Tag der offenen Tür beim Zweckverband

Im Wasserwerk Wissensdurst gelöscht

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Beim Rundgang durch die Anlage stellten Besucher Fragen nach der Beschaffenheit der Brunnen, der Förderung und Verteilung oder der Größe des Versorgungsgebietes.

Hergershausen - Beinahe Volksfestcharakter hatte der Tag der offenen Tür im Wasserwerk, zu dem der Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg eingeladen hatte. Von Petra Grimm 

Anlass war die offizielle Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes, das im vergangenen Sommer bereits in Betrieb genommen wurde. Jetzt hatte die Bevölkerung die Gelegenheit, nicht nur diesen erneuerten Gebäudeteil bei Führungen zu besichtigen, sondern auch Kaskaden, Filterhalle, Reinwasserbehälter und Co. „Von 2012 bis 2015 wurde die Schaltwarte umgebaut und nachfolgend das neue Verwaltungsgebäude errichtet. Schlüssel- und bezugsfertig lagen die Gesamtkosten bei 3,2 Millionen Euro. Darin sind alle Dinge enthalten, deren Notwendigkeit man erst erkannt hat, als der Bau schon in Betrieb war“, sagte der Verbandsvorsitzende Siegfried Sudra am Sonntag. Das bestehende, eingeschossige Bürogebäude war bis auf die Kellerdecke abgerissen worden. Der lichtdurchflutete Neubau, in dem jetzt die kaufmännische Verwaltung und die Technik zusammen untergebracht sind, hat ein Stockwerk mehr und eine größere Grundfläche. Energetisch ist es auf dem neuesten Stand.

Bemerkenswert ist, dass das Tagesgeschäft während der Bauzeit weiterlief und das kühle Nass trotzdem ununterbrochen in Trinkwasserqualität aus unseren Wasserhähnen sprudelte. Hut ab vor den Organisatoren und Beschäftigten, denen Sudra beim offiziellen Teil auch „für ihren Beitrag zu dieser Erfolgsgeschichte“ dankte. Musikalisch umrahmt vom Blasorchester des Hergershäuser Turnvereins sprachen bei der kleinen Einweihungsfeier, die dem Tag der offenen Tür für die Bürger vorausging, unter anderem der Babenhäuser Bürgermeister Achim Knoke und sein Otzberger Amtskollege Matthias Weber.

Das Interesse am Tag der offenen Tür und den Führungen war enorm. Viele Bürger nutzten auch die Gelegenheit, sich an verschiedenen Ständen beispielsweise zum Thema Hausanschluss, Gebühren oder auch Ausbildungsmöglichkeiten beim Wasserwerk zu informieren. Für die kleinen Besucher war ein Vergnügungspark und eine Rallye rund ums Thema Wasser aufgebaut.

Beim Rundgang durch die Anlage im Hergershäuser Wald, deren Geschichte bereits im Jahr 1927 beginnt, konnten die Bürger ihren Wissensdurst löschen. Fragen nach der Beschaffenheit der Brunnen, der Förderung und Verteilung oder auch der Größe des Versorgungsgebietes wurden von den Mitarbeitern geduldig beantwortet. Dass überhaupt nur ein Drittel des Niederschlags zum Grundwasser wird, erfuhren sie beispielsweise von Volker Roth, dem Sachbereichsleiter Technischer Betrieb, der eine Gruppe nach der anderen durch die Räume und Hallen begleitete. „Ein Drittel läuft bereits an der Oberfläche ab, das zweite Drittel verdunstet und nur das letzte Drittel versickert durch den Boden. Dabei nimmt es Inhaltsstoffe, wie Eisen und Mangan auf, die im Wasserwerk wieder entfernt werden“, sagte Roth, der den Weg des Wassers von den 21 Brunnen des ZVG durch die Aufbereitungsanlage, in Form von Kaskadenbelüftung und Kiesfiltern, in die Reinwasserbehälter erläuterte. Am Ende der Kette stehen die 135.000 Menschen in zehn Gemeinden mit teilweise mehreren Ortsteilen, die vom Hergershäuser Wasserwerk versorgt werden. „Ganz schön aufwändig“, so der Kommentar eines Besuchers.

Und das wurde bei der Tour durchs Wasserwerk auf jeden Fall klar: Leitungswasser mit Trinkwasserqualität, wie überall in Deutschland, wo es zu den am besten kontrollierten „Lebensmitteln“ gehört, ist nicht selbstverständlich, sondern geht einher mit einem nicht unerheblichen technischen Einsatz, der immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden muss.

Quelle: op-online.de

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