„Netzwerk Bahnhof Langstadt“

Der 19. März wird wegweisend

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„Netzwerk Bahnhof“ feiert und blickt auf seine erste Jahresversammlung, bei der Zukunftspläne geschmiedet werden sollen. Unter Anleitung von Matthias Brand bearbeiteten Kinder beim „Winterfest“ Eis.

Langstadt - Mit einem Winterfest hat das „Netzwerk Bahnhof Langstadt“ „sein“ Jahr 2015 eingeläutet: Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das verfallene, für den ursprünglichen Zweck schon lange nicht mehr genutzte Bahnhofsgebäude des Babenhäuser Stadtteils zu sanieren und zu einem Ausflugsziel und einem Treffpunkt für Kreative mit Büros, Proberäumen sowie vielleicht einem kleinen Café zu machen. Von Jens Dörr 

Am Rande des abwechslungsreichen Fests gab es auch einen Ausblick auf die nächsten Entwicklungsschritte. Das „Winterfest“ an sich war die vierte öffentliche Veranstaltung des „Netzwerks Bahnhof Langstadt“ seit der Vereinsgründung im März 2014. Erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert hatte sich der Langstädter Verein, dem allerdings – auch im Vorstand – zudem Personen aus der Region angehören, bei einem Sommerfest im Juni des vergangenen Jahres. Der gute Zuspruch deutete erstmals an, dass der Langstädter Bahnhof bei entsprechendem Programm und ausreichend Werbung an schönen Tagen durchaus zum beliebten Ausflugsziel werden könnte.

Mit dem „Gott des Gemetzels“ veranstaltete der Verein außerdem den zweimaligen Auftritt einer externen Theatergruppe, ließ in Kooperation mit dem Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt im Herbst Schüler über den Infrarothelm „Batty“ die Orientierung im zusätzlich abgedunkelten Bahnhofsbau erproben. Jetzt standen Auftritte verschiedener Musikgruppen an – darunter die Los Manolos, bei denen Hans Goll das Schlagzeug spielt. Goll ist jener Bauunternehmer aus Groß-Umstadt, der die Immobilie erworben hat und für die bauliche Instandsetzung sorgen soll. Geplant sind für den ersten Stock vor allem Büros, die beispielsweise Medienschaffende nutzen könnten. Hier setzt das Netzwerk mit Blick auf eine spätere Vermietung insbesondere auf die Kontakte des Vorstands zum Mediencampus Dieburg. Im Dachgeschoss soll eine Wohnung entstehen.

Das Erdgeschoss könnte auch künftig für Veranstaltungen und den Betrieb eines Cafés genutzt werden – wie es am Sonntag geschah. „Zum Stellwerk“ nennen die inzwischen 50 Vereinsmitglieder jenen Bereich, der reinkommend rechts zu finden ist. Für Getränke außer Kaffee und einige Snacks nutzte das Netzwerk am Sonntag einen Raum links der ehemaligen Wartehalle. Noch etwas weiter links spielten die Bands. Draußen vor der Tür leitete Matthias Brand Kinder bei der Bearbeitung von Eis an. Er hilft dem Verein, der sich seit seiner Gründung auch der Unterstützung der Ersten Kreisbeigeordneten Rosemarie Lück sicher sein kann, schon seit Längerem.

Hier zieht ein ganzer Bahnhof um

Hier zieht ein ganzer Bahnhof um

Beide dürften besonders genau hinhören, wenn es um den 19. März geht: Dann wird auf der Jahreshauptversammlung ohne Wahlen – sie finden alle zwei Jahre statt – in der Langstädter „Bretzel“ darüber gesprochen, wie sich der Verein in diesem Jahr und in weiterer Zukunft entwickeln soll. Das erste Jahr zunächst sei erfreulich verlaufen, stellte Vorstandsmitglied Martin Münch heraus: „Die Veranstaltungen wurden gut angenommen.“ Dem 19. März komme einige Bedeutung zu: „Da entscheidet es sich, wohin die Reise künftig geht.“ Neben der von Goll geplanten baulichen Umgestaltung der kaputten Immobilie wäre es Münch zufolge „ein großer Schritt, im ersten Stock ein Medien- und Kulturzentrum zu errichten“. Der Vorstand stehe hinter diesem Plan, den er bei der Versammlung den Mitglieder vor- und zur Diskussion stellen wolle. Aufzwingen wolle und werde man der Mitgliedschaft freilich nichts. Sollte das Vorhaben zumindest vorerst auf keine Gegenliebe stoßen, bleibe der Langstädter Bahnhof eben wie bislang erstmal „nur“ Veranstaltungsort.

Quelle: op-online.de

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