Malerin Ulrike Eckhardt stellt aus

„An Kunst kommt niemand vorbei“

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Die Malerin Ulrike Eckhardt zeigt ihre abstrakten und gegenständlichen Bilder in der Seniorenresidenz. Die Entstehungsgeschichte von windgezauste erklärt Malerin Ulrike Eckhardt (links) der Betrachterin Sylvia Klötzel.

Babenhausen - Es riecht lecker nach Essen und nicht nur die Düfte machen Appetit. Das Wasser im Mund läuft dem Betrachter auch beim Anblick der Bilder zusammen. Von Ulrike Bernauer

Da prangen Kürbisse auf den Gemälden. Zwiebeln, Tomaten und Oliven, der Käse sowie ein Krug mit Wein laden ein, sich nieder zu lassen und zu schmausen. Die Groß-Zimmerner Malerin Ulrike Eckhardt stellt in der Seniorenresidenz K&S ihre farbenfreudigen Gemälde aus. Und die Stillleben von Obst und Gemüse oder gedeckten Tafeln haben ganz selbstverständlich im Speisesaal den richtigen Platz gefunden. Einrichtungsleiter Jens Spitzer freut sich über die bunte Bereicherung des Hauses. Nicht nur der Speisesaal ist neu dekoriert – vor Eckhardt stellte bereits der Babenhäuser Künstler Horst Käse hier aus – auch in den Fluren im Erdgeschoss prangt Sehenswertes. Der Heimleiter ist begeistert von dem Konzept der Stadt, Kunst nicht nur in Ausstellungshallen und Galerien sichtbar zu machen, sondern auch in den unmittelbaren Lebensbereichen der Menschen.

„Wir wollen niemanden ausschließen vom Kunstgenuss“, sagt Sylvia Klötzel, zuständig für die Wirtschaftsförderung der Stadt, aber auch die Kunst. „Es freut uns, dass niemand an der Kunst in Babenhausen vorbei kommt. Wir wollen auch ältere Menschen nicht ausschließen.“ Klötzel, die schon Kunst in die Schaufenster leerstehender Läden hängen ließ, will auch weitere Ausstellungsflächen generieren. Kürzlich wurde eine Schau der Malerin Ine Reichard in der Bäderabteilung des Baumarktes Andre+Oestreicher eröffnet, als Austellungsörtlichkeit könnte sie sich auch die Firma Continental vorstellen, bei der sie demnächst einmal vorsprechen will.

Ulrike Eckhardt stammt aus Groß-Zimmern und hat ihre Bilder schon bei vielen Ausstellungen gezeigt. Seit 13 Jahren malt sie, beigebracht hat sie sich alles selbst: „Die Kinder waren noch klein und ich hatte keine Zeit, Kurse zu besuchen.“ In ihrem Beruf, ein Studium musste sie wegen der Kinder abbrechen, hat sie als Dekorateurin auch viel mit Gestaltung zu tun. Das Malen ist für sie mehr als ein Hobby, sie bezeichnet es als Berufung. Acryl ist das Arbeitsmittel ihrer Wahl, Öl ist ihr zu aufwändig. Eckhardt formuliert auch ganz klar den Anspruch an ihre eigenen Bilder: „Ich habe ein großes Harmoniebedürfnis und deshalb will ich schöne Bilder malen.“ Jahrelang zeichnete sie rein gegenständlich, also beispielsweise die Stillleben, die nun im Speiseraum hängen. Da muss der Betrachter sich nicht fragen, was er vor sich hat.

„Ich hatte jahrelang überhaupt keinen Zugang zu abstrakten Gemälden, bis sich das während des Malens eines Bildes geändert hat“, sagt die Künstlerin. Durch kleine Veränderungen erhalte man mitunter verblüffende Ergebnisse. Doch ihr Harmoniebedürfnis kommt auch im Abstrakten zum Tragen, „auch diese Bilder sollen dekorativ sein, ich male immer mit fröhlichen Farben.“ Sonja Schilling-Zimmer fühlt sich durch die Bilder berührt. Und sie meint auch gleich, ein Motiv aus eigener Anschauung zu kennen. Sie deutet auf ein Gemälde mit einer Reihe von Bäumen und ist sich sicher, dass die Straße von Langstadt nach Babenhausen dafür Motiv stand. Das ist zwar nicht der Fall, gezeichnet wurde eine Allee im Odenwald, der Begeisterung von Schilling-Zimmer tut das aber keinen Abbruch: „Der Glanz auf den Blättern und der graue Himmel im Hintergrund sind einfach wunderbar eingefangen.“

Die Werke von Ulrike Eckhardt kann man noch bis zum Samstag, 25. April, in der Seniorenresidenz K&S sehen. „Es kann jeder zu den üblichen Öffnungszeiten kommen“, sagt Einrichtungsleiter Jens Spitzer, „man benötigt auch keine Anmeldung.“

Quelle: op-online.de

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