Osterferienspiele

Barfuß über Sand, Kies und Zweige

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Bei den Osterferienspielen der Babenhäuser Jugendförderung sollen alle Sinne berührt werden. Von angenehm bis gewöhnungsbedürftig reichten die Empfindungen der Kinder beim Gang über den Barfuß-Pfad.

Babenhausen - Das Spielen mit Wasser erfreut jedes Kinderherz. Doch in diesen Tagen hat die Sache, zumindest im Freien, einen Nachteil: Das Wasser ist bitterkalt. Von Michael Just 

„Trotzdem bin ich eine halbe Stunde dringeblieben“, sagt die sechsjährige Emilia und nimmt es dabei mit der Zeit wohl nicht ganz genau. Sie meint auch ihre Füße und nicht den gesamten Körper. Das kleine Wasserbassin, von dem sie spricht, stand am Ende des „Barfußpfades“, der im Hof der Schule im Kirchgarten aufgebaut war. Der Pfad war Bestandteil des „Osterferien-Special“, das die städtische Kinder- und Jugendförderung (Jufö) anbot.

Für das Motto „Mit allen Sinnen“ meldeten sich 20 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren an, um drei Tage lang von 9 bis 15 Uhr ihre Sinne zu schärfen. Höhepunkt war eine Fahrt ins Dialogmuseum nach Frankfurt. In dieser Einrichtung, die auch als Blindenmuseum bezeichnet wird, führen Personen ohne Augenlicht die Besucher durch lichtlose Räume, in denen Alltagssituationen warten. Der künstlich herbeigeführte Verlust der gewohnten Sehkraft führt dabei zu beeindruckenden Erfahrungen, die die verbliebenen Sinne in den Mittelpunkt rücken.

„Zuerst war nur der Ausflug ins Museum geplant. Dann haben wir darum noch ein mehrtägiges Programm gebaut“, erzählt Karen Burkholder. Das übergeordete Ziel: Einen bewussten Umgang der Kinder mit ihren Sinnen zu erreichen. Seit November ist Burkholder pädagogische Mitarbeiterin bei der Jufö. Mit dem Bau des Barfußpfades war sie schon vorher vertraut, denn den hatte sie 2008 als engagierte Mama bereits für die Projektwoche der Schule im Kirchgarten initiiert. Dort lagerte auch noch ein Teil des damaligen Zubehörs, wie die Holzumrandungen, die diesmal mit Stroh, Tannenzweigen, Gras, Kunstrasen, Sand, Flaschenkorken, Kies, Rindenmulch, Betonpflaser oder Verpackungschips aufgefüllt wurden. Insgesamt 20 verschiedene Erfahrungen von weich, hart, kribbelig, piksend, über nass, kalt bis wohltuend konnten nach dem Ausziehen der Strümpfe gemacht werden. Ein ziemlich kühles Wasserbecken als Station zum Reinigen der Füße bildete den Schluss.

Zum Glück hatten sich die Verantwortlichen auch für drinnen etwas ausgedacht. Dazu zählten Klangspiele oder der Einführungskreis, bei dem die Teilnehmer gleich zu Beginn die ersten Sinneserfahrungen mit dem Überstreichen verschiedener Geräte auf Händen und Füßen machten. Die Zunge war beim gemeinsamen Kochen mit vegetarischer Pizza und Crepes gefragt. Des Weiteren wurde Brot gebacken, ein Kräuterpesto sowie Brotaufstriche mit Äpfeln und Karotten gezaubert. Matthias Richter war dafür der richtige Mann: Der 31-Jährige lernte Koch, bevor er sein Studium für Soziale Arbeit begann und nun bei der JuFö sein Anerkennungsjahr macht.

Drei Tage lang tauchten die Babenhäuser Kinder in die Welt der Sinne ein. Beim Barfußpfad beeinflusste die kühle Witterung allerdings das Treiben. So wollte die siebenjährige Sinja ihre unbekleideten Füße dann doch nicht allzu lange in den Sand stecken: Der Grund liegt in einer anderen Sinneserfahrung: „Im Urlaub am Strand ist der Sand immer viel, viel heißer“, sagt sie.

Quelle: op-online.de

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