellt hatten, kann sich ohne Zweifel sehen lassen.

In monatelanger Arbeit hatten sie das Werk „My New York City“ des Künstlers James Rizzi nachgemalt und dabei kein Detail ausgelassen. „Und davon gab es jede Menge“, sagte Schilling-Zimmer lachend. Sie selbst hat sich in Babenhausen durch diverse Ausstellungen – auch bei den Kunst- und Kulturtagen – einen Namen gemacht und kann ihr praktisches Wissen gut an die Jugendlichen weitergeben.

In einem ersten Schritt zeichnete der Kunstkurs die Linien mit Bleistift vor. Danach ging es ans Eingemachte: Jedes Kästchen, jede Form musste ausgemalt, die Farben mit ihren unterschiedlichsten Nuancen per Hand gemischt werden. Da der Kurs an einem Donnerstag war und auf diesen Tag viele Feiertage fielen, blieb keine andere Möglichkeit, als in der Freizeit weiter zu malen. „Ob Freistunde oder Ferien – wir waren permanent fleißig“, erzählte Schilling-Zimmer, nicht ohne das große Engagement ihrer Schützlinge zu loben. Dass es dann doch so aufwändig werden sollte, hätte niemand der Beteiligen gedacht.

„My New York City“ zeigt die US-Metropole mal anders: Bunte Wolkenkratzer reihen sich aneinander, Vögel und Wolken zieren den Himmel, fröhliche Fische tummeln sich im Wasser. „Rizzis Markenzeichen ist, dass er seine Stadt auf kindlich-naive Weise darstellt. Das haben wir genauso übernommen“, erläuterte die Künstlerin. Dabei zeigt das Monumentalbild, das der Hausmeister in großer Anstrengung ins Foyer geschleppt hatte, bei jeder Betrachtung wieder neue Einzelheiten, die ins Auge fallen: So sind die unterschiedlichsten Gesichter in den Fenstern der Wolkenkratzer zu sehen und die Schiffe tragen die Namen der Schülerinnen. „Es war in der Tat nervenaufreibend“, gab Schilling-Zimmer zu, „aber es hat sich gelohnt.“ Für Schulleiter Becker ist das Bild, das dauerhaft im Foyer hängen soll, ein großer Gewinn. „Es ist bunt, lebhaft und vor allem fröhlich – genau wie unsere Schulgemeinde“, sagte er.

Quelle: op-online.de

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