Ex-Freundin im Streit erschossen

Angeklagter zu zehn Jahren Haft verurteilt

Darmstadt - Das Urteil ist gefallen: Ein 54-jähriger Mann aus Babenhausen muss für den Mord an seine Ex-Freundin für zehn Jahre ins Gefängnis. Das entschied das Landgericht Darmstadt.

Für tödliche Schüsse auf seine Ex-Freundin ist ein Mann vom Landgericht Darmstadt zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Schwurgericht befand den 54-Jährigen heute für schuldig, im Mai 2014 in einem Waldstück bei Babenhausen bei einem Streit im Auto dreimal auf die Frau geschossen zu haben. Sie habe ihn wegen seiner Potenzprobleme heftig beleidigt. Es handele sich aber nicht wie angeklagt um Mord, sondern um Totschlag. „Der 54-Jährige hatte keine andere Wahl“, meinte der Vorsitzende Richter Volker Wagner. „Er konnte in seinem einfachen Wesen nicht anders. Das war das schicksalhafte Ende einer Beziehung.“ Der Angeklagte hatte die Tat zu Prozessbeginn vor fünf Wochen gestanden. Die mehr als zehn Jahre jüngere Frau hatte schwere Verletzungen am Kopf und an der Brust erlitten. Der Mann fuhr sie mit quietschenden Reifen noch in ein Krankenhaus. Dort starb sie.

Das Schwurgericht stellte klar, dass der Mann trotz der schweren Beleidigungen nicht habe schießen dürfen. Die Frau habe aber einen jungen Liebhaber gehabt, mit dem Liebesleben geprahlt. Der Streit habe sich hochgeschaukelt. „Der 54-Jährige traf auf eine keifende Frau“, meinte Wagner. „Sie war in der Lage, ihn zur Weißglut zu bringen. Irgendwo gibt es da einen Rest von Erklärung für die Tat“. Die beiden hätten sich schon häufiger "wechselseitig provoziert", meinte der Richter. „Sie konnten aber auch voneinander nicht lassen.“

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Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Mordes eine lebenslange Haft gefordert. Der Mann habe „gezielt in Kopf und Brust geschossen“, die Beleidigungen seien auch nicht "das bestimmende Motiv gewesen". Der Angeklagte habe ihr schon oft gedroht gehabt. Die Verteidigung plädierte auf Totschlag. Die Haftstrafe sollte nur „eine einstellige Zahl“" betragen. Die Frau habe auf den Mann „verbal eingedroschen“, ihn in seiner „Ehre, Integrität und Männlichkeit“ verletzt. „Das war eine völlige Übersteigerung dessen, was ein Mensch ertragen kann.“ Anklage und Verteidigung ließen zunächst offen, ob sie das Urteil akzeptieren.

dpa

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Quelle: op-online.de

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