Hilfe gegen Stromfresser

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Caritasmitarbeiter Klaus Koch informierte über die Aktion.

Babenhausen - Die steigenden Energiekosten machen sich in den Geldbeuteln der Bundesbürger bemerkbar, umso deutlicher je weniger Geld da ist. Von Petra Grimm

So dass vor allem bedürftige Menschen, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen, durch höhere Stromkosten und saftige Nachzahlungen Ende des Jahres vor erheblichen Problemen stehen. Denn der Anteil für Strom am Regelsatz stieg nicht entsprechend mit. „Außerdem gibt es in diesen Haushalten kaum Geld, um in Geräte zur Verbesserung der Energieeffizienz zu investieren“, sagte Klaus Koch von der Außenstelle Dieburg des Caritasverbandes Darmstadt.

„In diesem Jahr werden 600.000 bis 800.000 Stromsperren und 200.000 Gassperren erwartet“, sagte Koch, der dieser Tage die Kunden im Babenhäuser Lebensmittelpunkt über die Aktion „Stromspar-Check“ informierte. Dieses vom Deutschen Caritasverband und dem Bundesverband der Energie und Klimaschutzagenturen Deutschlands getragene Projekt hilft einkommensschwachen Haushalten kostenlos und ganz praktisch, Energie zu sparen und damit die Kosten für Strom und Wasser dauerhaft zu senken. „Mit recht einfachen Mitteln ist es möglich, bis zu 100 Euro Stromkosten und 50 Euro für Wasser im Jahr zu sparen“, sagte Koch.

Das vom Bundesumweltschutzministerium geförderte und mit dem europäischen Umweltpreis ausgezeichnete Projekt ist im Dezember 2008 gestartet und wird inzwischen bundesweit an 109 Standorten durchgeführt. „Wir beraten die Menshcen vor Ort. In den vergangenen vier Jahren haben wir im Landkreis Darmstadt-Dieburg schon 600 Haushalte besucht“, erklärte der Caritasmitarbeiter.

Teilnahmeberechtigt an der kostenlosen Aktion sind alle Menschen, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen. Sie müssen nur bei der Caritas in Dieburg oder auch im Lebensmittelpunkt einen Termin für einen Hausbesuch ausmachen. Bei diesem ersten Hausbesuch, der etwa eineinhalb Stunden dauert, schauen sich die Stromsparhelfer die Geräte und den Strom- und Wasserverbrauch an. Nach der Auswertung dieses Checks wird ein Plan erstellt, wo Einsparungen möglich sind, und ein individuelles Soforthilfepaket zusammengestellt. Das besteht aus verschiedenen Energiespargeräten, wie Sparlampen, Wassersparduschköpfen, schaltbaren Steckdosenleisten, Kühlschrankthermometern und anderem. „Diese Einspargeräte im Wert von 70 Euro pro Haushalt werden kostenlos zur Verfügung gestellt“, erklärte Koch. Eingebaut werden diese Artikel bei einem zweiten Hausbesuch, bei dem es dann auch eine auf den speziellen Haushalt abgestimmte Beratung gibt.

„Wir wollen die Leute fürs Energiesparen, Umwelt- und Klimaschutz sensibilisieren“, sagte er und verwies auf eine weitere sozialpolitische Komponente der Aktion. Denn die Stromsparhelfer, die in die Haushalte kommen, sind Langzeitarbeitslose, die für diese Tätigkeit umfangreich geschult wurden und im Idealfall über diese qualifizierte Beschäftigung wieder eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen.

  • Auf der Internet-Seite der Aktion, die unter www.stromspar-check.de zu finden ist, sind hilfreiche Tipps veröffentlicht. Die Caritas-Außenstelle in Dieburg ist unter Tel.: 06071 208969, montags bis freitags zwischen 9 und 15 Uhr erreichbar.

Quelle: op-online.de

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