„Pakt für den Nachmittag“

Zunächst eine Übergangslösung

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In diesem ansprechenden Ambiente werden die Grundschüler verköstigt.

Babenhausen - Ein verlässliches, bedarfsorientiertes Bildungs- und Betreuungsangebot bereitzustellen und damit einen  Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu leisten, das ist der Sinn des „Pakts für den Nachmittag“ – ein Weg zum Ausbau der Ganztagsangebote an Grundschulen. Von Stefan Scharkopf 

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause hatte der Kreistag den Pakt mit großer Mehrheit beschlossen (wir berichteten). Fünf Grundschulen im Kreis werden sich daran beteiligen, dazu gehört auch die Babenhäuser Schule im Kirchgarten. Kernpunkt des vom Land Hessen angestoßenen Pilotprojekts ist ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17 Uhr.

Der Kreis ist zwar Schulträger, aber nicht überall für die Betreuung der Schulkinder zuständig. Es gibt auch Elterninitiativen, Fördervereine oder freie Träger, wie etwa den Bund Deutscher Pfadfinder (BdP) in Babenhausen, der sich um die Schulzöglinge kümmert. Der BdP kann dies auch weiterhin tun, wenn er sich dafür bewirbt. Die Verwaltungsaufgaben würde aber eine vom Kreis gegründete Dachgesellschaft übernehmen, die „Betreuung Da-Di gGmbh“. Der BdP wäre von administrativen Aufgaben entlastet und könnte sich verstärkt seiner Kernaufgabe, der Betreuung, widmen.

Das Land leistet seinen Beitrag für die Angebote rechnerisch an fünf Tagen in der Woche bis 14.30 Uhr, der Schulträger für den Zeitraum von 14.30 bis 17 Uhr und – erstmals – in den Schulferien. Die Eltern müssen auch etwas zahlen. Doch wie sieht es an der Schule im Kirchgarten mit der Umsetzung aus? „In der Kürze der Zeit sind wir gezwungen, ein Übergangsmodell anzubieten, da sich dieses Versprechen schon aus räumlichen und personellen Gründen nicht so schnell umsetzen lässt“, sagt die Leiterin Silke Schulz-Mandl. Die Schule hat Eltern einen entsprechenden Brief zukommen lassen.

Geplant ist nun, für das neue Schuljahr zunächst 80 Betreuungsplätze, montags bis freitags, von 7.30 bis 14.30 Uhr, zu vergeben. Eltern zahlen dafür 45 Euro: Der Betrag muss über das erste Halbjahr bis Ende Februar entrichtet werden, auch über die Ferien. Eine Ferienbetreuung gibt es nicht. Für 3,80 Euro kann ein warmes Mittagessen hinzu gebucht werden. Da der Bedarf höher sein dürfte als Plätze zur Verfügung stehen, gibt es einen Kriterienkatalog zur Vergabe, wobei alleinerziehende Berufstätige oder Eltern, die beide einem Job nachgehen, zuerst berücksichtigt werden.

„Wir sind um eine Ausweitung ab dem 1. März 2016 bemüht und stehen im ständigen Austausch mit der BdP-Kinderkiste“, sagt Schulz-Mandl. Sicher ist aber, dass jedes Kind, auch diejenigen, die nicht vom „Pakt für den Nachmittag“ profitieren, von 7.30 bis 12.10 Uhr in der Schule bleiben können. Neben dem Land Hessen und dem Kreis ist auch die Stadt Teil des „Pakts für den Nachmittag“. Daher beschäftigt sich die Stadtverordnetenversammlung morgen mit der grundsätzlichen Umsetzung und der Finanzierung des Angebots (Betreuung bis 17 Uhr, auch fünf Wochen in den Ferien) für die „Betreuung Da-Di gGmbh“.

Quelle: op-online.de

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