Erstmals als Wahlpflichtfach

Die Zukunft in den eigenen Händen

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Gehen motiviert an die Organisation der Job-Info-Börse: Die Neuntklässler der Offenen Schule Babenhausen. Sie werden unterstützt von Schulsozialarbeiter Marcel Weber (von links), Stadtjugendpfleger Michael Spiehl und Stufenleiterin Barbara Meuer (4.v.l.).

Babenhausen - Studium, Ausbildung, Freiwilliges Soziales Jahr oder Work-and-Travel in Australien? Schulabgängern stehen heutzutage alle Türen offen. Welche Möglichkeiten es gibt, erarbeitet jetzt eine Gruppe Neuntklässler der Offenen Schule Babenhausen. Von Corinna Hiss 

Sie planen die nächste Job-Info-Börse. Romy Schäfer weiß schon jetzt genau: Für sie ist Abitur nicht das Richtige. Die 15-Jährige hat ganz andere Pläne. Sie möchte Stewardess werden. Ihre Mitschülerin Nina Dresely strebt hingegen ein Duales Studium an. Management – das schwebt der 14-Jährigen vor. „Es gibt einen Strauß an Möglichkeiten, wie junge Menschen ihre Zukunft gestalten können“, sagte Stadtjugendpfleger Michael Spiehl beim Treffen in der Zukunftswerktstatt der Offenen Schule Babenhausen. Seit jeher organisieren dort einige Neuntklässler die Job-Info-Börse, die jährlich im März stattfindet und bei der Betriebe aus der Region Einblicke in ihre Ausbildungsberufe geben. Doch das ist nicht alles: Auch Hochschulen oder soziale Einrichtungen stellen sich vor und bieten Alternativen zur Ausbildung an.

Bis März ist es zwar noch ein paar Monate hin, doch die Vorbereitungen zur Job-Info-Börse laufen bereits. Im Pressegespräch gaben Spiehl, Schulsozialarbeiter Marcel Weber, Stufenleiterin Barbara Meuer und die beteiligten Neuntklässler der OSB Auskunft über die bisherigen Planungen. Dabei plauderten die Jugendlichen auch aus dem Nähkästchen und verrieten, wo sie sich in einigen Jahren sehen.

„Die Job-Info-Börse ist eine ganz besondere Veranstaltung der OSB, die von Schülern für Schüler organisiert wird“, erläuterte Meuer, die mit ihrem Team den Neuntklässlern tatkräftig zur Seite steht. Wurde der Infotag im März sonst immer als Projektunterricht auf die Beine gestellt, so ist er zum ersten Mal für die elf Jugendlichen ein Wahlpflichtfach. Der Grund für diese Änderung ist dabei simpel. „Projektunterricht fand immer am Nachmittag statt. Doch dieses Schuljahr haben wir einfach keinen Tag gefunden, an dem es bei jedem in den Stundenplan passt“, so die Stufenleiterin. Also wurde die Planung der Job-Info-Börse kurzerhand in den Lehrplan integriert und als Unterrichtsfach angeboten – Benotung von Engagement, sozialen Fähigkeiten und Teamarbeit am Schuljahresende inklusive. Das Interesse unter den Schülern am neuen Wahlpflichtfach war groß, die Klasse wurde aber auf elf Personen beschränkt, um einen persönlichen Unterricht garantieren zu können.

Die Job-Info-Börse ist eine Kooperation von OSB, Jugendförderung der Stadt Babenhausen und seit 2014 auch des Gewerbevereins. Der erstellt die Infomappe zum Orientierungstag und dient als wichtiger Vermittler zwischen Schülern und lokalen Unternehmen. Momentan befindet sich die Planung noch in der Anfangsphase. „In einem ersten Schritt haben wir überlegt, welche Betriebe, Hochschulen und Institutionen wir anschreiben und zur Job-Info-Börse einladen“, berichtete Meuer. Dabei diente den Schülern die Liste aus vergangenen Jahren, aber auch persönliche Neigungen wurden berücksichtigt. So gibt es unter dem aktuellen Jahrgang einige Reitbegeisterte, sodass erstmals auch die Pferdeklinik in Großostheim angeschrieben werden soll.

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Vom Verfassen der Anschreiben über persönliche Gespräche mit den Unternehmen bis hin zu letzten Abstimmungen am großen Tag nehmen die Jugendlichen die Organisation selbst in die Hand. Dabei erlernen sie auch Schlüsselqualifikationen, die ihnen im späteren Berufsleben von Nutzen sein können. „Die Job-Info-Börse ist eine tolle Sache, weil sie anders abläuft als ein gewöhnlicher Besuch auf der Ausbildungsmesse“, sagte Spiehl. Der große Unterschied: Die Schüler befassen sich bereits im Vorfeld mit den präsentierten Berufen und lauschen dann dem Experten, für den sie sich auch wirklich interessieren. „Dann kommt mehr dabei heraus, als ein Gratis-Kuli“, so der Stadtjugendpfleger.

Die Job-Info-Börse, die am 4. März 2016 stattfindet, soll aber auch dazu dienen, ein realistisches Berufsbild zu vermitteln. Denn die Neuntklässler der OSB wissen zwar zum Teil schon jetzt, was sie einmal werden wollen – Polizist, Psychologe, Meeresbiologe, Jurist, Journalist oder Krankenschwester – doch kann sich das rasch ändern, wenn sie vom Experten hören, wie der vermeintliche Traumberuf wirklich im Job-alltag aussieht.

Quelle: op-online.de

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