Gebäude Hinter der Altdörfer Kirche als Standort

Platz für knapp 200 Flüchtlinge

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Im Gebäude 30a und dem dahinter liegenden Haus 30 (rechter Bildrand) sollen die Flüchtlinge unterkommen.

Babenhausen - 1600 Flüchtlinge wurden zum Jahreswechsel im Landkreis Darmstadt-Dieburg gezählt. Und die Zahl steigt weiter an. Der Wohnungsmarkt für die dezentrale Unterbringung scheint erschöpft zu sein. Von Stefan Scharkopf 

In Babenhausen können demnächst 197 Menschen in zwei Gebäuden aufgenommen werden. Ein Sonnenstudio, ein Lokal, kleine Firmen – das gab es mal im Gebäude. Dort soll jetzt neues Leben einziehen. Ein Investor, der bundesweit Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge betreibt, hatte Kontakt zum Landkreis aufgenommen. Nun sind die Verhandlungen vorangeschritten: Im Anwesen Hinter der Altdörfer Kirche 30a und im dahinter liegenden Haus 30 können bis zu 197 Flüchtlinge unterkommen. Ob diese Zahl auch erreicht wird, ist allerdings noch nicht klar. Es könnten auch weniger Personen sein, da erwünscht ist, dass die Kinderarztpraxis im Gebäude bleibt. Außerdem gibt es noch Eigentumswohnungen, die die Bewohner weiterhin nutzen möchten. Die Verwaltung hatte mehrfach Bürger gebeten, geeigneten Wohnraum anzubieten, doch meist nur Absagen erhalten. Daher wurden geeignete Standorte für Containerstellplätze eruiert. Diese Suche kann nur vorerst beendet werden.

Wie Regina Lange, Fachbereichsleiterin Soziales und Familie bei der Stadtverwaltung, auf Anfrage unserer Zeitung sagte, habe der Investor Wohnungen im Gebäude Hinter der Altdörfer Kirche gekauft. Diese sollen nun entsprechend hergerichtet, das ehemalige Lokal umgebaut werden und die Flüchtlinge in sogenannten Einheiten von zwölf bis 26 Personen zusammenleben. Genaueres wird bei einer Informationsveranstaltung zu erfahren sein, zu der die Stadtverwaltung die Bürgerschaft für Montag, 1. Juni, 19 Uhr, in die Stadthalle einlädt. Neben Bürgermeister Achim Knoke wird die Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück die Situation in Babenhausen und im Kreis beleuchten. Der Leiter des Amtes für Zuwanderer und Flüchtlinge, Thomas Koch, nimmt ebenfalls teil. Auch der Investor und künftige Betreiber wird berichten. „Eine solche Mitteilung wirft sicherlich Fragen auf. Es wird genügend Raum geben, diese zu stellen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Seit Sommer 2013 kommen zunehmend Menschen nach Deutschland, die Zuflucht suchen. In Hessen werden sie zunächst in Gießen und Kassel aufgenommen, dann in die Landkreise und schließlich auf die Kommunen verteilt. Erst zwei Tage vor ihrer Ankunft erfährt der Kreis von der Zuweisung. Die Stadt Babenhausen erhält dann in Folge eine Mitteilung, wie viele Personen, welche Nationen, ob Familien oder Alleinstehende untergebracht werden. Die Flüchtlinge, die bisher in Babenhausen, Sickenhofen und Hergershausen untergebracht sind, kommen überwiegend aus Syrien. Andere stammen aus Somalia, Tschetschenien, Eritrea, Pakistan, Bosnien, Irak und Afghanistan.

Wer weitere Fragen hat, kann sich an den Fachbereich V wenden, Tel.: 06073/60281, oder per E-Mail an jessica.schumacher@babenhausen.de

Für die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge ist grundsätzlich der Kreis zuständig. Dennoch werden im Fachbereich Soziales und Familie Unterstützungsangebote von Bürgern zusammengeführt und Informationen weitergeleitet. Es gibt etliche ehrenamtliche Helfer, die in einer Liste bei der Stadt gesammelt werden. Durch ihre Hilfe und ihr Engagement können die Flüchtlinge begleitet werden und sich in ihrem Umfeld und ihrem Alltag schneller zurechtfinden. Regelmäßig findet ein Austausch untereinander, mit der Stadtverwaltung und dem Landkreis statt. „Es gibt einen großen Helferkreis, der sich sehr engagiert“, sagt Regina Lange, „ehrenamtliche Helfer werden dann natürlich auch am künftigen Standort ein Einsatz sein.“

Quelle: op-online.de

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