Nikolausmarkt in Langstadt

Vereine erledigen alles selbst

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Langstädter Nikolausmarkt ist weniger kommerziell, dafür aber beschaulich. Klein und dennoch völlig ausreichend präsentierte sich der Langstädter Nikolausmarkt.

Langstadt - Es gibt Advents- und Weihnachtsmärkte, die gehen über Tage, brauchen viel Vorbereitung und halten für die Beschicker lange Verträge parat. Von Michael Just 

Der Langstädter Nikolausmarkt ist anders: Er geht nur ein paar Stunden und die Stände werden ganz unkompliziert von lokalen Vereinen und Privatpersonen aus dem Ort errichtet. Damit weht im alten Schulhof nicht der Hauch von Kommerz, sondern von Romantik und Beschaulichkeit - eben so, wie es dem eigentlichen Sinn von Weihnachten gleichkommt.

Zum fünften Mal organisierte nun der TSV Langstadt den Nikolausmarkt. Neben den Ständen der einzelnen TSV-Abteilungen nahmen der Nabu, die „Netzwerker“ vom alten Bahnhof sowie drei Privatpersonen teil, die Selbstgebasteltes und Florales anboten. Los ging es diesmal erst um 16 Uhr, da die Erfahrung der letzten Jahre besagte, dass das Gros der Besucher erst mit Einbruch der Dunkelheit kommt. Die Jahre davor war der Glühwein schon um 14.30 Uhr heiß. Für die nicht-kommerzielle Ausrichtung des Marktes war vor allem der Nabu-Stand sinnbildlich: Dirk Alexander und Frank Ludwig Diehl warfen sich wie gewohnt in mittelalterliche Kostüme und verkauften in ihrer recht übersichtlichen Auslage kleine Päckchen mit getrockneten Apfel-Stücken („Lengschder Hutzel“), die garantiert unbehandelt von der Streuobstwiese des Vereins, aus dem Wingert, kamen. Auf eine ökologische Anbauweise durfte man auch bei den gedörrten Birnen vertrauen. Ein paar Meisentöpfchen zur Fütterung der Vögel im Winter sowie nostalgischer Christbaumschmuck, der ganz sicher nicht in diesem Jahr hergestellt wurde und der von Spendern stammte, komplettierte die Auslage. Dazu wurde heißer Apfelsaft mit Weihnachtsgewürzen ausgeschenkt. Uneigennützig holte man sich noch die „Ameisenarmee“, und damit den Schaafheimer Nabu-Nachwuchs dazu, damit dieser ebenfalls ein paar Euro verdienen konnte.

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Mit ihren Eltern und der Oma waren Lina (10) und Aron (2) auf den Markt gekommen, so dass die Fünf drei Generationen präsentierten. Während Lina etwas enttäuscht anführte, dass in Babenhausen auf dem Weihnachtsmarkt mehr zum Gucken ist, nannte Papa Carsten Dingel (41) den wichtigsten Grund, hierherzukommen: „Man kennt einfach mehr Leute.“ Trotzdem kamen die Kinder nicht zu kurz: Die Kita Regenbogenland offerierte im alten Schulhaus eine Kerzenwerkstatt, es sang der Langstädter Kinderchor und der Nikolaus schaute ebenfalls vorbei.

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Neu auf dem Nikolaus-markt war in diesem Jahr der Verein Netzwerk und damit jener Kulturverein, der dem alten Bahnhofsgebäude seit wenigen Monaten neues Leben einhaucht. Auf einer kleinen Fläche ließen die Mitglieder mehrere Züge fahren, darunter auch eine Nachbildung der Straßenbahn des Darmstädter Datterich-Express. „Wir beteiligen uns mit einem Stand, weil wir zeigen wollen, dass wir Teil des Ortes sind“, sagte Vorstandsmitglied Martin Münch. Neben dem Verkauf von Backwaren hielt Netzwerk eine Fotogalerie bereit, die Zeugnis über die kurze, aber schon rege Geschichte des Vereins gab. Die fahrenden Eisenbahnen rückten den Stand bei großen und kleinen Besuchern immer wieder in den Mittelpunkt. „Es ist schon verwunderlich, wie im Medienzeitalter eine Modelleisenbahn immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt“, wunderte und freute sich Alexander Ruzicka, der ebenfalls zum Vorstandstrio bei Netzwerk gehört. Die Eisenbahn passte zum kleinen, bescheidenen Nikolausmarkt in Langstadt, genauso wie das Bekenntnis eines Einheimischen, der es kurz und bündig auf den Punkt brachte: „Mehr Weihnachtsmarkt als hier brauche ich nicht.“

Quelle: op-online.de

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