„Netzwerk Bahnhof Langstadt“

Warten auf 360-Grad-Hörspiel

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Im Langstädter Bahnhof könnten noch in diesem Jahr die Bautätigkeiten beginnen. Viel hängt aber vom 12. Mai ab, wenn der Verein dem Regionalmanagement sein Konzept präsentiert und anschließend finanzielle Unterstützung bewilligt werden könnte.

Langstadt - Gespannt wartet der Verein „Netzwerk Bahnhof Langstadt“ auf den 12. Mai. Dann entscheidet sich, ob die Pläne für die Neugestaltung der Immobilie vom Förderausschuss des Regionalmanagements im Landkreise Darmstadt-Dieburg finanziell unterstützt werden. Von Jens Dörr 

Studenten der Hochschule Darmstadt wollen den Bahnhof bald als Schauplatz für ihr 360-Grad-Hörspiel nutzen. Wer sich in diesen Tagen am Langstädter Bahnhof aufhält, dem fällt schon seit Wochen, ein großer Kran auf, der neben dem Gebäude scheinbar auf seinen Einsatz wartet. Aktuell findet allerdings keine Bautätigkeit statt. „Vom Baulichen her hat sich noch nichts verändert“, sagt Martin Münch, Vorstandsmitglied des Vereins „Netzwerk Bahnhof Langstadt“, zur Frage nach der Umsetzung der grundlegenden Sanierung und Neugestaltung der markanten Immobilie. Dort sollen einmal (wie berichtet) öffentliche Räume für Kreative, Büros und im zweiten Stockwerk eine Wohnung entstehen. Untätig ist der Verein hinter den Kulissen jedoch nicht und wartet gespannt auf den 12. Mai.

An diesem Datum nämlich tagt der Förderausschuss des Regionalmanagements des Landkreises Darmstadt-Dieburg. „Da stellen wir unser Konzept für das Bahnhofsgebäude gemeinsam mit Bauunternehmer Hans Goll vor“, kündigt Münch an. Man sei für diesen Tag und die folgende Entscheidung, ob der Ausschuss die Pläne finanziell fördern werde, „optimistisch“. Offenbar wurde dem Verein gegenüber bereits deutlich gemacht, dass sein Projekt auf offene Ohren stößt. Von Beginn der Bemühungen um die lange ungenutzte und völlig verfallene Immobilie an hatte der Verein mit der Kreisbeigeordneten Rosemarie Lück zudem eine prominente LADADI-Unterstützerin auf seiner Seite.

So ist der Bauantrag für die Verwandlung des Langstädter Bahnhofs in eine vielfältig genutzte Stätte – etwa für Studenten der Hochschule Darmstadt, in die hinein der Vereinsvorstand gute Kontakte hat – bereits gestellt und in Bearbeitung. Wann der Umbau gestartet werden könnte, wer exakt Kosten in welcher Höhe trägt und wie lange die Bauarbeiten dauern werden, sei derzeit noch nicht seriös zu prognostizieren. „Da legt sich jetzt keiner fest“, sagt Münch, der mit den rund 40 Mitgliedern des „Netzwerks Bahnhof Langstadt“ nun erst einmal den 12. Mai und damit den nächsten Meilenstein in der Entwicklung nicht nur des Gebäudes, sondern auch des kulturellen und hochschulischen Lebens im Ostkreis Darmstadt-Dieburg abwarten will.

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Klar ist seit einigen Tagen, dass bewährte Kräfte die Arbeit des Vereins weiter vorantreiben werden. Bei der Jahreshauptversammlung in der „Bretzel“ in Langstadt wurden neben Münch auch Alexander Ruzicka und Klaus Schüller im Amt bestätigt. Das Trio bildet die dreiköpfige geschäftsführende Vereinsspitze, deren Mitglieder gleichberechtigt agieren. Kassenwartin ist Petra Stützer, den Vorstand komplettieren die Beisitzer Marc Bockius, Gudrun Funk, Bernhard Münch und Ben Briggmann. Das „Netzwerk Bahnhof Langstadt“ plant für dieses Jahr neben der Präsentation vor dem Regionalmanagement und womöglich die Begleitung der Bauarbeiten durch den Groß-Umstädter Unternehmer Hans Goll auch wieder Veranstaltungen. Ein Treffpunkt für jedermann nicht nur aus Langstadt wird wieder das Bahnhofsfest am 12. Juni sein.

In Kooperation mit der Hochschule Darmstadt und Sony Music soll das Bahnhofsgebäude überdies zum Schauplatz eines 360-Grad-Hörspiels werden. „Das tritt in die Fußstapfen des Batty-Projekts“, erinnert Martin Münch daran, wie im vergangenen Jahr Hochschul-Studenten einen Helm im abgedunkelten Gebäude erproben ließen. Dieser imitierte die nächtliche Orientierung einer Fledermaus, die nachempfinden konnte, wer ihn auf dem Kopf trug. Der Termin für das 360-Grad-Hörspiel soll noch bekanntgegeben werden.

Quelle: op-online.de

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