Wiedereröffnung für 1. August geplant

Neue Chance fürs Lädchen

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Heidi Micka sorgt ab August dafür, dass die Langstädter das Nötigste im Ort bekommen.

langstadt - Keine Milch mehr im Kühlschrank? Und wohin mit dem großen Päckchen? Ab August müssen die Langstädter für all diese Dinge keine weiten Wege mehr zurücklegen.

Als am Pfingstsamstag das Langstädter Lädchen seine Pforten schloss und die Scheiben mit Papier abgeklebt wurden, befürchteten einige im Ort schon das Schlimmste für die Nahversorgung. Doch die Schließung ist nur vorübergehend: Eine neue Pächterin wird die Geschicke in die Hand nehmen. Sie heißt Heidi Micka, ist 52 Jahre alt und wohnt in Langstadt. Am 1. August ist Neueröffnung. Unser Mitarbeiter Michael Just hat sie zu ihren zukünftigen Plänen und Zielen befragt.

Woher kommen Sie und was haben Sie bisher gemacht?

Ich komme ursprünglich aus Obertshausen, wohne aber seit acht Jahren in Langstadt. Von Anfang an hab ich mich hier sehr wohlgefühlt und Langstadt lieben gelernt. Vorherige Berufsstationen waren stets im Verkauf, wie Bäcker- oder Metzgerei. Für mich ist es die erste Selbstständigkeit.

Als Verkäuferin kennen Sie das Langstädter Lädchen bereits.

Seit Oktober 2014 war ich auf 450-Euro-Basis dabei, aufgrund der geringen Stundenzahlen allerdings nur vormittags. Da ich mehr arbeiten will, passt die jetzige Entwicklung.

Wie kam es zu ihrem Einstieg?

Der Besitzer der Immobilie eröffnete den Laden im Jahr 2013 selbst, weil er den Gewerberaum nicht leerstehen lassen wollte. Zu seinem Hauptberuf war es zusätzliche Arbeit, weshalb er immer sagte, er weiß nicht, wie lange er das mit dem Laden noch machen will und dass er einen Nachfolger sucht.

Und dann haben Sie die Hand gehoben?

Mit meiner Erfahrung im Laden will ich das jetzt probieren. Ich mache die Hauptarbeit, mein Mann wird mich unterstützen.

Der Laden fiel in den letzten Monaten durch „Umstrukturierungen“ auf.

Das stimmt. Ende März trennte man sich von der letzten Vollzeitkraft, weil sich die Kosten nicht rechneten. Zum Schluss wurde nur noch mit Mini-Jobs gearbeitet.

Mit ihrem vollen Einsatz wollen Sie nun die Personalkosten gering halten?

Ich werde von Montag bis Samstag arbeiten und sonntags noch das Büro machen. Dazu helfen mir drei Mini-Jobber. Ich hoffe, dass die Langstädter mich unterstützen. Es wäre wünschenswert, dass sie – nachdem der Laden nun zweieinhalb Monate zu war – einen Verlust bemerkt haben.

Das Sortiment hat sich schon bei ihrem Vorgänger merklich reduziert. Können sie sagen, wer einkauft und was vor allem benötigt wird?

Es kaufen viele Rentner. Deshalb ist es vor allem mein Ziel, die breite Mittelschicht zu gewinnen. Insgesamt wird aufs Geld geschaut, exklusive und teure Lebensmittel gehen nicht so gut. Gekauft wird vor allem das Grundsortiment wie Milch, Kaffee, Nudel, Zucker und so weiter, dazu Tiefkühlware. Die Menge der Artikel ist meist überschaubar und liegt unter zehn Euro. Mit einem vollen Einkaufswagen fahren nur wenige raus. Loben muss ich die Ortsbeiräte: Sie unterstützen mich sehr gut und kaufen wirklich nur das außerhalb, was ich nicht habe.

Die Sortimentsauswahl scheint keine leichte Aufgabe zu sein?

Das ist so. Als kleiner Laden kann man nicht alles führen. Schreibwaren haben wir aus dem Programm genommen, da das nur zum Schulbeginn läuft. Und selbst dann gehen die meisten Schüler mit ihrer Liste vom Lehrer in den Fachhandel. Ein Stiefkind ist zudem die Kosmetik. Trotzdem braucht es hier ein kleines Grundsortiment im Regal. Das gleiche gilt für Tierfutter. Baby-Nahrung haben wir keine, da sie zu selten nachgefragt wird.

Ist so ein Laden nicht mit einer großen finanziellen Herausforderung verbunden?

Ich mag Herausforderungen. Trotzdem muss ich sagen, dass finanziell mehr auf mich zukam, als ich dachte. Das reicht von Wareneinkauf bis Steuerberater. Hinzu habe ich mich für Neuanschaffungen, wie eine Scanner-Kasse, entschieden. Vorher wurde alles eingetippt und per Hand ausgezeichnet. Jetzt geht alles über Computer. Zur Neueröffnung gibt’s andere Möbel für die Kaffee-Ecke und eine neue, große Kaffeemaschine, die jetzt auch Latte Macchiato und Espresso machen kann.

Welche weiteren Veränderungen warten auf die Kunden?

DHL habe ich aufgenommen. Zukünftig kann man bei uns auch Pakete aufgeben oder Briefmarken kaufen.

Quelle: op-online.de

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