Neue Betreuungseinrichtung für Kinder ab Babyalter

Das „Pflegenest“ ist am Start

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Die drei Tagesmütter Sandra Kreuzer, Silke Maaty und Sandra Baierl (von links) haben mit ihren Kindern das neue Pflegenest in Langstadt bezogen.

Langstadt - In Langstadt gibt es eine neue Betreuungseinrichtung für Kinder ab dem Babyalter: das „Pflegenest“. Von Ursula Friedrich 

Drei Frauen, fünfzehn Knirpse, eine Idee. Auf diesen prägnanten Nenner lässt sich die neue Betreuungseinrichtung in Langstadt bringen, die landesweit ihresgleichen sucht: Das Langstädter Pflegenest, eine Einrichtung für die Kleinsten, in der drei Tagesmütter unabhängig voneinander ihre Kindergruppen betreuen. Sandra Kreuzer, Sandra Baierl und Silke Maaty sind qualifizierte Tagesmütter mit langjähriger Erfahrung. Bislang übte jede ihren Beruf zu Hause aus. Bis zu fünf Kinder ab Babyalter wurden hier von der Bezugsperson Tagesmutter in dieser behüteten, familiären Atmosphäre gepflegt und gefördert. Seit Monatsbeginn verwirklicht das Frauentrio sein jüngstes Vorhaben: Drei unabhängige Tagespflegegruppen unter nur einem Dach.

Die Idee hierfür entstand im Frühjahr. „Da die Stadt Babenhausen zu wenig Betreuungsplätze hat, und gerade die U 3-Plätze große Kapazitäten verschlingen, kam mir die Idee für das Tagesmütterhaus“, erzählt Silke Maaty. Die geeignete Immobilie war rasch gefunden, ein Häuschen mit Garten im Ortsteil Langstadt. Hier haben die Pflegemamas mit Handwerkern, Helfern und einer rührigen Vermieterin Monate lang geschuftet. Das Ergebnis sind drei voneinander unabhängige Pflegebereiche. Küche, Bad, Ruhezonen, Spielräume und ein Garten gehören zum Pflegenest. Was im März noch euphorisch angepackt wurde, erwies sich allerdings als steiniger Weg. Behörden, primär das Jugendamt des Landkreises prüften, prüften und prüften. „Man legte uns Felsbrocken in den Weg“, klagt Silke Maaty, die fast das Handtuch geworfen hätte.

Hintergrund: Ein derartiges Projekt war auch für das Amt Neuland. Das Pflegenest ist ein landesweites Pilotprojekt und brachte feste Behördenstrukturen ins Wanken. Doch nun ist es geschafft. Die ersten zehn Kinder zogen ins Pflegenest ein. In Babenhausen wurde die Idee nicht nur begrüßt, sondern unterstützt. Vom Magistrat gab es grünes Licht, die (Miet) -kosten für das Wohnhäuschen zu bezuschussen. So ist es möglich, trotz individueller Betreuung im familiären Umfeld die Kosten im Rahmen der städtischen Gebührensätze für Kinder unter drei Jahren zu halten. Auch eine Vernetzung mit den örtlichen Kindertagesstätten ist vorgesehen, die überwiegend Kinder ab zwei Jahren aufnehmen.Die drei Tagesmütter empfinden sich nicht als Konkurrenz, sondern viel mehr als Bereicherung der Betreuungslandschaft, die in den letzten Jahren kostenintensiv modelliert und erweitert wurde, um neuen gesetzlichen Vorgaben und gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen.

Wie werde ich...? Tagesmutter

„Auch mit unseren Öffnungszeiten haben wir uns den Kita-Standarts angepasst“, ergänzt Sandra Baierl. Die Kernzeiten liegen bei sechs Stunden, weitere Stunden sind zukaufbar, individuelle Regelungen möglich. Noch gibt es wenige Pflegeplätze bei der Tagesmüttern. Kontakt: Sandra Kreuzer, Rufnummer  0151/21471774, Sandra Baierl, 06073/509125, Silke Maaty, 06073/7479163.

Seit 2013 hat die Stadt Babenhausen eine Anlaufstelle für die Kindertagespflege eingerichtet, die im i-Punkt des Rathauses, Fußgängerzone, untergebracht ist. Das Familien- und Frauenforum unterstützt und berät Eltern kostenlos rund um das Thema Kindertagespflege. Der Verein ist Schnittstelle zwischen Eltern, Tagesmüttern und -vätern, sowie Fachstellen. Hier erhält man Informationen und den Kontakt zu Pflegepersonen. Um das Betreuungsangebot zu erweitern wird außerdem über die Ausbildung zur Tagesmutter oder -vater informiert. Seit Januar 2014 subventioniert die Stadt Babenhausen die Kindertagespflege außerdem mit einem Euro pro Kind und Betreuungsstunde.

Zuständig für die Vermittlung von Pflegepersonen sowie die Qualifizierung zur Tagesmutter/Tagesvater ist auch die Tageseltern-Tageskinder-Vermittlung (TTV) der Landkreises Darmstadt-Dieburg, Hügelstraße 28, 64283 Darmstadt, Rufnummer 06151/9512525, E-Mail: service@tageselternvermittlung.de oder unter www.tageselternvermittlung.de. Voraussetzung für eine Ausbildung ist ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Für den Kreis Darmstadt-Dieburg ist eine Grundqualifizierung mit 100 Unterrichtseinheiten und jährlich daran anschließende Aufbauqualifizierungen von 20 Einheiten verpflichtend. Zudem muss ein Grundkurs „Erste Hilfe für Kindernotfälle“ absolviert werden.

Quelle: op-online.de

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