Ostermarkt

Besucher hören auf Wetterbericht

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Am Samstag war der Ostermarkt noch gut besucht.

Babenhausen - Wer den finsteren Wetterprognosen für Sonntag vertraut hat und bereits am Samstag über den Ostermarkt geschlendert ist, hat es absolut richtig gemacht. Von Petra Grimm 

Denn während Petrus gestern bereits am frühen Morgen seine Schleusen öffnete und ein ordentliches Lüftchen wehte, sorgte bis zum späten Samstagnachmittag herrlicher Sonnenschein für Frühlingsgefühle und ein perfektes Flanierwetter. „Heute sind es auf jeden Fall mehr Besucher als sonst am Samstagnachmittag. Die wissen wohl alle wie morgen das Wetter werden soll“, sagte die Langstädter Floristin Carmen Fleckenstein, die ihre kreativen Blumenarrangements in diesem Jahr an ungewohnter Stelle, an der Stadtmauer neben der Sparkasse, anbot. Aber ihre Stammkunden haben sie und ihre blühende Pracht auch am neuen Standort gefunden.

Bürgermeister Achim Knoke, der Kreisbeigeordnete Uwe Bülter und Marktchef Helmut Fendt eröffneten – umrahmt von den Klängen des Evangelischen Posaunenchores aus Langstadt – gemeinsam die Großveranstaltung. Neben der rund 1,3 Kilometer langen Marktmeile mit fast 100 Beschickern in der Innenstadt sorgten auch eine kleine Gewerbeschau auf dem Stadthallenparkplatz und eine große Hobbykünstlerausstellung für Unterhaltung. In der Stadthalle ließen die Stände der 70 Kunsthandwerker wohl keine Wünsche offen. Viele boten zauberhafte, handgefertigte österliche Deko-Artikel. Wer ein originelles Geschenk suchte, konnte leicht fündig werden, von strubbeligen Bären, handbemalten Eiern und dekorativem Schmuck bis zu Textilarbeiten und Insektenhotels war alles dabei.

Mit fünf Jahren schon einen Brenner in der Hand

Einigen Ausstellern konnte man bei der Arbeit auch zuschauen, beispielsweise der Brandmalerin Simone Stillger aus Seligenstadt. Mit ihrem glühenden Brenner bemalte sie kleine Frühstücksbrettchen, Teller, Kisten und Schatullen aus Holz. Aber nicht nur Buchen- und Kiefernholz wird von ihr bearbeitet. „Auch Kork, Leder und Horn sind gut geeignet für die Brandmalerei“, sagte die junge Frau, die mit fünf Jahren zum ersten Mal einen Brenner in der Hand hatte, wie sie erzählt. „Ich habe dieses Kunsthandwerk in die Wiege gelegt bekommen, denn meine Mutter hat es 30 Jahre gemacht und war früher auch selbst auf Märkten unterwegs. Vor einem Jahr habe ich ihren Stand übernommen.“

Auch die Arbeiten von Marie-Anne Deherve aus Groß-Umstadt fielen ins Auge, denn sie verkaufte Hasen, Eier, Kränze und anderes aus Salzteig. Die gebürtige Belgierin, die seit 30 Jahren in Deutschland lebt, hat dieses Bastelmaterial kennengelernt als ihr inzwischen erwachsener Sohn noch im Kindergarten war. Seither arbeitet sie damit und musste auch einiges durch Experimente herausfinden, wie sie sagt. Damit nichts zerbricht, heißt es die Hasen und Co. geduldig und lange genug trocknen. Zwei Tage und zwei Nächte legt sie die modellierten Objekte in den Backofen, um ihnen eine gute Haltbarkeit zu geben. Sie klopfte mit dem gebogenen Zeigefinger leicht auf eine ihrer Figuren. „Hören sie das Geräusch? So muss es sich anhören, wenn sie gut getrocknet sind“, sagte die Hobbykünstlerin.

Bilder vom Ostermarkt in Babenhausen

Ostermarkt in Babenhausen

In der Stadthalle präsentierte sich wie gewohnt auch die Stadt mit Infos, der Heimat- und Geschichtsverein, die Sozialstation und ihr Förderverein und der VdK. Die Nachtwächterführung durch die historische Altstadt endete hinter der Stadtmühle, wo die Flammen des Osterfeuers des Gewerbevereins loderten. Auch das traditionelle Feuerwerk erhellte den Nachthimmel.

Mit einem verkaufsoffenen Sonntag und originellen Ideen, wie dem lebendigen Schaufenster bei Xamea Dessous, beteiligten sich viele Babenhäuser Geschäftsleute am Ostermarkt, der seit 24 Jahren für Leben in der Innenstadt sorgt und im kommenden Jahr runden Geburtstag hat. Und was das Wetter betrifft, war in der Vergangenheit auch schon alles dabei. Von Temperaturen, die an die Eröffnung des Weihnachtsmarktes erinnerten und die Besucher nach Glühwein Ausschau halten ließen, bis zu Sonne und Frühling pur, so dass sich die Gäste an den Tischen des Eiscafés ein bisschen wie im Sommerurlaub fühlten. An diesem Wochenende war von beidem etwas dabei. Am Samstag waren Sonnenbrillen und am Sonntag Regenschirme das Accessoire Nummer 1. Für die Händler ist der Sonntag vom Umsatz her eigentlich immer der bessere Tag, in diesem Jahr fielen die Geschäfte aber regelrecht ins Wasser.

Quelle: op-online.de

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