Es ist die Esel-Klasse

Leya Walz freut sich auf ersten Tag in der Bachwiesenschule

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Leya kann es kaum noch erwarten: Am Dienstag wird die Sechsjährige aus Hergershausen eingeschult. Der Schulranzen steht schon bereit, die Buntstifte sind gespitzt und Mutter Anja Walz hat jeden einzelnen mit einem Namensschild versehen müssen.

Hergershausen - Leya Walz ist eines von 137 Kindern aus Babenhausen, für die am Dienstag ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Von Norman Körtge 

Es sind nur noch wenige Felder, die Leya auf ihrer Countdown-Schlange nicht ausgemalt hat. Die Felder stehen für die Tage, die es noch bis zur Einschulung sind. Zugeschickt bekommen hat die Sechsjährige aus Hergershausen die auf Papier aufgedruckte Schlange von Heike Wendel, ihrer zukünftigen Klassenlehrerin an der Bachwiesenschule. Und in dem Brief hat sie auch darüber informiert, dass sie am kommenden Dienstag nach dem Stoff-Esel Ausschau halten muss, dem Erkennungszeichen ihrer Schulklasse. Noch drei Mal schlafen, dann ist es soweit. Von Aufregung ist bei Leya allerdings nichts zu merken. Zu sehr steht sie noch unter den Eindrücken der gerade erst zu Ende gegangenen Ferienspiele („Weitwurf mit Gummistiefeln“) und an diesem Wochenende wird beim TV Hergershausen noch gezeltet.

„Ich glaube, dass ich als Mutter aufgeregter bin als mein Kind“, meint dann auch Anja Walz. Immerhin beginnt für das eigene Kind ein neuer Lebensabschnitt und damit verbunden sind offene Fragen: Schafft sie es, überall mitzukommen? Klappt es mit den Hausaufgaben? Allerdings weiß die 41-Jährige auch um die Stärken ihrer Tochter („Das selbstbewusste Auftreten hat sie von mir“) und dass die Erzieherinnen in der Kindertagesstätte einen guten Job gemacht haben. Für Leya allerdings das Wichtigste: Ihre beste Freundin Franzi wird mit ihr in einer Klasse sein.

Ansonsten sind aber auch fast alle Vorbereitungen abgeschlossen, um der Tochter einen guten Start ins Schulleben zu ermöglichen. Nahezu alle auf der Materialliste aufgeführten Dinge sind mitterweile besorgt: Unter anderem ein Hausaufgabenheft (nur liniert, DinA6), sieben Schnellhefter in den Farben rot, blau, grün, weiß, gelb, grau und schwarz, eine durchsichtige Eckspannmappe, ein Klebestift, ein Deckfarbenkasten mit zwölf Farben und ein Mäppchen (ohne Füller, Patronen und Filzstifte). Letzteres ist für die Eltern mit einem besonderen Aufwand verbunden. „Bitte alle Dinge, auch jeden einzelnen Stift, mit Namen kennzeichnen“, heißt es am Ende der Liste. „Zum Glück haben wir ein Etikettiergerät. Das hat mir das Leben einfacher gemacht“, erzählt sie.

Den pinkfarbenen Schulranzen mit dem Schmetterling hat Leya hingegen zusammen mit ihrer Patentante Iris in einem Fachgeschäft in Dieburg gekauft. Mit umfangreichem, farblich passendem und funktionellem Zubehör, wie die Sechsjährige stolz vorführt. So hat die Brotdose einen Einsatz, in den separat vom Brot etwa Obst und Gemüse gelegt werden kann.

Auch um das neben dem Schulranzen zweitwichtigste Utensil am Einschulungstag hat sich die Patentante gekümmert und die Schultüte gebastelt. „Ich mag Wasser und Delfine“, erklärt Leya ihre blaue Schultüte mit den Meeresbewohnern. Und was reinkommt, weiß Mutter Anja: Ein paar Süßigkeiten, ein Glitzerarmbändchen und ein „Mein erster Schultag“-Album. Das Kleid für den ersten Schultag hängt ebenfalls schon im Schrank. Mit Papa Eddy Walz ging es shoppen: ein weißes Kleid mit Blumenmotiven sollte es sein.

Das es an der Zeit ist, dass Leya in die Schule kommt, haben ihre Eltern in letzter Zeit bei der ein oder anderen Diskussion zu hören bekommen: „Ich bin doch kein Kindergartenkind mehr“, so dass Totschlagargument der Sechsjährigen.

Quelle: op-online.de

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