Babenhäuser Mode-Unternehmen in 50 Ländern erfolgreich

Modische Mütter mögen’s lässig

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Stefan Lässig (von links), Frau Claudia und Karen Heinrich, zuständig für Einkauf und Personal, sind der Kopf der Firma.

Babenhausen - Wenn ein Baby da ist, hört es bei vielen Frauen mit den Modetrends auf. Zu sehr sind sie in ihre Mutterrolle gezwängt. Doch das muss nicht sein, finden Stefan und Claudia Lässig und liegen mit ihrer Produktion von trendigen Wickeltaschen genau im Zeitgeist. Von Corinna Hiss 

Claudia Lässig hat es selbst erlebt, als das erste Kind unterwegs war. Wohin mit Fläschchen, Windel und Spuckelätzchen? Setzte sie früher modische Highlights mit ihrer Handtasche, baumelte auf einmal nur ein großer Beutel mit Babyzubehör am Arm. „Die Wickeltaschen, die es damals auf dem Markt gab, waren weder trendig noch schön, sondern nur zweckmäßig“, erinnert sich die heute 50-Jährige. Aus der eigenen Notlage heraus ist dann das entstanden, was sich heute zu einer weltweiten Erfolgsgeschichte gemausert hat: 2007 kam die erste Wickeltaschen-Kollektion vom Babenhäuser Unternehmerpärchen heraus, mittlerweile sind die Lässig-Produkte aus Spielwarenläden, Möbelhäusern, Babyfachmärkten und Kinderboutiquen kaum noch wegzudenken. Dabei war die Idee so simpel wie genial: Die geräumigen Wickeltaschen sollen zum einen schick aussehen, zum anderen gut für die Umwelt sein. Denn die Firma Lässig legt größten Wert auf nachhaltige Produktion. „Wir stehen im ständigem Kontakt mit Prüfunternehmen und sind permanent auf der Suche nach neuen, schonenderen Herstellungsmethoden“, sagt Stefan Lässig, der in der Babenhäuser Firma, die ihren Sitz Im Riemen hat, für Vertrieb und Marketing zuständig ist. Da beim Färbungsprozess der meiste Energie- und Schadstoffverbrauch auftritt, wird beispielsweise mit dem Stoff Ecoya gearbeitet, der besonders umweltschonend ist. Das Ergebnis gefiel nicht nur den Kunden: Eine Fachjury prämierte die Wickeltasche zum „Besten Produkt 2015/2016“.

Nur Nachhaltigkeit allein macht aber nicht den Erfolg des 60-Mitarbeiter-Unternehmens aus. „Mode muss nicht beim Muttersein aufhören“, sagt Claudia Lässig, zuständig für Design und Produktion. Als Frau und Mutter weiß sie, was der Damenwelt gefällt. Und von passenden Wickeltaschen zum Kinderwagen hält die Babenhäuserin wenig. „Man ist die ganze Zeit nur Mutter, aber das Frausein darf dabei nicht verloren gehen.“ Mittlerweile hat das Unternehmen rund 400 verschiedene Modelle auf den Markt gebracht. Zwei Mal jährlich erscheint eine neue Kollektion – die neueste wurde im September auf Messen vorgestellt und ist Ende des Jahres im Handel erhältlich. „Es ist wichtig, immer mit dem Zeitgeist zu gehen und Neues zu präsentieren“, sagt Stefan Lässig. Eine Tasche ist bereits ab 60 Euro erhältlich. Immer im Preis enthalten ist Wickelzubehör, das problemlos herausgenommen werden kann. „So eignet sich das Produkt auch als modisches Accessoire, wenn das Kind älter ist“, so die Geschäftsführerin.

Sexy und rebellisch: Rock-Schick richtig umsetzen

Neben den Taschen und Rucksäcken vertreibt die Firma Lässig auch Baby-Lätzchen, Spielzeug, Kinder-Trolleys oder Mäppchen. „Wir sehen uns als Lifestyle-Markt für die ganze Familie“, ist die Vision von Stefan Lässig. Dabei wird Individualität und Umweltbewusstsein groß geschrieben. Ein Reh als Markenzeichen wurde ganz bewusst gewählt: Es verkörpert Schutzbedürftigkeit und Natur. Auch der eigene Nachname Lässig passt bestens zum Konzept und hat auch im Ausland einen Wiedererkennungswert. Schließlich gibt es die Babenhäuser Designs mittlerweile in rund 50 Ländern zu kaufen. Die Internationalität des mittelständigen Unternehmens kann aber auch seine Tücken haben. So variieren bestimmte Produktionsrichtlinien von Land zu Land, in den USA sogar zwischen den einzelnen Bundesstaaten. Berücksichtigt werden müssen unter anderem Werte von bestimmten Substanzen oder gar Brandschutzmaßnahmen. Damit kein Risiko eingegangen wird, hat die Firma ein eigenes Qualitätsteam im Haus sowie permanenten Kontakt zu Prüfinstituten. „Wir stehen persönlich hinter einer nachhaltigen Produktion. Aber auch die anständige Bezahlung der Arbeiter ist uns wichtig“, sagt Stefan Lässig. Einige Produkte unterstützen mit ihrem Gewinn sogar soziale Projekte wie das Kinderhospiz in Wiesbaden. Auch wenn in Babenhausen nur Verwaltung, Vertrieb und Showroom des Unternehmens sind, das Hauptlager in Weiskirchen sitzt, sehen Claudia und Stefan Lässig die Gersprenzstadt als den idealen Ort, um mit ihrer Firma weiter Erfolgsgeschichte zu schreiben. „Das ist unsere Heimat“, drückt es Ehemann Stefan aus. „Wir sind immer noch ein Familienunternehmen. Und die Lage zum Flughafen ist unschlagbar.“

Quelle: op-online.de

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