„Feierowend“ in den Räumen der ehemaligen Feuerwehr

„Middedrin“ pflegt Geselligkeit

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Sabine Veit (Schriftführerin), Harald Weidler (zweiter Vorsitzender) und Vorsitzende Heidrun Koch-Vollbracht (v.l.) vom Vorstand des Vereins „Middedrin“ mit zwei Gästen.

Harreshausen - Viermal im Jahr lädt der Verein „Middedrin“ zum geselligen „Feierowend“ ins ehemalige Feuerwehrhaus des Stadtteils ein. Die Veranstaltungsreihe, die im Herbst 2012 ihre Premiere hatte, ist eine Erfolgsgeschichte. Von Petra Grimm

Auch die jüngste, lockere und Generationen übergreifende Veranstaltung war sehr gut besucht. Ein Buffet „rund ums Ei“ begeistert unter anderem mit gefüllten Eiern, Aufstrich, Salat und sogar Muffins mit Eiern und Speck. Eine Eierlikörcreme lockt als süße Variante. Viele Gäste haben kreative Köstlichkeiten beigesteuert. Das Essen wird beim „Feierowend“ nicht verkauft. Ein Spendentopf ist aufgebaut, in den jeder wirft, was er für angemessen hält. Die Getränke, die der Verein ja auch erwerben muss, werden dagegen verkauft.

„Am Anfang hieß es noch After-Work-Party. Kam aber unter diesem Namen nicht so gut an. Vor allem die älteren Leute haben sich davon nicht angesprochen gefühlt. Das schöne, hessische Wort Feier-owend passt besser. Wir haben immer ein der Jahreszeit angepasstes Motto für unser Buffet, das großzügig gespendet wird“, erzählt Heidrun Koch-Vollbracht, die seit einem Jahr Vorsitzende von „Middedrin“ ist. An ihrer Seite im Vorstand sind Harald Weidler als ihr Stellvertreter, Sabine Veit als Schriftführerin und Daniela Wegner als Rechnerin im Einsatz.

Der im Januar 2013, kurz nach dem ersten „Feier-owend“ gegründete Verein, belebt das frühere Feuerwehrhaus, das der Stadt gehört, auch durch Grillfeste, Kaffeetafeln, Weinabende und ähnliches. „Es geht uns um die Pflege der Tradition und des Miteinanders der Menschen, dass sich Neubürger und Alteingesessene treffen. Wir möchten eine Begegnungsstätte mitten im Dorf schaffen. Deshalb auch dieser Vereinsname“, erklärt Koch-Vollbracht.

Im ehemaligen Schulungsraum findet auch das Kommunale Kinderkino statt, um das sich Harald Weidler kümmert. „Es wird sehr gut angenommen, sogar Kinder aus anderen Stadtteilen sind regelmäßig zu Gast. Der Verein hat dafür extra eine Popcornmaschine angeschafft. Das kommt natürlich gut an. Denn es riecht dadurch richtig nach Kino hier“, sagt Koch-Vollbracht. „Wir haben auch eine Mütterbetreuung eingerichtet“, erzählt sie Augen zwinkernd. Denn für die Mamas oder Omas, die die Kinder zum Kino begleiten, baut „Middedrin“ im kleinen Nebenraum eine Kaffeetafel mit selbst gebackenem Kuchen auf. Einen Beamer für Filmvorführungen und eine Spülmaschine für die Küche hat „Middedrin“ mit Vereinsmitteln ebenfalls angeschafft. Beim Renovieren des Raumes haben zwei Mitglieder sich vergangenes Jahr ins Zeug gelegt. „Aber es muss noch mehr gemacht werden“, sagt Koch-Vollbracht, die mit ihrem Vorstand auch die Vermietung der Räume managt. Als Dauermieter nutzen eine Kosmetikfirma montags, der Gesangverein dienstags und freitags der Feuerwehrverein zum Karten spielen den Raum. Der CDU-Stadtverband hält seine Vorstandssitzungen hier ab.

„Manches können wir uns bei Herigar in Hergershausen abschauen. Aber bei uns ist alles etwas kleiner. Wir organisieren nicht so viele Veranstaltungen“, so die Vorsitzende, deren Verein über 40 Mitglieder zählt. Für die Größe des Stadtteils eine ansehnliche Zahl. Und auch was die Anzahl der Events betrifft, muss sich „Middedrin“ nicht verstecken. Allein was neben den vierteljährlichen Feierowend-Treffen in diesem Jahr noch geplant ist, klingt nach viel Arbeit für die Organisatoren und Spaß für die Besucher. So steht im September sowohl ein Grill- als auch ein Weinabend auf dem Programm. Am 28. Oktober wird Erich Reichart einen Bildvortrag über seine Reisen mit Containerschiffen halten. Im November ist ein Suppenabend geplant.

Fortgeführt werden soll auch das IKEK-Projekt, bei dem Narzissenbänder als Verbindung zwischen den einzelnen Stadtteile entstehen. „Wir haben im letzten November am Spielplatz damit angefangen und sind bis zum Bahndamm gekommen. Diesen Herbst wollen wir gerne gemeinsam mit der Schule im Kirchgarten damit weitermachen. Eine andere Idee von uns ist ein Treffen, das wir Harreshäuser Gebabbel nennen wollen. Da könnten die Leute von früher erzählen und alte Fotos mitbringen, die wir einscannen. Denn wir würden die Dorfgeschichte gerne hier an den Wänden darstellen. Außerdem überlegen wir, wie wir die Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins mit den Zeichnungen des Architekten, der während des Krieges in Harreshausen im Jagdschlösschen gewohnt hat, hier präsentieren könnten“, so Koch-Vollbracht.

Quelle: op-online.de

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