Band soll an ehemalige Synagoge erinnern

In Bronze gegossenes Gedenken

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Babenhausen - Seit 2015 erinnern die sogenannten Stolpersteine an jüdisches Leben in Babenhausen. Auf die ehemalige Synagoge in der Altstadt weist schon bald ein Gedenkband hin.

„In der Amtsgasse 16 befanden sich das Schulhaus und die Synagoge der jüdischen Gemeinde Babenhausen. Die Synagoge wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 geplündert und als Bethaus zerstört“, steht auf dem mehr als zwei Meter langen Bronze-Gedenkband. 78 Jahre nach den Geschehnissen wird das Band am Mittwoch, 9. November, vor dem Anwesen in den Straßenboden eingelassen und in einer um 17 Uhr beginnenden Feierstunde enthüllt. Initiator und Stifter ist Rechtsanwalt Dr. Ingo Friedrich (siehe auch Interview), Mitglied im Heimat- und Geschichtsverein Babenhausen. Neben Friedrich werden der Erste Kreisbeigeordnete Christel Fleischmann sowie Bürgermeister Joachim Knoke einige Worte sagen.

Wie Heimatvereins-Vorsitzender Georg Wittenberger ankündigt, wird auch Mindy Ratner aus den USA anreisen. Sie ist die Enkelin von Kaufmann Julius Seewald, der in Babenhausen einen Eisenwarenhandel betrieb sowie dem Vorstand der Volksbank angehörte und der bereits 1933 unter den Verfolgungen der Nationalsozialisten litt. Seewald verließ danach sehr schnell mit seiner Frau Julia und der jüngsten Tochter Edith Deutschland in Richtung USA. Tochter Edith, die Mutter von Mindy Ratner, ist heute 98 Jahre. Mindy Ratner wird nicht nur bei der Feierstunde die Gelegenheit ergreifen, einige Worte zu sagen, sie ist auch als „Zeitzeugin“ in der Bachgauschule zu Gast.

Die Welt gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Mit einem Segensspruch im Namen der vier in Babenhausen vertretenen christlichen Konfessionen wird Pastor Christoph Habeck die Gedenkstunde offiziell beschließen. Danach ist Gelegenheit gegeben, das noch vorhandene bunte Rosettenfenster zu besichtigen, das einst die Synagoge zierte. Wie Wittenberger berichtet, wird es zurzeit vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege untersucht. Nach den bisherigen Ergebnissen könnte das Fenster in den 1870er Jahren eingebaut worden sein. (nkö)

Gedenken an die Opfer des Holocaust

Quelle: op-online.de

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