Viele Besucher im Ochsenstadl

Karnevalistisches Oktoberfest: Närrisch-bayrische Gaudi

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Das närrische Oktoberfest kam an – auch bei Manni aus Reinheim und Regina aus Eppertshausen.

Langstadt - Wenn sich die Fastnachter des TSV Langstadt nicht in Piraten- oder Prinzessinnenkostüme werfen, sondern stattdessen zünftig in Lederhose und Dirndl daherkommen, ist wieder Zeit fürs beliebte Oktoberfest. Von Michael Just 

Als vor sieben Jahren der damalige Landrat Alfred Jakoubek sagte, dass es schade ist, dass sich die Karnevalisten immer nur an wenigen Tagen im Jahr – eben an Fastnacht – austauschen, reagierte Rüdiger Manowski ziemlich schnell: Der Langstädter, der zu diesem Zeitpunkt der TSV-Karneval-Abteilung vorstand, initiierte ein „närrisches Oktoberfest“. Damit war es fortan möglich, dass sich die Karnevalisten im Landkreis auch außerhalb der Kampagne treffen können. Aufs Verkleiden muss dabei nicht verzichtet werden: Statt ins Faschingskostüm wird in Dirndl und Lederhosen geschlüpft.

Seit sieben Jahren füllen nun im Oktober Narren aus der gesamten Umgebung den Ochsenstadl. Das was auch am Freitag der Fall. „In diesem Jahr haben wir 14 Karnevalvereine zu Gast“, berichtete Peter Scheer vom Orga-Team. Rund 20 schreibt er in der Regel im Vorfeld an. Mittlerweile kann Scheer auf zahlreiche Stammvereine, etwa aus Bessungen, Pfungstadt, Ober-Ramstadt, Modautal oder Sickenhofen, bauen. Die Hessenthaler übernahmen die Rolle der Stimmungsgaranten. Der Colonia-Express, der ergänzend mit Kölner Liedgut auftreten sollte, sagte krankheitsbedingt ab. Folglich spielten die Hessentaler durch. Deren Musik kam bei den Gästen bestens an, darunter auch bei Manni aus Reinheim. Der 59-Jährige Landwirt wirkte mit seinem Zwirbelbart wie ein gestandener Bajuware und passte nur zu gut in den Ochsenstadl. Wie Manni sagte, besitzt er seine Lederhose schon „seit Menschengedenken“. Neu sei dagegen seine 49-jährige Freundin Regina aus Eppertshausen. Frisch verliebt genossen die beiden den Abend. Der Bauer, der im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen keine Frau sucht, brachte beste Voraussetzungen mit: Sieben bis acht Maß Bier sind laut seinen Worten für ihn kein Problem.

So musste die große Garde des TSV Langstadt, die das Bedienen übernahm, bei Manni etwas öfter laufen. „Wenn’s schnell geht mit den Getränken sind die meisten Gäste sehr nett“, konstatierte die 20-jährige Mira. Für sie und ihre jungen Kolleginnen war an diesem Abend kein Trinkgeld zu verdienen. „Wir haben eine Pauschale ausgemacht“, erklärte die Studentin. Die Nummer an ihrem Dirnl kam nicht von ungefähr, denn zum Fest gehörte auch die Wahl von „Mister Lederhose“ und „Miss Dirndl“. Mit den Abstimmungskarten auf den Tischen konnten alle Personen im Saal nominiert werden. Als Sieger gingen zwei Gäste aus Mossautal hervor.

Nach Langstadt war auch eine 14-köpfige Delegation aus Richen vom dortigen Kulturring gekommen. „Bei uns gibt es keinen eigenen Karnevalverein. Dafür ist der Ort zu klein“, berichtete ein Mitglied der Gruppe. Stattdessen organisiere der Kulturring jedes Jahr die Fastnacht. „Normalerweise haben wir zwei Sitzungen. Durch den jüngsten Umbruch im Vorstand wollen wir es in der neuen Kampagne aber erstmal bei einer belassen“, erklärten die Gäste aus dem Groß-Umstädter Stadtteil. Außer Frage stehe dagegen die Teilnahme beim närrischen Oktoberfest 2016. „Bei sechs von sieben Veranstaltungen waren wir dabei. Ist das heute rum, beginnt schon die Vorfreude aufs nächste Jahr“, hieß es am Richer Tisch.

Quelle: op-online.de

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