„Die Innenstadt ist voll“

„Nacht der Lichter“ belebt die Bummelgass’

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Nachtwächter Burkhard Schimpf führte bei der „Nacht der Lichter“ durch die Babenhäuser Altstadt. Für Kinder gab es eine Woche vor St. Martin bereits einen Laternenumzug.

Babenhausen - Bereits zum dritten Mal hat der Gewerbeverein mit einer „Nacht der Lichter“ hunderte Besucher in die Altstadt gelockt und für den hiesigen Einzelhandel und die Gastronomie geworben – mit vielen Aktionen und Ständen. Von Jens Dörr 

Häufig und dabei leider oft auch zu Recht wird in Zeiten des boomenden Internethandels über schwere Zeiten für den Einzelhandel besonders in kleineren Innenstädten berichtet. Auch die Bummelgass’ in Babenhausen bleibt davon nicht verschont. Am Donnerstagabend sandte sie aber reichlich Lichtblicke – was durchaus auch im wahrsten Wortsinn zu verstehen war: Bei der dritten „Nacht der Lichter“ strömten zwischen 18 und 22 Uhr hunderte Besucher aus Babenhausen und Umgebung ins Zentrum. 40 Stände gab es zu erkunden – und so manches Angebot darüber hinaus.

Ein mobiler Höhepunkt etwa war die innerstädtische Führung von Burkhard Schimpf in der Rolle des Nachtwächters. Lautstark versammelte er am frühen Abend die am Rundgang Interessierten auf dem Marktplatz. Dort ließen es sich zu dieser Zeit bereits Dutzende Gäste gut gehen. Der Wochenmarkt verlängerte seine Öffnungszeiten, dürfte an diesem Abend seinen Rekordumsatz an diesem Standort gemacht haben. Weil die Buden eben immer donnerstags die Babenhäuser Innenstadt bereicherten, habe man den für eine Shoppingnacht eher ungewöhnlichen Wochentag als Termin gewählt, erläuterte in Silke Kasamas, Vorsitzende des Gewerbevereins.

Als sie sich bei Halbzeit der „Nacht der Lichter“ am Stand des SV Sickenhofen eine Stärkung gönnte, war die Anspannung vor dem Großereignis bereits etwas abgefallen. „Ich bin sehr zufrieden. Die Innenstadt ist voll“, sagte Kasamas mit Blick in die Bummelgass’, in der sich die Pärchen, Familien und Gruppen immer dichter drängten. Und wo es nicht nur an den Ständen draußen, sondern auch in den Geschäften immer voller wurde. Ein Magnet war etwa Juwelier Ullrich, der allerdings auch einen Räumungsverkauf mit hohen Rabatten wegen Geschäftsschließung durchführte. Auch ein Hofflohmarkt lockte viele Kunden an. Das Seligenstädter Lampen- und Modestübchen „Herzlich“ hatte die wohl am besten passenden Produkte. Auch in den Geschäften waren im Zuge des temporären „Shop-in-Shop“-Konzepts teils Händler von außerhalb zugegen. „Es gibt zum Beispiel einige Unternehmen aus Schaafheim, die sich an den Aktionen unseres Gewerbevereins beteiligen wollen“, schilderte Kasamas, dass Veranstaltungen wie die noch junge „Nacht der Lichter“ buchstäblich Strahlkraft über Babenhausens Stadtgrenzen hinweg entfalten können. Und sich auch unter der Woche abends eine stattliche Zahl an Kunden mobilisieren lässt, wenn man etwas bietet.

Einige freilich waren weniger unterwegs, um zu späterer Stunde einzukaufen, sondern genossen „nur“ das Flair in der Innenstadt. Zumindest einige Anwohner der Bummelgass“ und mancher Standbetreiber waren dem Aufruf gefolgt, mit Kerzen einen Teil zur stimmungsvollen abendlichen Einkaufsatmosphäre beizutragen und dem Namen der Veranstaltung Ehre zu machen. Das taten auch Groß und Klein rund um Gerlinde Krapp, die wieder einen Laternenumzug anführte und zum Lobsang auf Sankt Martin mit der Gitarre spielte.

Bilder: Dritte Nacht der Lichter in Babenhausen

Die kleine Gruppe an Bewohnern der K&S Seniorenresidenz, die mit einigen Mitarbeitern ebenfalls die „Nacht der Lichter“ besuchte, stärkte sich am gern aufgesuchten Heizstrahler am Marktplatz derweil erstmal mit Deftigem. Das ließ sich beispielsweise am Stand des „Schwartzen Löwen“ schlemmen, aber auch bei Versicherungsmakler Godehard Hagn, der einen kräftigen Eintopf servierte. Ehrenamts-Agentur und Reparaturcafé waren ebenfalls mit von der Partie. Der Babenhäuser Schuhputzer Harald Jäger hatte sich spontan aufgemacht, um den Flaneuren mal ordentlich das Leder zu polieren: „Ich habe das gesehen und dann schnell meinen Stand aufgebaut.“ Als der verkaufsoffene Abend schon im Gange war, hängte er noch rasch die letzte Lichterkette auf und trug damit sein Scherflein zur „Erleuchtung“ der Bummelgass’ bei.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es rund um die „Nacht der Lichter“ allerdings doch. Auf einen finanziellen Beitrag der Stadt Babenhausen konnte der Gewerbeverein bei der dritten Auflage des Ereignisses nicht bauen. Mehr noch: Nicht einmal der i-Punkt hatte am Donnerstagabend geöffnet. „Ich habe dort im Vorfeld angefragt“, so Kasamas. „Doch man hat mir gesagt, man habe nicht genug Personal, um an diesem Abend zu öffnen.“

Quelle: op-online.de

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